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Rohlstorf gegen den Kreis: „Wir werden ausgenutzt“

Rohlstorf Rohlstorf gegen den Kreis: „Wir werden ausgenutzt“

Nachdem die Asylbewerberunterkunft im ehemaligen Gasthof am See nicht mehr benötigt wird, will der Kreis Segeberg dort bereits anerkannte Flüchtlinge für die Wohnungssuche fit machen. Dagegen laufen nun Gemeindevertreter Sturm.  Sie wollen die Gemeinde anwaltlich beraten lassen.

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Der Gasthof am See sorgt für neuen Unmut. Ab Januar sollen hier anerkannte Asylbewerber für die Wohnungssuche fit gemacht werden.

Quelle: Fotos: Petra Dreu

Rohlstorf. Was war das für ein Aufschrei, als zur Zeit der größten Flüchtlingskrise die Pläne des Kreises bekannt wurden, den leerstehenden Gasthof am See aufzukaufen und zu einer Asylbewerberunterkunft umzufunktionieren. Selbst die größten Kritiker, die Schlimmstes für sich und ihre Familien befürchtet hatten, sind heute verstummt. Nennenswerte Probleme hat es nie gegeben. In Warder ist die Welt wieder in Ordnung, könnte man meinen. So ganz aber stimmt das nicht.

Grund für den erneuten Unmut ist der Plan, den der Kreis Segeberg nun mit dem Gasthof am See hat. Weil die Asylbewerberunterkunft in Schackendorf derzeit ausreichend ist, könnte der Gasthof am See, den der Kreis für rund 1,9 Millionen Euro gekauft und umgebaut hat, theoretisch wieder geschlossen werden. Zum 1. Januar 2018 soll er nun aber umgewidmet werden. Beherbergen soll er dann bereits anerkannte Flüchtlinge. Diese müssen nämlich Schackendorf streng genommen mit dem Tag der Anerkennung verlassen. Da aber ihre Chancen schlecht stehen, eine eigene Unterkunft zu finden, sollen sie in Warder für die Wohnungssuche fit gemacht werden. Sechs Monate Aufenthalt sind eingeplant. Das Angebot sei absolut freiwillig.

„Von freiwillig kann gar keine Rede sein. Die Flüchtlinge haben die Wahl zwischen Obdachlosigkeit und Warder“, sagt dagegen Gemeindevertreter Michael Roelofs (SPD). Er vermutet einen ganz anderen Grund hinter dem geänderten Konzept. „Leerstand in Schackendorf bekommt der Kreis vom Land bezahlt. Leerstand in Warder aber nicht. Der Kreis will nur nicht zugeben, dass er 1,9 Millionen Euro in den Sand gesetzt hat. Die Gemeinde wird ausgenutzt. Das können wir so nicht akzeptieren“, ärgert sich Michael Roelofs. Die Gemeinde habe ihre Aufgaben erfüllt, als die Not am größten gewesen sei. In anderen Dörfern gebe es inzwischen leerstehende Wohnungen. Stattdessen sei es wieder die Gemeinde Rohlstorf, die Kindergartenplätze vorhalten müsse und Ausgaben habe. „Wie der Kreis mit uns umgeht, ist nicht akzeptabel. Wir möchten uns von einem Fachanwalt beraten lassen. Das ist zwar nicht die feine Gangart, aber wir müssen den Kreis an den Tisch bekommen, um mit uns zu reden“, so Roelofs, der Schützenhilfe von Andreas Bauer (Aktive Rohlstorfer) bekam. „Wir sind uns alle einig, dass wir anders beteiligt werden wollten. Wir bekommen etwas übergestülpt. Das ist nicht richtig“, so Bauer.

Damit konfrontiert, versteht Elke Andrasch, Fachbereichsleiterin beim Kreis, die Welt nicht mehr. „Ich habe immer gesagt, dass ich gerne in die Gemeindevertretung oder in die Ausschüsse komme. Das wurde abgelehnt. Und nun: Wir haben uns erst am Montag in der Asylbewerberunterkunft getroffen. Mehrere Gemeindevertreter waren auch dabei. Ich habe sämtliche Fragen beantwortet. Es war ein überaus harmonisches Gespräch. Und nun das.“ Mit 5 zu 4 Stimmen votierte schließlich eine knappe Mehrheit dafür, einen Fachanwalt zu konsultieren. 3000 Euro sind dafür eingeplant. „Damit könnte man auch sinnvollere Dinge finanzieren“, bedauert Henning Frisch vom Helferkreis.

 Von Petra Dreu

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