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Segeberg „Rinkieker“ und „Kümmerer“ gesucht
Lokales Segeberg „Rinkieker“ und „Kümmerer“ gesucht
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21:31 22.04.2016
Immer mehr Senioren leben im Kreis. Ulrich Mildenberger, Anja Voss und Simone David (r.) entwickeln Projekte für Alleinstehende. Quelle: Glombik

„Es gibt immer mehr alte Menschen im Kreis Segeberg, der demographische Wandel geht uns alle an“, sagt Fachdienstleiterin Anja Voss auf einer Pressekonferenz mit Landrat Jan Peter Schröder. Gerade der Kreis Segeberg werde im landesweiten Vergleich bis 2030 den größten Zuwachs an alten Menschen haben, teilweise bis zu 50 Prozent. Gerade im Amt Trave-Land und in den ländlichen Regionen des Kreises werde es einen deutlichen Zuwachs an Senioren geben. Drei Projekte sollen nun die Situation älterer, oftmals pflegebedürftiger Menschen auf dem Lande verbessern. Ulrich Mildenberger vom Pflegestützpunkt möchte neue ehrenamtliche Strukturen aufbauen. Junge Familien ziehen in die Städte, lassen die ältere Generation zurück. Viele leben allein. Hier sollen nun „Rinkieker“ im Raum Bornhöved/Trappenkamp und „Kümmerer“ für die Gemeinden Damsdorf, Gönnebek, Schmalensee, Stocksee, Tarbek und Tensfeld drohende Isolation verhindern.

Mildenberger: „Wir suchen Rinkieker als mobile Ehrenamtliche, die sich um ältere Menschen kümmern.“ Sie sind Ansprechpartner, die sich im Dorf um Kontakte bemühen. Sie schenken Zeit, sind Klön-Partner, begleiten Ältere bei Fahrdiensten zu Ärzten, fahren sie zum Einkauf. Wenn der alte Herr Meyer lange nichts von sich hören ließ, klopfen sie mal an.

Der „Kümmerer“ ist eher Vermittler, kennt viele im Dorf, weiß, wo sich Senioren zum Kaffee treffen, kann Hilfen vermitteln oder kennt jemanden, der zum Einkaufen oder zum Arztbesuch den betagten Herr Meyer mitnehmen kann. Der „Kümmerer“ weiß auch, wie man an professionelle Hilfen herankommt, wurde dafür auch vom Kreis als Ehrenamtlicher geschult.

Los geht es mit diesen Projekten jetzt im Amt Bornhöved. Dort soll jetzt eine Sozialpädagogin mit halber Stelle die Strukturen „Kümmerer“ und „Rinkieker“ aufbauen. Schon jetzt haben sich dort drei Ehenamtliche gemeldet. Wenn noch mehr Bürger Interesse haben hier zu helfen, können sie sich beim Pflegestützpunkt Bornhöved oder beim Kreis melden. „Wir würden die Projekte auch gern auf andere ländliche Räume im Kreis ausdehnen“, sagt Mildenberger. Der Großteil älterer Menschen lebe in gutem sozialem Umfeld, aber es gebe eine wachsende Zahl von Senioren, die keine soziale Kontakte haben.

Schröder: „Wir wollen den pflegebedürftigen Menschen ermöglichen, solange es geht in ihrem Zuhause zu bleiben.“

Zusätzlich bietet der Kreis jetzt auch eine Online-Angebots-Portal SeniorenNetz.Segeberg.de an. Hier soll es einmal einen umfassenden Überblick für alle möglichen Angebote vor allem für Senioren geben. Das können Sportkurse für Ältere sein, auch Klönschnack-Runden oder Knobelgruppen. Die neue Internetseite ist noch im Aufbau, der Kreis ist bei der Gestaltung auf viele Tipps und Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Per Kontaktformular auf der Seite SeniorenNetz.Segeberg.de können diese mitgeteilt werden.

Von wgl

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