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Risse im Asphalt: Wirtschaftsweg an der Trave könnte wegbrechen

Högersdorf Risse im Asphalt: Wirtschaftsweg an der Trave könnte wegbrechen

Ein Geologen-Gutachten kommt zu dem Schluss: Die Straße in Högersdorf, die vor allem von landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt wird, könnte wieder abrutschen.

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Wetterbedingte Kriechbewegungen und schwere landwirtschaftliche Fahrzeuge haben zur Rissbildung in der Straße geführt. Bürgermeisterin Renate Wieck hat deshalb ein Bodengutachten in Auftrag gegeben.

Högersdorf. Betretendes Schweigen unter den Högersdorfer Gemeindevertretern: Aufmerksam hörten sie am Montag den Ausführungen des Diplom-Geologen Andreas Kattenhorn (GBU – Gesellschaft für Baugrunduntersuchungen und Umweltschutz mbH) zu. Und der hatte keine guten Nachrichten. Ihm haben sie den Auftrag erteilt, ein Gutachten über einen kritischen Teil des Wirtschaftsweges an der Trave anzufertigen. Denn der Bereich weist große Risse im Asphalt auf, außerdem ist es dort vor 14 Jahren zu einem Abrutschen gekommen. Jetzt muss die Gemeinde wohl handeln, um einen weiteren Vorfall dieser Art zuvorzukommen. Nur wie?

LN-Bild

Geologen-Gutachten kommt zu dem Schluss: Straße in Högersdorf, die vor allem von landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt wird, könnte wieder abrutschen.

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„Nach heutigen DIN-Normen hätte dort kein Wirtschaftsweg gebaut werden dürfen.“ Geologe Andreas Kattenhorn

Kattenhorn hat über eine Weglänge von etwa 100 Metern sechs Sondierbohrungen vorgenommen, zwei in Hangnähe, vier an der Böschungskante zur Trave hin. Die Ergebnisse hat er in Grafiken dargestellt, die er nun den Gemeindevertretern vorlegte. Der Boden sei zwar gewachsener Mergel und habe eine steife Konsistenz, jedoch handele es sich auch um plastischen Ton, der zum Quellen neige und daher eine „Kriechverformung“ begünstige. „Deshalb auch die Risse im Asphalt“, so Kattenhorn. Der Experte erklärte kurz die Grundzüge einer sogenannten Böschungsbruchberechnung, bei der widerstehende und reagierende Kräfte einander gegenübergestellt und charakteristische Bodenkennwerte genutzt würden. Und bei seiner Berechnung mit den realen Werten sehe es schlecht aus, da gebe es keine Standsicherheit mehr. „Sie sagen also, dass die Tragkraft der Straße nicht mehr gegeben ist“, fragte Gemeindevertreter Stefan Thoms entgeistert. Was Kattenhorn bejahte. Nach heutigen DIN-Normen hätte dort kein Wirtschaftsweg gebaut werden dürfen, so seine Einschätzung.

Doch der Geologe gab den Kommunalpolitikern auch mögliche Lösungen an die Hand. Ein Ansatz: Die schadhafte Stelle reparieren, für viel Geld das früher einmal eingebrachten Auffüllmaterial ausbaggern und die Fläche mit Dübelpfählen oder Spundwänden sichern. „Eine weitere Möglichkeit ist es, die treibenden Kräfte zu reduzieren“, so Kattenhorn. Doch in diesem Fall seien sie bis auf den schweren landwirtschaftlichen Verkehr naturgegeben: Wasser, Temperatur und Erosion. Eine kostengünstigere Alternative sei es, den Weg um ein paar Meter in Richtung Hang zu verschieben und den Boden mit einem speziellen Geotextil zu versehen. Das nehme die dort wirkenden Zugkräfte auf und verteile sie über die Gesamtfläche. Allerdings: Welche Kosten auf die Gemeinde zukommen können, blieb an dem Abend noch unbeantwortet.

„Die Rutschung kann spontan passieren und durch Frost, Regen und schwere Last ausgelöst werden“, betonte der Geologe und verglich das Stabilitätsproblem mit einem Erdbeben. Das könne niemand korrekt vorhersagen, doch kleine Vorbeben würden es ankündigen.

Diese Nachricht mussten die Gemeindevertreter erst einmal sacken lassen, hatten einige von ihnen doch auf ein positives Ergebnis gehofft. „Das waren viele Infos, die müssen wir nun verarbeiten“, sagte Bürgermeisterin Renate Wieck. Erste Maßnahme der Gemeinde: Sie will an dem Weg ein Warnschild aufstellen.

 Silvie Domann

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