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Segeberg Zwölf neue Keuchhusten-Fälle
Lokales Segeberg Zwölf neue Keuchhusten-Fälle
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21:37 18.04.2018
Bordetella pertussis, Erreger des Keuchhustens. Quelle: Centers for Disease Control and Prevention's Public Health Image Library (PHIL)/hfr
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Rickling

„Sensibilisiert durch die Berichterstattungen über die Keuchhustenerkrankungen in Bornhöved und Trappenkamp wurden Hustensymptomatiken in den vergangenen Wochen vermehrt mit einer möglichen Keuchhustenerkrankungen in Verbindung gebracht“, heißt es in der Mitteilung des Kreises weiter. Hausärzte hätten daraufhin eine entsprechende Diagnostik veranlasst. So sei bereits vor Ostern bei einem Schüler der Grundschule Rickling eine Keuchhustenerkrankung festgestellt worden. Mittlerweile seien in der Grundschule Rickling bei einem Erwachsenen und vier Kindern die entsprechenden Erreger nachgewiesen worden, im benachbarten Kindergarten bei sieben Kindern.

Eine Keuchhustenerkrankung werde klassisch durch das Bakterium Bordetella pertussis verursacht. Bei allen zwölf Erkrankten in Rickling sei jedoch die verwandte Erregerform Bordetella parapertussis festgestellt worden. Nach Angaben des Gesundheitsamtes ist der Verlauf dabei in der Regel etwas leichter als beim klassischen Erreger. Behandlung, Diagnostik und Maßnahmen seien aber identisch. Generell gelte: „Wer Krankheitszeichen bemerkt, sollte einen Arzt aufsuchen“, so Sabrina Müller, Sprecherin des Kreises Segeberg.

Wie berichtet, waren im März in Bornhöved und Trappenkamp 15 Keuchhusten-Fälle ärztlich bestätigt worden. Betroffen waren Personen mit Bezug zur Grundschule Trappenkamp, zur Sventana-Schule Bornhöved und zur Richard-Hallmann-Schule Trappenkamp. „Bedingt durch verschiedene Organisationsfaktoren, beispielsweise Arbeitsgruppen, war es nicht möglich, die Kontaktpersonen zu den Erkrankten genau festzulegen“, betont Sabrina Müller. Deshalb hätten insgesamt 1400 Personen unter der Beobachtung des Fachdienstes Infektionsschutz und Gesundheitsschutz gestanden. Die Situation dort habe sich aber mittlerweile entspannt. Am Montag nach den Ferien seien noch zwei Kinder auf die „Hustenliste“ gesetzt worden. Werde der Erreger bei ihnen nicht nachgewiesen, gelte der Keuchhusten-Ausbruch dort als abgeschlossen.

In Rickling hingegen würden hustende Schüler, Kindergartenkinder, Lehrer und Erzieher, die Kontakt zu den Erkrankten hatten, nun von der Schule beziehungsweise der Kita in eine so genannte „Hustenliste“ aufgenommen. Diese Liste werde von der Schule an den Fachdienst Infektionsschutz weitergeleitet. Daraufhin erhielten die Hustenden und Krankheitsverdächtigen eine Ordnungsverfügung, in der schriftlich ein Betretungsverbot angeordnet werde. Im Regelfall werde ein Betretungsverbot 21 Tage nach Hustenbeginn wieder aufgehoben.

Es könne aber auch vorzeitig von der Gesundheitsbehörde aufgehoben werden, wenn ein Beleg für eine fünftägige, geeignete Antibiotikabehandlung vorgelegt werden oder ein negativer Erregernachweis aus einer Abstrichprobe aus dem Nasenrachen vorliege. „Aufgrund der langen Inkubationszeit, also der Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Symptome, sowie der langen Ansteckungsfähigkeit bei Keuchhusten rechnet das Gesundheitsamt erneut mit einer längeren Ermittlungsdauer, die Wochen andauern wird“, sagt Sabrina Müller. Die Inkubationszeit betrage etwa sechs bis 20 Tage.

Bis zum Dienstag war nichts darüber bekannt, dass die Keuchhustenfälle Auswirkungen auf den Betrieb von Grundschule und Kita gehabt haben.

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