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Segeberg Rettungsaktion für verletzten Seeadler
Lokales Segeberg Rettungsaktion für verletzten Seeadler
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19:37 04.07.2017
Dr. Elvira v. Schenck (Fachtierärztin für Zoo- und Wildtiere) prüft den Zustand des verletzten Seeadlers. Quelle: WILDPARK
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Klein Gladebrügge/Großenaspe

Es war eine gemeinschaftliche Rettungsaktion für den „König der Lüfte“ durch Bundespolizei, Projektgruppe Seeadlerschutz und die Experten vom Wildpark Eekholt. Ein Lokführer hatte auf der Nordbahnstrecke zwischen Bad Segeberg und Bad Oldesloe einen Seeadler bemerkt, der an den Gleisen an einem toten Rehkitz fraß. Durch die Druckwelle des vorbeifahrenden Zuges wurde der Adler offenbar von der Beute zur Seite geschleudert, dabei zog er sich schwere Verletzungen zu. Er war flugunfähig.

Der Lokführer hatte den Fall sofort bei der Projektgruppe Seeadlerschutz gemeldet. Die hatte sich mit der Bundespolizei in Verbindung gesetzt. Die eingesetzte Streife beeilte sich, das unter Artenschutz stehende Tier zu retten und wurde auch schnell an den Gleisen nahe der Gemeinde Klein Gladebrügge fündig.

Die Beamten brachten den verletzten Greifvogel zur Vogelpflegestation in Eekholt. Dort wurde der Patient geröntgt und komplett untersucht. „Es ist zwar nichts gebrochen, der Vogel leidet aber unter schweren inneren Verletzungen. Als Intensivpatient wird er bei uns permanent betreut“, berichtet Wildpark-Geschäftsführer Wolf-Gunthram Freiherr von Schenck. Sorgen machen ihm und seiner Ehefrau, Tierärztin Dr. Elvira von Schenck Lähmungserscheinungen in einem Bein des Seeadlers. „Von daher können wir leider noch keine Prognose abgeben, ob er überlebt“, sagte von Schenck am Dienstag.

Immerhin zeige der Eekholt-Schützling einen starken Lebenswillen und fresse wieder. „Wir tun alles für ihn.“ Bei dem Tier handelt es sich um einen ausgewachsenen Adler, der aber nicht beringt ist und dessen Geschlecht schwierig zu bestimmen sei. Die Projektgruppe Seeadlerschutz untersuche zurzeit, ob in den Adlerhorsten der Region Jungvögel nicht mehr gefüttert werden. Die dürften jetzt aber schon so groß sein, dass sie selbstständig jagen könnten, schätzt von Schenck.

Besichtigt werden kann das verletzte Wildtier mit den mächtigen Schwingen auf der Krankenstation leider nicht. Dafür seien im Wildpark aber fünf andere prächtige Artgenossen zu bestaunen, so der Wildpark-Geschäftsführer.

ov/wgl

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