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Segeberg Rewe plant neue Zentrale mit über 900 Mitarbeitern
Lokales Segeberg Rewe plant neue Zentrale mit über 900 Mitarbeitern
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11:24 24.02.2016
Verlierer des Ortswechsels von Rewe könnte Norderstedt werden, dort hat Rewe Nord einen Standort im Gewerbegebiet Oststraße. Quelle: Fuchs

 Mit mehr als 900 Mitarbeitern wäre Rewe Nord auf einen Schlag der größte Arbeitgeber in Henstedt-Ulzburg, freut sich Bauer über diese Unternehmensansiedlung, der der Finanz- und Wirtschaftsausschuss bereits zugestimmt hat.

„Das wäre eine Win-Win-Situation für die Gemeinde wie für das Unternehmen.“

Bürgermeister Stefan Bauer

„Das wäre eine Win-Win-Situation für die Gemeinde wie für das Unternehmen“, ist Bürgermeister Bauer überzeugt. Rewe suche dringend einen neuen Standort im Norden Hamburgs für Logistik und Verwaltung.

Er verspreche sich davon höhere Einkommen- und Gewerbesteuereinnahmen. „Rewe wäre erst der 17. Betrieb in unserem Ort, der mindestens einen sechsstelligen Betrag an Gewerbesteuern zahlt.“ Hinzu käme „eine Sogwirkung“, die diese Firmenansiedlung auf andere große Unternehmen ausstrahlen würde.

Verlierer dieses Ortswechsels wäre die Stadt Norderstedt, wo Rewe Nord zurzeit im Gewerbegebiet Oststraße, nur einige Hundert Meter Luftlinie von Henstedt entfernt, seinen Verwaltungssitz als „Untermieter von Penny“ hat, wie Rewe-Nord-Sprecherin Daniela Beckmann sagt. Die dort zurzeit 380 Beschäftigten würden dann in die neue Verwaltung in Henstedt-Ulzburg umziehen, wo zudem noch ein neues Zentrallager mit 490 Beschäftigten errichtet werde. „Wir rechnen bis 2019, wenn der erste Bauabschnitt vollzogen ist, mit etwa 60 zusätzlichen Mitarbeitern“, begründet die Rewe-Nord-Sprecherin Daniela Beckmann, wie sie auf die Gesamtmitarbeiterzahl von 930 kommt. Rewe Nord habe ein Personalwachstum von 30 Prozent in den vergangenen sieben Jahren gehabt. „Von hier aus sollen künftig alle 250 Rewe-Märkte in Hamburg und Schleswig-Holstein mit täglich frischer Ware beliefert werden.“

Als Standort kommt das Gewerbegebiet am Autobahnzubringer zur A7-Anschlussstelle in Henstedt-Ulzburg in Frage, erklärt Bürgermeister Bauer. 21 Hektar würden dafür benötigt. Diese Fläche sei noch nicht komplett im Eigentum der Gemeinde. Es stünden aber mit 6,5 Millionen Euro ausreichend Finanzmittel für die notwendigen Grundstückzukäufe im Haushalt zur Verfügung. „Gehen Sie davon aus, dass die Gemeinde bis zum Vertragsabschluss mit Rewe diese Flächen in ihrem Besitz hat“, versicherte Bauer auf Nachfrage.

Für die Lebensmittelkette Rewe sei dies eindeutig der Wunsch-Standort, was Rewe-Nord-Logistikleiter Andreas Persigehl bestätigt. „Das ist kein Luftschloss, das wir hier planen. Wir haben die Märkte und die Kunden und somit den konkreten Bedarf für diesen neuen Zentralstandort für Rewe Nord.“ Ein zweistelliger Millionen-Betrag soll in die nördlichste der 16 Zentralstandorte des Lebensmittelkonzerns investiert werden, der nach eigenen Angaben 2014 mit 90000 Mitarbeitern in 3000 Märkten rund 17 Milliarden Euro umgesetzt hat. Bürgermeister Bauer erwartet in den nächsten Wochen einen positiven Grundsatzbeschluss der Gemeindevertretung, dass sich Rewe hier ansiedeln soll und der Bebauungsplan entsprechend geändert werden kann.

Ein Selbstgänger wird das allerdings nicht sein. Die Wählergemeinschaften WHU und BFB, die zusammen über 17 der 41 Sitze im Gemeinderat verfügen, haben sich kritisch bis ablehnend zu dieser Neuansiedlung geäußert. Neben den Einmaleffekten müssten die Verkehrsprobleme und die Unterhaltungskosten für die Infrastruktur in Betracht gezogen werden, warnt Carsten Schäfer von der BFB. „Unter dem Strich sollte es gut für Henstedt-Ulzburg sein.“ Davon sei seine Fraktion hierbei leider nicht überzeugt.

Burkhard Fuchs

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