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Rückkehr vom letzten Afghanistan-Einsatz

Boostedt Rückkehr vom letzten Afghanistan-Einsatz

Instandsetzungsbataillon 166 arbeiteten vier Monate in Mazar-e-Sharif.

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Alle 101 Boostedter Soldaten sind unbeschadet von ihrem ISAF-Einsatz in Afghanistan zurückgekehrt. Gestern wurde ihnen für ihren Einsatz beim Rückkehrappell gedankt.

Quelle: Foto: nam

Boostedt. Die Auflösung der Rantzau-Kaserne in Boostedt wird sichtbar, die Reihen der Soldaten des Instandsetzungsbataillons 166 waren gestern schon deutlich gelichtet beim Appell für die 101 Rückkehrer vom ISAF-Einsatz in Afghanistan. Es wird dort der letzte mit Boostedter Beteiligung gewesen sein. Im Rahmen des 31. Einsatzkontingentes ISAF (International Security Assistant Force) haben die Soldaten auch schon mit dem materiellen Rückzug begonnen. Der Einsatz in Afghanistan soll 2014 beendet werden.

So simpel es klingt, „aufräumen“ war ein wichtiger Bestandteil des viermonatigen Einsatzes in Mazar-e-Sharif, berichtet Kompaniechef Martin Herold: Material im Lager sichten, katalogisieren und Ersatzteile „in den Wirtschaftskreislauf zurückführen“. Beim Aufräumen war die Truppe offenbar erfolgreich. Ersatzteile im Wert von immerhin 1,3 Millionen Euro seien dabei quasi aus dem Nichts zu Tage gefördert worden, berichtet der 33-Jährige. „Bei 31 Einsatzkontingenten hat sich da einiges angesammelt. Ich hätte aber selbst nicht gedacht, dass es so viel ist.“

Mit der Rückführung des Materials nach Deutschland, dem sogenannten „Re-Deployment“, haben die Boostedter aber nur indirekt zu tun. Die gefundenen und aufbereiteten Teile werden ins Warenlager gegeben. Dort werde entschieden, was nicht mehr gebraucht werde. Zum Beispiel seien die sechs Marder-Panzer nur noch bis Oktober im Einsatz, erläutert Herold. Danach würden Teile für dieses Fahrzeug natürlich nicht mehr benötigt.

Zwar endet die ISAF-Mission erst Ende 2014. „Wir müssen aber schon jetzt anfangen mit dem Abschmelzen des Materials, sonst schaffen wir das nicht“, sagt Herold. Schätzungen zufolge müssen rund 1700 Fahrzeuge und 6000 Container nach Deutschland zurückgeführt werden, sagte Sven Rosink, stellvertretender Kommandeur des Boostedter Bataillons anlässlich der Rückkehr. Für diese Aufgabe wurde zu Beginn des Jahres ein logistischer Umschlagpunkt in der türkischen Hafenstadt Trabzon eingerichtet. Von dort sendete Kommandeur Jörg Millich seine Grüße an die Rückkehrer.

Die Soldaten waren bereits im Juli von ihrem Einsatz in Afghanistan zurückgekehrt. In den vier Monaten erlebten sie starke Regenfälle, Überflutung, Schneefall bei minus zwei und unglaubliche Hitze bei 50 Grad im Schatten, so Herold. „Wir mussten teilweise elf Liter am Tag trinken“, das sei schon eine Umstellung gewesen. Doch habe der Einsatz großen Spaß gemacht. In kriegerische Auseinandersetzungen sei die Gruppe nicht geraten.

Trotzdem hob Oberstleutnant Rosink hervor, dass die besondere Sicherheitslage immer eine Herausforderung sei. Insbesondere bei Einsätzen der „Recovery Task Force“, einem Bergungsteam für defekte oder verunglückte Fahrzeuge außerhalb des Lagers. Er lobte Herold für die Erfüllung seines „persönlichen Hauptauftrags“, das unversehrte Zurückbringen aller Soldaten. Das sei nicht selbstverständlich, hob auch Friedrich-Wilhelm Strohdecke hervor, Präsident der Kasernen-Partnerstadt Neumünster. Von den Soldaten nahm er das Ortsschild wieder in Empfang. Es hing in Afghanistan am Kompanieblock der Boostedter. Sie werden es voraussichtlich nur noch ein einziges Mal mit zum Auslandseinsatz nehmen. Im Mai 2014 stellt das Bataillon seine letzte Einheit aus über 100 Soldaten für den Kosovo-Einsatz der Nato.

Nadine matern

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