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Rennstrecke Klein Gladebrügge: Mehr als die Hälfte zu schnell

Klein Gladebrügge Rennstrecke Klein Gladebrügge: Mehr als die Hälfte zu schnell

Das Messgerät der Gemeinde Klein Gladebrügge liefert teils erschreckende Resultate: In dreieinhalb Wochen fuhren 180 000 Fahrzeuge durch den Ort. 56,31 Prozent von diesen Fahrzeugen waren zu schnell unterwegs. Der Spitzenreiter hatte 132 km/h auf dem Tacho - erlaubt sind dort 50 Stundenkilometer.

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„Das Messgerät hat viele neue Möglichkeiten zu bieten.“ Gerd Diedrichsen, Planungsausschuss

Klein Gladebrügge. Die Zahlen, die Gerd Diedrichsen als Vorsitzender des Planungs- und Umweltausschusses Klein Gladebrügge am Dienstag seinen Ausschussmitgliedern präsentierte, überraschten nicht nur die Einwohner. 181 126 Fahrzeuge hatte das Geschwindigkeitsmessgerät der Gemeinde in nur dreieinhalb Wochen gezählt.

Wenn die Klein Gladebrügger bislang von dem hohen Verkehrsaufkommen in ihrer Gemeinde berichtet hatten, haben — Hand aufs Herz— viele Auswärtige nur müde gelächelt und wahrscheinlich gedacht: Die übertreiben entsetzlich. Was der Ausschussvorsitzende dank des Messgerätes und einer neuen Software jetzt aber herausgefiltert hat, spricht Bände. An einem durchschnittlichen Tag im Dezember fuhren immerhin 7250 Fahrzeuge durch den Ort.

Ganz bitter: 56,31 Prozent von diesen Fahrzeugen waren zu schnell unterwegs. Die meisten Überschreitungen gab es im Zehnerbereich der erlaubten 50 Stundenkilometer, aber es gab auch richtig hohe Spitzenwerte. Aus Richtung Traventhal wurde ein Verkehrsteilnehmer mit 119 Stundenkilometern gemessen. Noch schneller war ein Fahrzeug in Richtung Bad Segeberg unterwegs. Sein Fahrer bretterte mit 132 Stundenkilometern aus Klein Gladebrügge heraus.

Wenn auch nicht mit diesen Resultaten, so zeigt sich Gerd Diedrichsen aber mit den neuen Möglichkeiten zufrieden, die das Messgerät zu bieten hat: „Erfasst werden alle Fahrzeuge beider Richtungen.

Erschreckend für mich ist dabei, dass mehr als jedes zweite Fahrzeug zu schnell im Ort unterwegs ist.“ Die Zahlen selbst untermauern das stetige Bemühen der Gemeinde, verkehrsberuhigende Maßnahmen genehmigt zu bekommen. Auch wenn diverse Anträge bislang keine Aussicht auf Erfolg hatten, hat Klein Gladebrügge erst im vergangenen Jahr erneut einen Forderungskatalog an den Kreis geschickt. Die Reaktion bislang: Der Kreis hatte angekündigt, selbst Geschwindigkeitskontrollen durchführen zu wollen. Das ist auch bereits geschehen und hat die Kreiskasse kräftig klingeln lassen. „Diese Daten haben zudem wiederholt die Messungen der Gemeinde bestätigt“, so Bürgermeister Arne Hansen. Von der Antragstellung im Juli bis jetzt ist bereits viel Zeit ins Land gezogen. „Das zeigt deutlich, wie zäh dieser Prozess ist“, so der überzeugte Radfahrer Arne Hansen.

Eine Steilvorlage für die Bemühungen der Gemeinde ist zudem ein Unfall, der sich in der vergangenen Woche auf der Kreisstraße 11 Richtung Traventhal ereignet hatte. Die Fahrerin eines Pkw ist dabei an der Einmündung zur K12 Richtung Schwissel verletzt worden, nachdem ihr dort von einem anderen Wagen die Vorfahrt genommen worden war. Auch dieser Bereich ist ein Gefahrenschwerpunkt, den Klein Gladebrügge immer wieder angemahnt hat. „Ob eine Straße als gefährlich eingestuft wird, hängt von der Unfallstatistik ab. Dabei zählen nur Unfälle, zu denen auch die Polizei gerufen wurde“, so Hansen, der inzwischen auf einen Vorstoß des Bundesverkehrsministeriums hofft. Danach soll eine Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 30 für Hauptverkehrsstraßen durch einen Ort erleichtert werden.

Bislang waren solche Maßnahmen kategorisch ausgeschlossen.

Täglich über 7000 Fahrzeuge

132 Stundenkilometer (bei Tempolimit 50 km/h) betrug die maximale Geschwindigkeit, die das Messgerät in Klein Gladebrügge zwischen dem 5. Dezember, 9 Uhr, und dem 30. Dezember, 12 Uhr, erfasst hat.

Einige ausgesuchte Messdaten:

Fahrzeuge Richtung Traventhal: 87144; Fahrzeuge Richtung Bad Segeberg: 94 982; Fahrzeuge gesamt: 181126; täglicher Verkehr: 7249 Fahrzeuge.

Geschwindigkeitsüberschreitungen:

Aus Richtung Traventhal: Höchstwert 119 km/h, 48,52 Prozent der Fahrzeuge waren zu schnell; in Richtung Bad Segeberg: Höchstwert 132 km/h, 63,9 Prozent der Fahrzeuge waren zu schnell.

Geschwindigkeit/Anzahl Fahrzeuge: langsamer als 20 km/h: 2525; 21 bis 30 km/h: 1584; 31 bis 40 km/h: 6775; 41 bis 50 km/h: 68467; 51 bis 60 km/h: 82460; 61 bis 70 km/h: 17 345; 71 bis 80 km/h: 2144; 81 bis 90 km/h: 273; mehr als 90 km/h: 56. pd

Petra Dreu

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