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Rückenwind aus Lübeck für das Erbe von Otto Flath

Bad Segeberg Rückenwind aus Lübeck für das Erbe von Otto Flath

Mäzene Dr. Christian und Theo Dräger unterstützen den Förderkreis Kulturforum auch finanziell – Verein will jetzt seine Ideen realisieren.

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Die Lübecker Unternehmer und Mäzene Dr. Christian Dräger (l.) und Theo Dräger haben auch eine persönliche Bindung zu Otto Flath.

Bad Segeberg. Otto Flaths Erbe ist gerettet! Das sehen zumindest die Mitglieder des Förderkreises Kulturforum Flath so. Denn der Förderverein hat zwei neue Mitglieder, die Lübecker Unternehmerbrüder Dr. Christian und Theo Dräger. Die beiden Mäzene zahlen nicht nur einen bedeutenden Jahresbeitrag, sie haben auch eine namhafte Spende im fünfstelligen Bereich zur Verfügung gestellt.

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Mäzene Dr. Christian und Theo Dräger unterstützen den Förderkreis Kulturforum auch finanziell – Verein will jetzt seine Ideen realisieren.

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„Für die Brüder Dräger ist Otto Flath ein bedeutender Bildhauer, dessen Kunst erhaltenswert ist“, sagt Torsten Simonsen, Vorsitzender des Förderkreises. Die kunstbegeisterten Mäzene seien auf den Verein zugekommen, Auslöser sei ein Artikel im Jahrbuch des Heimatvereins Segebergs gewesen, den Peter Zastrow über Otto Flath geschrieben hat. Neben dem künstlerischen Interesse der Brüder für den Bildhauer besteht aber auch eine persönliche Bindung zu Otto Flath und Bad Segeberg. „Emma Dräger, die Mutter der beiden, hat in der Bismarckstraße gewohnt, auch die Söhne waren eine Zeit lang Nachbarn von Otto Flath“, erzählt Thomas Krüger, Stadtvertreter, Vereins- und Stiftungsratsmitglied. Seine Mutter sei mit Emma Dräger befreundet gewesen und auch Simonsens Vater, der ebenfalls in der Bismarckallee wohnte, war mit Flath und Emma Dräger bekannt.

Aufgrund dieser Freundschaft hatte Krüger vor zwei Jahren einen Brief an die beiden Lübecker geschrieben und um ideelle Hilfe gebeten. Es sei schön, dass sich solch Autoritäten nun für Flath stark machten, so Krüger. Flath sei Teil Bad Segebergs und ein lohnendes Ziel für an Kunst interessierten Menschen. Und auch Simonsen ist begeistert von der ideellen und materiellen Unterstützung. „Es ist schön für uns, Rückenwind von den beiden kunstaffinen Brüdern zu haben.“

Seit einem halben Jahr gibt es den Förderkreis, der sich zum Ziel gesetzt hat, das Erbe Otto Flaths zu erhalten und weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Jetzt sind wir dazu in der Lage“, so Simonsen und Krüger erfreut. Gemeinsam mit Bürgermeister Dieter Schönfeld und dem Stiftungsbeirat wolle man nun die nächsten Schritte erarbeiten. Das Flath-Ensemble – Halle, Villa, Werkstatt – soll zu einem Kulturforum werden. Schon jetzt gibt es Ausstellungen in der Villa Flath, und die Musikschule belebt die Räume mit Musikkursen.

„Warum soll Bad Segeberg nicht zur Bildhauerstadt werden“, fragt Simonsen. Im vergangenen Frühling war eine Klasse der Holzbildhauerschule Flensburg zu Besuch. Diese Zusammenarbeit könne intensiviert werden. Auch ein jährlich stattfindender Kunstpfad, der vom Marktplatz über die Promenade und den Kurpark zur Villa Flath führt, sei möglich, ebenso die Auslobung eines Kunstpreises. Außerdem sei das intakte Flath-Ensemble ein seltener Glücksfall, das die Stadt für ihr Marketing nutzen könne, sind sich die Vereinsmitglieder einig. „Ganz wichtig ist auch, dass die Öffnungszeiten verlängert werden, deshalb wünschen wir uns viele Mitstreiter, die Ideen einbringen oder mitarbeiten“, so Krüger.

Und noch eine Frage stellt Simonsen: Wieso stehe der Gebäude-Komplex noch nicht unter Denkmalschutz. „Es ist eine Katastrophe, wenn er verkauft wird und die Kunstwerke irgendwo eingelagert werden.“

Für Krüger ist der Erhalt des Erbes eine moralische Verpflichtung. „Es geht um Gerechtigkeit. Damals hat die Stadt dankend das Erbe angenommen, nun soll es nur noch eine Belastung sein?“

Auch über die Finanzen hat der Kreis sich Gedanken gemacht. „Wird die Hausmeisterwohnung vermietet, wird sogar ein Gewinn generiert“, sagt Simonsen. Eine besondere Idee schwebt ihm vor. Flath war Flüchtling, warum nicht Künstler-Flüchtlingen einen einjährigen Aufenthalt in den Räumen Flaths ermöglichen. Die Miete komme über das Wohngeld hinein, das Flüchtlingen zustehe, so Simonsen. Für ihn hat die Idee drei Vorteile: Flüchtlinge hätten eine Unterkunft, könnten arbeiten, ausstellen und sich dadurch integrieren. Die Stadt bekomme eine internationale Kunstszene, und das Finanzthema sei vom Tisch. „Das Konzept hat Modellcharakter“, sagt Simonsen. Wenn alle an einem Strang zögen, könne etwas bewegt werden. Das zeigten die Erfolgsgeschichten des Heimatmuseums und des Ihlseestrandbades, an denen auch der Bürgermeister seinen Anteil habe. „Bei Otto Flath bekommt Dieter Schönfeld nun alle Möglichkeiten zu einem weiteren Meisterstück.“

Otto Flath

Der Holzbildhauer, der 1906 in der Ukraine geboren wurde, lernte 1932 Ellen und Willy Burmester kennen. Sie wurden zu seiner Ersatzfamilie, die ihn förderte 1936 zogen sie nach Bad Segeberg.

Flath, der gut 3500 Skulpturen und um die 50 Altäre schuf und 1971 zum Ehrenbürger der Stadt ernannt wurde, starb am 10. Mai 1987, einen Tag nach seinem 81. Geburtstag.

Silvie Domann

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