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Segeberg Rosendüfte und dazu ein Schlauchboot
Lokales Segeberg Rosendüfte und dazu ein Schlauchboot
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21:43 01.06.2017
Bunte Farbenpracht bei sommerlichen Temperaturen: Das ist „Park & Garden“. Im Hintergrund das alte Herrenhaus von Stockseehof. Quelle: Fotos: Kullack
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Stocksee

Auch die „Small Gardens – Kleine Gärten“ sind in diesem Jahr wieder vertreten, nachdem man damit im Vorjahr eine Pause eingelegt hatte. Gutsinhaber Dr. Georg F. Baur und seinem Team bleibt keine andere Wahl; denn das Gutsgelände ist zwar weitläufig – jener Abschnitt aber, wo bisher bereits fast zwei Dutzend kleine Modellgärten stehen, ist nicht endlos. Da man keinen der preisgekrönten Gärten aus den Vorjahren ganz einfach einebnen möchte, muss der Zuwachs an neuen Gärten eben vorsichtig gesteuert werden.

„Park & Garden“ auf Gut Stockseehof präsentiert noch bis Montag Gediegenes und Ungewöhnliches.

Die Öffnungszeiten

Park & Garden ist noch bis Pfingstmontag geöffnet, heute bis Sonntag 10 bis 19 Uhr, am Montag von 10 bis 18 Uhr.

Eintritt 14 Euro, Jugendliche bis 16 Jahre frei. Es stehen ausreichend kostenlose Parkplätze zur Verfügung.

So waren in diesem Jahr unter dem Motto „Der Vorgarten – mehr als nur der Weg zur Haustür“ eben nur drei Bewerber angetreten – und alle erhielten einen Jurypreis. Zum Siegergarten wurde die Idee des 30jährigen Gartenbau–Studenten Florian Ragge aus Barsinghausen bei Hannover gekürt: „Ländlich-rosige Vorgartenidylle in weiß, rosa und purpur-violett“ ist mehr als ein bloßer Titel – lieblicher Rosenduft empfängt den Besucher dieses nur 80 Quadratmeter großen Gärtchens bereits aus einiger Entfernung. Eingerahmt von Eschenahorn und Perückenstrauch, hinter einem ländlich-charmanten Staketenzaun, hinter Rindenmulch- und Kieselweg breitet sich die ganze Pracht vor dem Besucher aus: 16 Rosenarten von Escimo über Leonardo da Vinci bis White Jacques Cartier, mal schwer duftend, mal so zart, dass man Mühe hat, die Rose aus der Konkurrenz der anderen herauszuschnuppern.

Florian Ragge kam durch seine Eltern, die in der Nähe eine Ferienwohnung haben, auf die Idee, sich zu bewerben – er war sichtlich überrascht, nun gleich mit dem ersten Preis ausgezeichnet zu werden.

Das Besondere an seinem Rosengarten: Der an chronischer Borreliose erkrankte Student hat den Garten zwar konzipiert und bis ins Kleinste durchgeplant, bei der praktischen Umsetzung aber halfen ihm die Eltern, da er körperlich doch zu sehr eingeschränkt ist.

Keine 100 Meter weiter „Zuflucht“, der von ehemaligen Flüchtlingen aus Syrien gestaltete Vorgarten. Zitronenminze, Jasmin, Rosen, Gewürze . . . und ein Schlauchboot, das an die Flucht, und ein winziger Wohncontainer, der an die ersten Monate in Deutschland erinnert. „Als wir unsere Heimat verließen, nahmen wir im Gepäck unsere Erinnerungen mit: den Duft von Jasmin, das Rosé der Damaszener-Rosen, den Brunnen im Zentrum des Gartens“, sagen Farah Badla, Mojstaba Ibrahimi und Mohamed Janad, der seit Februar einen eigenen kleinen Gartenbaubetrieb in Dersau betreibt.

Noch einen Jury-Ehrenpreis gab’s: Sven Wischke und Ingo Bolz aus Westerrönfeld gestalteten „Urzeit trifft Moderne“, einen Sumpf-Zypressengarten mit Holzstegen, Wasserbecken, Schachtelhalm-Inseln und ganz viel Stil.

Stauden und Rosen, Country-Mode und Gartenaccessoires, ländliches Interieur und Antiquitäten: Über 220 Aussteller erwarten bis Montag die Besucher. Bogenschießen, Bürstenmachen, Porträtschnitzen, eine Papierwerkstatt, der kunterbunte Kindergarten und das Duo „Bidla Buh“ sind nur einige der Attraktionen drumherum.

 Lothar Hermann Kullack

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