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Segeberg Ritter Rantzaus Gesundheitstipps: Maßhalten bei Wein und Ochsen
Lokales Segeberg Ritter Rantzaus Gesundheitstipps: Maßhalten bei Wein und Ochsen
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19:13 29.06.2016

Heinrich Rantzau war nicht nur Statthalter des dänischen Königs und verantwortlich für die Herzogtümer Schleswig und Holstein, er war auch als Autor tätig. Unter anderem hat er sich Sorgen um die Gesundheit seiner Söhne gemacht und ihnen den Ratgeber „Von der Erhaltung menschlicher Gesundheit“ gewidmet. Das Manuskript ist 1573 Detlef Silvius aus Holstein in die Hände gefallen, der ein Vorwort dazu in Bad Segeberg schrieb und das Buch verlegte. Es galt lange Zeit als ein wichtiger medizinischer Ratgeber.

Ritter Rantzau (Manfred Quaatz) war nicht nur Statthalter sondern auch Autor. So schrieb er für seine Söhne „Von der Erhaltung menschlicher Gesundheit“. Quelle: Domann

„Ernährung ist heute ein Gebiet des Glaubens.“ Dr. Uwe Denker

Im Antiquariat Berghalle gab es jetzt daraus einige Gesundheitstipps aus dem 16. Jahrhundert zu hören. „Ritter Rantzau“ alias Manfred Quaatz referierte aus dem Buch, einen Bezug zur heutigen Medizin stellte Dr. Uwe Denker von der „Praxis ohne Grenzen“ her. Museumsleiter Nils Hinrichsen gab weitere Infos zu Rantzaus Leben.

Für Rantzau war Gesundheit ein Zustand des Körpers, in dem er nicht von Schmerzen gequält wird und seine Funktionen nicht beeinträchtigt sind. Jede Abweichung davon war Krankheit. Außerdem war der Körper wegen der Sünde zum Tode bestimmt. Hinzu kamen, so seine Rantzaus Überlegungen, ungünstige Einflüsse der Gestirne. Heute sei Gesundheit als körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden definiert, außerdem sei sie ein Menschenrecht, so Denker.

Rantzau widmet sich in einem Kapitel dem Wasser. Es soll weder Geruch, noch Geschmack haben. Das leichteste ist das Regenwasser, dann kommen Quell, Fluss- und Brunnenwasser. Diesen Ausführungen schließt sich der heutige Arzt an. Auch der Weinkonsum hat Rantzau beschäftig: In Maßen genossen, stärkt er die Kräfte, vermischt die Körpersäfte und reinigt durch Schweiß und Harn. Übermäßiger Genuss schadet Körper, Nerven und Manneskraft, so Rantzau. Und das ist auch heute so, sagte Denker, der erzählte, dass in einem 200 Jahre alten Hausbuch stehe, dass Weiber keinen Wein trinken dürften.

Maßhalten gilt auch für das Essen, leicht verdauliche Sachen wie Feigen, frische Hühner oder Fische von felsigen Orten sollen Linsen, Oliven, Ochsenfleisch oder Sumpfvögeln vorgezogen werden.

Jede Völlerei ist schlecht für den Magen. „Ernährung ist heute ein Gebiet des Glaubens“, entgegnete Denker. Die beste Ernährung sei für ihn die mediterrane Kost mit Gemüse, Obst und wenig Fleisch.

Auf einen interessanten Punkt machte Hinrichsen aufmerksam. Er las eine nicht endende Essensliste von adligen Gesellschaften im 16. Jahrhundert vor. Jegliches Tier wurde gegessen. „Für das gemeine Volk war kein Fleisch übrig, eine lange Zeit haben die nur Getreidebreie gegessen.“ Er erklärte, warum: Die Bevölkerungsexplosion hatte die Fleischproduktion eingeholt.

Silvie Domann

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