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Rickling: Alte Schule soll Sozial- und Kulturzentrum werden

Rickling Rickling: Alte Schule soll Sozial- und Kulturzentrum werden

VHS, Tagespflege, Medienwerkstatt, plattdeutsche Bücherei, Gastronomie und Platz für Gemeinde und Vereine: Die Gemeinde will eine Studie zur Machbarkeit in Auftrag geben.

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Über 100 Jahre alt ist die Alte Schule in Rickling, doch seit Jahren wird sie kaum noch genutzt. Die Idee: ein Bildungs-, Sozial- und Kulturzentrum.

Rickling. Seit einigen Jahren steht die ehemalige Hauptschule in Rickling weitgehend leer und gleicht eher einem Lagerhaus denn einer Bildungseinrichtung. In einigen Klassenräumen stehen Möbelspenden. Im Flur sind alte Computermonitore aufgereiht. Bis auf einen kleinen Druckverlag für das Mitteilungsblatt „Land und Leute“ und die Bücherei des Plattdütsch-Vereen to Rickel ist nicht viel los in dem über 100 Jahre alten Backsteingebäude mit vier großen Klassenräumen und einigen kleineren. Doch genau diese beiden Mieter könnten die Anfangsbausteine für die ersehnte Belebung der Alten Schule sein. Denn das Gebäude soll Sozialbildungs- und Kulturhaus werden. Die Gemeindevertretung Rickling will nächste Woche eine Machbarkeitsstudie dazu in Auftrag geben.

LN-Bild

VHS, Tagespflege, Medienwerkstatt, plattdeutsche Bücherei, Gastronomie und Platz für Gemeinde und Vereine – Gemeinde will Studie zur Machbarkeit in Auftrag geben.

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Uwe Milbrandt steht vor einem Karton mit Bücherspenden. Sie müssen noch sortiert werden, nicht alles ist auf platt, aber vieles. Genau wie auf den Regalborden an der Wand des alten, schlauchförmigen Klassenraums. Auch die alten Schulbänke stehen hier noch, nur die Tafel wirkt neuer. „Moin“ steht dort geschrieben. Seit 2010 baut der Plattdütsch-Vereen seine Bücherei im Schulgebäude auf. „Elfhundert Bücher sind es inzwischen“, erzählt Milbrandt nicht ohne Stolz. Angefangen habe man mit 100. Zwischen den „Beukern“ stehen Pokale – die Plattschnacker haben sie beim Schützenfest gewonnen. Der 1953 gegründete Verein sei noch immer aktiv, so Milbrandt. Zu den monatlichen Treffen kämen immer um die 30 Leute. Doch die Ausleihzeit danach könnte besser genutzt werden, räumt er ein. „Da ist noch Luft nach oben.“

Vielleicht ja mit Hilfe eines neuen Konzepts für das Haus als Kultur- und Bildungsstätte. Ideen und Interessenten gibt es zuhauf, wie Manfred Czub sagt, Vorsitzender des Gemeindeentwicklungsausschusses. Die Volkshochschule etwa benötigt dringend neue Räume. Sie ist derzeit noch im Bauhof angesiedelt, doch der Platz wird dort gebraucht für eine Erweiterung. Außerdem könnten in der Alten Schule Räume entstehen, die die Vereine im Dorf nutzen können, etwa der Seniorenbeirat und der Plattdeutschverein mit seiner Bücherei, nennt Czub Beispiele. In einem Multifunktionsraum könnten Sitzungen stattfinden und kulturelle Veranstaltungen. Denkbar sei auch ein kommunales Kino und eine Medienwerkstatt von Land und Leute und Rickel TV. „Hier könnten Schüler zuschauen, wie Filme gemacht werden, aber auch mitmachen“, sagt Czub.

Sein Ausschuss empfiehlt dem Gemeinderat, das Projekt Kulturzentrum voranzutreiben. Ein Konzept muss entwickelt werden, die Machbarkeit geprüft, Fördermöglichkeiten ausgelotet werden. Hier müssen Planer und ein Architekturbüro beauftragt werden. Große Umbaumaßnahmen werden wohl notwendig sein. Größte Hürde dürfte die Finanzierung werden. „Eine erste Schätzung geht von einer Million Euro Kosten aus“, so Czub. „Das kann die Gemeinde nicht allein stemmen.“ Deshalb müssen auch zahlungskräftige Mieter in das Haus einziehen, damit sich der Betrieb dauerhaft finanzieren lässt. Einen großen Interessenten gebe es laut Czub bereits: „Die Diakonie Altholstein möchte mit einer Tagespflege in die Alte Schule einziehen.“ Auch Gastronomie, ein kleiner Kiosk etwa, sei denkbar oder anderes Gewerbe, um das Haus zu finanzieren.

Um Fördergelder für den Umbau einzuwerben, brauche das Haus aber eine Strahlkraft über die Grenzen Ricklings hinaus, daher müsse ein vernünftiges Konzept erarbeitet werden, so Czub. „Was hilft, ist eine gewissen Einmaligkeit in der Region.“ Auch das soll Bestandteil des anstehenden Beschlusses im Gemeinderat am 3. August (20 Uhr, Kirchengemeindehaus) sein. Beschließt die Vertretung das Vorhaben, so hofft Czub, könnte die Machbarkeitsstudie bis Herbst vorliegen und im Frühjahr 2017 der Förderantrag gestellt werden.

„Das klingt gut“, findet Uwe Milbrandt vom plattdeutschen Verein und hat gleich weitere Ideen. Einen Heimatraum in Verbindung mit der Bücherei. Bei der Arbeit zur Chronik anlässlich des 850.

Geburtstags der Gemeinde habe man viele schöne alte Bilder gefunden, die man ausstellen könnte. An Ideen mangelt es also nicht.

Die Bank in Rickling geht – einziehen könnte die VHS

Die Volkshochschule in Rickling benötigt für ihre Arbeit Räume. Aus dem Bauhof muss sie ausziehen, denn der braucht den Platz nun für eigene Zwecke – als Sozialräume für die Mitarbeiter.

Wohin also mit der VHS? Irgendwann soll die Bildungseinrichtung mal in das entstehende Bildungs- und Kulturzentrum, zu der die Alte Schule umgebaut werden soll. Bis dieses Vorhaben aber verwirklicht ist, wird mindestens noch ein Jahr ins Land ziehen.

Was tun? Es zeichnet sich eine Lösung ab, über die die Gemeindevertretung in Rickling am Mittwoch, 3. August, diskutieren wird. „Die Volksbank hat uns angeboten, dass wir deren Geschäftsräume günstig mieten können“, sagt Manfred Czub, Vorsitzender des Gemeindeentwicklungsausschusses, der sich mit dem Thema bereits beschäftigt hat. Wie mehrfach berichtet, zieht sich die Volksbank aus Rickling zurück und wird ihre Filiale zum 30. November schließen.

I n die leer werdenden Räume könnte bis zur Verwirklichung des Kulturzentrums die Volkshochschule einziehen, so die Idee. „Das hätte auch den Vorteil, dass wir garantieren könnten, dass zumindest der Bankautomat im Ort erhalten bleibt“, so Czub. „Wichtig ist die Sicherstellung der Bargeldversorgung der Gemeinde.“ Lehnt der Gemeinderat die Anmietung der Geschäftsräume der Bank an der Dorfstraße ab und ein anderer Mieter zöge ein, sei das nicht mehr gewährleistet.

 Nadine Materne

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