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Segeberg Rekordsaison endet mit Action, Gags und Abschiedstränen
Lokales Segeberg Rekordsaison endet mit Action, Gags und Abschiedstränen
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08:29 08.09.2015
So sieht man „Winnetou“ sonst nie: Aus dem glatten Haarschopf des Apachen (Jan Sosniok, mit Ralf Bauer) ist eine Zauselfrisur geworden, was vom Publikum mit kräftigen Lachern und Applaus quittiert wird. Quelle: Fotos: Hiltrop
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Bad Segeberg

Es ist das beste Ergebnis, das die Karl-May-Spiele in ihrer Geschichte eingefahren haben: 346677 Besucher sind ins „Tal des Todes“ gepilgert, um dabei zu sein, wenn Winnetou, der berühmteste aller Apachenhäuptlinge, zusammen mit seinen Freunden das Böse in Form von fiesen Schurken bezwingt.

Kein Wunder also, dass die Konfettikanone am Sonntag am Ende der letzten Vorstellung immer wieder geladen wurde und der bunte Regen die sandige Arena färbte. „Der Zuspruch, den wir bekommen, ist einfach überwältigend“, freute sich Ute Thienel, Geschäftsführerin der Kalkberg GmbH. Sie dankte dem Team, das dafür gesorgt hatte, dass die 64. Saison der Karl-May-Spiele im Freilichttheater vor 7500 Zuschauern mit einem Rekordergebnis zu Ende ging — und mit jeder Menge Extras. Denn es ist Kult am Kalkberg, dass alle Darsteller noch einmal zur Action eine kräftige Kelle Witz drauflegen.

Obwohl der Humor in dem Stück sowieso nicht zu kurz kommt. Uhu „Fridolin“ trat mit Rose geschmückt auf, der Adler gar mit fremden Federn. Und ein mexikanischer Musiker mit Plüschmaus „Speedy Gonzales“.

Der Witz der Schauspieler kam vor allem in den Dialogen zum Vorschein: Schluckspecht Eiserner Pfeil (Nicolas König) nach einem Schluck aus der vermeintlichen Whisky-Pulle: „Zum Teufel, das ist kein Jim Beam.“ Bösewicht Roulin (Joshy Peters: „Ne, Eierlikör.“ Eiserner Pfeil: „Flasche leer, was erlauben“. Winnetou (Jan Sosniok) zu Paloma Nakana (Linda Holly): „Klar retten wir dich, das haben wir die ganzen 72 Vorstellungen gemacht.“ Als die Mine im Tal des Todes brennt, macht Georg von Adlerhorsts (Harald P. Wieczorek) Stuntdouble Kopfüber-Klimmzüge am brennenden Seil. Und ein Feuerwerk an der Cantina in San Miguel nimmt schier kein Ende — Miranda (Barbara Wussow) zu Roulin: „Was führt dich zu mir? Er: „Dein Tequila und deine Knallerei.“ Die Bar-Damie ließ sogar weiße Tauben fliegen, um in Liebe Abschied von Bad Segeberg zu nehmen.

Ob Old Firehands (Ralf Bauer) spontanes Solo-Tänzchen in Anlehnung an die TV-Show „Let‘s Dance“, bei der er dabei war, oder der Roulin-Konter: „Der Tanzheini muss verschwinden.“ Ob die zottelige Zauselfrisur von Winnetou nach einer Explosion oder die Riesen-Liddy von Sam Hawkens (Dirc Simpson): Die letzte Show hatte es erwartungsgemäß in sich. Dass so etwas allerdings tatsächlich ins Stück einfließt, da habe der Regisseur das letzte Wort, so Michael Stamp, der das Buch zum Stück schrieb.

„Rothaut“ Jan Sosniok und „Westmann“ Ralf Bauer verabschiedeten sich im Stück übrigens mit den Worten: „Wir sehen uns wieder, spätestens in acht Jahren.“ Was sie damit meinten? Das weiß wohl nur Manitu. Im „Tal des Todes“ flossen am Sonntag nicht nur Lachtränen, da kullerten auch wehmütige Abschiedstränen bei etlichen Statisten, die im Laufe eines Sommers zur Karl-May-Familie geworden sind.

Die Karl-May-Spiele überboten mit dem Besucherrekord ihre Top-Ergebnisse aus den vergangenen beiden Jahren: 2014 hatten 329393 Zuschauer die Inszenierung „Unter Geiern — Der Geist des Llano Estacado“ gesehen. 322424 Zuschauer waren 2013 zu „Winnetou I — Blutsbrüder“ nach Bad Segeberg gekommen.

Insgesamt gelang es den Karl-May-Spielen zum siebten Mal, die Marke von 300000 Besuchern zu überspringen.

Der Schatz im Silbersee
Vom sagenumwobenen Schatz im Silbersee wird seit Jahrhunderten an den Lagerfeuern der Trapper, den Saloons der Cowboys und in den Wigwams der Indianer erzählt. In den kristallklaren Wassern sollen die unermesslichen Reichtümer eines verschwundenen Volkes ruhen. Skrupellose Schatzjäger, die ihre Seele längst an den Teufel verkauft haben — wie der berüchtigte Cornel Brinkley — sind ihnen auf der Spur. Die Tramps stehlen Pferde, sie rauben und morden — doch sie haben ihre Rechnung ohne Winnetou gemacht.



Jan Sosniok als berühmter Apachenhäuptling stellt sich 2016 gemeinsam mit seinen Freunden am Fuße des Kalkbergs den Schurken in den Weg, um in den Jagdgründen der Utahs gegen das Böse zu kämpfen. Premiere ist am 24. Juni, gespielt werden bis zum 4. September 2016 wieder 72 Vorstellungen. hil

Heike Hiltrop

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