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Segeberg Rekordeinnahmen durch Knöllchen und Parktickets
Lokales Segeberg Rekordeinnahmen durch Knöllchen und Parktickets
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10:16 11.01.2017
Gert Poppinga holt sich seinen Zettel am „erfolgreichsten“ Parkautomaten der Stadt. Elfi M. sorgt dafür, dass alles korrekt läuft. Quelle: Fotos: Glombik
Bad Segeberg

Zwei „Mitarbeiter des Jahres“ trafen sich gestern am Arbeitsplatz Parkplatz. Beide sorgen dafür, dass die Stadtkasse in Bad Segeberg sich immer füllt – und ganz nebenbei auch, dass der Parkverkehr in geordneten Bahnen verläuft. Da ist zum Beispiel die Verkehraufseherin Elfi M., die wie ihre Kollegen oft genug den Kopf hinhält und Knöllchen für Parksünder austeilen muss. Ihr voller Name soll nicht in der Zeitung stehen. Als sie noch ihren Namen auf der Uniform trug, gab es schon mal einen wütenden Anruf bei ihr Zuhause. „Mein Ehemann musste sich von einem wildfremden Autofahrer einiges anhören, dabei kann er doch gar nichts für meinen Job“, sagt sie. Und dann ist da ja auch noch der beste Parkautomat der Stadt, der zuverlässig die Euros kassiert und Zettelchen ausspuckt.

Segeberg kassiert fast 700000 Euro durch Automaten und Falschparker.

„The Winner 2016 is . . .“. Fast meint man Trommelwirbel zu vernehmen, während Hartmut Gieske vom städtischen Ordnungsamt die Dateien in seinem Computer vergleicht. Auch im vergangenen Jahren hat der Parkautomat am Landratspark mit immerhin 79 000 Euro die meisten Einnahmen zu verbuchen. Ein ähnlich gutes Ergebnis wie 2015, als er 80 000 Euro erwirtschaftete – er ist der ewige Spitzenreiter.

„Vizemeister“ bei den Parkautomaten ist die Säule bei der AOK am Seminarweg. Die verbuchte 69 000 Euro, 2015 waren es noch 76 000 Euro. Der Automat am Kleinen See konnte immerhin 64 000 Euro einnehmen.

Ingesamt verbuchte die Stadt mit Parkscheinen Gesamterlöse von 387 000 Euro. Mit steigender Tendenz. 2014 waren es 340 000 Euro. 2015 schon 354 000 Euro. Der neue Spitzenwert ist in erster Linie auf den zusätzlichen Parkscheinautomaten auf der Backofenweise zurückzuführen.

Auch an Parksündern wird kräftig verdient. Im vergangenen Jahr gab es 227 000 Euro an Knöllchen-Erlöse, ähnlich wie 2015. Der tatsächliche Erlös ist aber noch viel höher, so Gieske. Er liegt bei über 300 000 Euro, weil die Kosten für Parksünder in der Regel mächtig steigen, wenn die Betroffenen Widerspruch einlegen oder vergessen zu zahlen.

Und sie bringen das Geld: Im Außendienst sind fünf Mitarbeiter und eine Saisonkraft bei der Stadt meist halbtags unterwegs, um den ruhigen Verkehr zu überwachen. Elfi M. ist meist in der Innenstadt unterwegs. Seit 2011 ist sie Verkehrsüberwacherin. Erwischte Falschparker reagieren unterschiedlich. Viele gelassen. Aber manchmal sei auch einer dabei, der „einen Prellbock sucht“. Da bleibe sie selbst freundlich und verweise zur Not auf das Ordnungsamt im Rathaus. Manchmal habe es Beleidigungen gegeben, ein Parksünder sei so wütend gewesen, dass er sein Auto mit Wucht zurücksetzte. „Ich konnte gerade noch zur Seite springen.“ Kein Verständnis habe sie, wenn Autofahrer ausgeschilderte Rettungswege blockieren. In einem Fall musste sie eingreifen, als die Klinikzufahrt von einem Autofahrer zugeparkt worden sei. Der Rettungswagen mit Blaulicht konnte nicht hineinfahren, der Verletzte musste mit der Trage von der Straße in die Klinik gebracht werden. Der Fall zeigt, wie wichtig die städtischen Verkehrsüberwacher sind.

Elfi M. hat reichlich Berufserfahrung. Die Südbadenerin war früher Unternehmerin, hat in einer Weinstube gearbeitet, war Sekretärin. „Ich musste alle zehn Jahre etwas Neues machen.“ Jetzt freue sie sich auf den Ruhestand. Im Ernst: Die Autofahrer werden die Frohnatur vermissen. So freundlich verteilt sonst niemand seine Knöllchen. . .

Ranking

Der Parkautomat „Am Landratspark“: erwirtschafte 79 000 Euro und ist damit Spitzereiter des Jahres 2016.

„Vizemeister“: Parkautomat Seminarweg bei der AOK: 69 000 Euro.

Dritter: Kleiner See: 63000 Euro.

Weitere „Platzierungen“: 4. Marienkirche (58000 Euro); 5. Seminarweg II (37000 Euro), 6. Backofenwiese (33000 Euro); 7. Schweinemarkt (20000 Euro): 8. Stadtbücherei (11 000 Euro);

9. Winklersgang Ost (9000 Euro); 10. Parkplatz Feuerwehr (1947 Euro), 11: Parkplatz Winklersgang Kitaparkplatz (1934 Euro); Schlusslicht ist der Sandparkplatz Winklersgang (1700 Euro).

 Wolfgang Glombik

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