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Segeberg Rochade beim Kreissportverband
Lokales Segeberg Rochade beim Kreissportverband
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21:28 08.02.2018
Personelle Veränderungen stehen beim Kreissportverband Segeberg an: Geschäftsführer Dieter Prahl (Mitte), Vorsitzender Sven Neitzke (r.) und der stellvertretende Vorsitzende Holger Böhm. Quelle: Foto: Irene Burow
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Bad Segeberg

Gemeinsam begleiten sie über 200 Vereine und rund 65000 Mitglieder. Es sind riesige Fußstapfen, die Prahl hinterlässt. Er leitet den Verband seit 1983 verwaltungstechnisch. Die kommenden Monate will der Verbandsvorsitzende Sven Neitzke nun dafür nutzen, sich in diese verantwortungsvolle Position einzuarbeiten. Denn er, so will es der Vorstand, soll ab 2019 Prahls Nachfolger werden. „Einen Prahl ersetzt man nicht einfach so. Er kennt jeden Platz und jede Halle auf den Zentimeter genau“, sagt der stellvertretende Verbandsvorsitzende Christian Detlof. „Das wird ’ne heikle Sache.“

Beim Verbandstag am 25. Juni in Trappenkamp wird Neitzke offiziell seinen Rücktritt erklären. „Der Verband kann die Stelle des Geschäftsführers ausschreiben oder selbst suchen. Wir wollten selbst suchen, dafür mussten wir nicht mal den Raum verlassen“, so Detlof. Damit wird der Posten des Vorsitzenden frei, – dafür wird Holger Böhm vorgeschlagen, der jetzt ebenso stellvertretender Vorsitzender des KSV ist. Sein Posten wiederum wird vakant.

Dass die Positionen innerhalb der Führungsebene verschoben werden, sehen alle als Vorteil. „Das wird den Übergang erleichtern. Denn der Bekanntheitsgrad von Prahl ist in der Politik, in der Kreisverwaltung und in den Vereinen grandios“, sagt Detlof. Und auch die Vorstände sind keine Unbekannten. Neitzke gehört dem Gremium seit 1998 an, ist studierter Diplom-Pädagoge und Versicherungsfachwirt. Er lebt in Aukrug im Kreis Rendsburg-Eckernförde und ist seit 2012 Vorsitzender des Großenasper SV. Im gleichen Jahr hatte er den Vorsitz von Urgestein Hans Siebke übernommen, der die Aufgabe seit 1980 mit Leben gefüllt hat und nun Ehrenvorsitzender ist.

„Neitzke kennt als Vorsitzender auch jeden Stein. Er bringt Zahlenverständnis und Wissen aus der Vorstandsarbeit mit. Eine Suche von außen wäre deutlich schwerer gewesen“, sagt Holger Böhm.

„Wir wollen die Qualität für die Vereine aufrechterhalten. Das ist die beste Lösung.“ Ihn selbst habe man nicht weichklopfen müssen: „Meine Bedingung war, dass das Team zusammenbleibt.“ Böhm ist von Berufs wegen Versicherungsmakler, seit 2003 Vorsitzender des SV Todesfelde und seit 2012 im KSV-Vorstand.

Maßnahmen infolge der Regionalkonferenzen

Herausforderungen gibt es für den KSV genug. Gewinnung neuer Mitglieder und Ehrenamtler, Zeitaufwand, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, überbordende Bürokratie, überalternde Vorstände und fehlende Hallenzeiten: Das sind im Wesentlichen die Probleme, die es bei den Sportvereinen im Kreisgebiet gibt. Das hat die Auswertung aller sechs Regionalkonferenzen ergeben. Diese sind im vergangenen Jahr in Leezen, Klein Rönnau, Trappenkamp, Bad Bramstedt, Kaltenkirchen und Norderstedt veranstaltet worden, um den Dialog zur Basis zu verbessern. Entsprechend hat es sich der KSV nun auf die Fahnen geschrieben, die Mitgliedsvereine nach Kräften zu unterstützen. „Den Ehrenämtern wird immer mehr Wissen abverlangt zu Versicherungen, Finanzen oder Haftungsfragen“, sagt Christian Detlof. „Die Zeit fließt in bürokratische Auflagen statt in den eigentlichen Vereinsgedanken, wie gesellschaftliche Veranstaltungen, Vernetzung, Mitgliederwerbung.“

Bei Ehrungen, Qualifizierungen, Lobbyarbeit soll nachgebessert werden. Vereinsübergreifende Treffen, Kooperationen und mehr Unterstützung sollen helfen, dass die Vereinsidentität nicht weiter verloren geht. Zugute kommt dem KSV die derzeit brummende Wirtschaft; durch steigende Steuereinnahmen kann der Kreis investieren: Unter anderem in die Sportförderung (siehe Info-Text). Der Kreis stellt derzeit jährlich 480000 Euro für den Sportstättenbau zur Verfügung, die Förderperiode ist um zwei Jahre bis 2021 verlängert worden. „Was früher nicht angepackt wurde, ist jetzt dringend notwendig. Irgendwann geht’s auch nicht mehr. Wir freuen uns, dass die Kreispolitik uns gefolgt ist“, so der Noch-Vorsitzende Sven Neitzke.

Seit 1. Januar: Übungsleiterpauschale wurde erhöht

Die Übungsleiterpauschale wird von 2,50 auf drei Euro pro Stunde erhöht. Erstmals bekommen auch Übungsleiter im Erwachsenenbereich wieder eine Pauschale (drei Euro), seit 1999 gab es hier keine Förderung mehr.

Die Aus- und Fortbildung beim KSV wird nun mit 25000 Euro statt 5000 Euro gefördert. Die Richtlinien für den Bau und Verbesserung an Sportstätten wurden angepasst: Unter anderem sind nun bei neuen Rasenspielfeldern, Beleuchtungsanlagen und Sportlerheimen bis zur Hälfte der Kosten förderfähig.

Konkret investiert wird in den kommenden Monaten unter anderem in Rasenplätze und Vereinsheime in Kaltenkirchen, einen Kunstrasenplatz in Wahlstedt, einen Zaun in Sülfeld und ein Multifunktionshaus für Gemeinde, Sport und Feuerwehr in Weede.

 Irene Burow

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