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Segeberg S 21 bringt Südkreis starkes Wachstum
Lokales Segeberg S 21 bringt Südkreis starkes Wachstum
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00:59 13.06.2018
Von 2021 an wird die derzeitige AKN mit der Elektrifizierung zur S 21. Die Fahrtzeit von Kaltenkirchen nach Hamburg verkürzt sich. Quelle: Fotos: Fuchs
Kaltenkirchen/Henstedt-Ulzburg/Ellerau

Von 2021 an soll die derzeitige AKN-Strecke vollständig elektrifitziert sein und damit zur S-Bahn Linie 21 werden. Alle drei Kommunen werden an der künftigen S-21-Strecke über jeweils zwei Haltepunkte verfügen. Die damit einhergehende schnellere Bahnverbindung zum Hamburger Hauptbahnhof und die noch schnellere zum künftigen Fernzug-Bahnhof Diebsteich in Hamburg-Altona werde die Einwohnerzahlen in Ellerau (plus 500), Henstedt-Ulzburg (plus 2050) und Kaltenkirchen (plus 2450) bis 2030 um weitere 5000 Menschen, also um beinahe zehn Prozent, anwachsen lassen, prognostiziert Jens Rümenapp vom Berliner Stadtentwicklungsbüro Gertz-Gutsche-Rümenapp, das im Auftrag der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein sowie aller sechs Bahnhofsgemeinden ein entsprechendes Gutachten erstellt hat. „Die S 21 wird den Wachstumsdruck in diesen Gemeinden noch erhöhen“, sagt Rümenapp.

Sie sind ohnehin die Wachstums-Motoren im Kreis. Durch die geplante Elektrifizierung der AKN-Strecke zwischen Hamburg und Kaltenkirchen sagt ein Gutachten Kaltenkirchen, Henstedt-Ulzburg und Ellerau weiteres Bevölkerungswachstum voraus.

Diese Erkenntnis ist den Stadtvätern und -müttern im Südkreis nicht neu. So sagt Elleraus Bürgermeister Eckart Urban: „Die S 21 wird die Attraktivität Elleraus als Wohngemeinde auf jeden Fall erhöhen. Das wird auch Folgen auf den Wohnungsmarkt haben.“ Die Gemeinde versuche gerade, diese Entwicklung mit einem neuen Ortsentwicklungskonzept zu steuern, das bis 2030 von einem Bevölkerungswachstum von 330 Bürgern in Ellerau ausgeht.

Henstedt-Ulzburgs Bürgermeister Stefan Bauer sagt: „Durch die weitere Attraktivitätssteigerung der Region wird auch der Wachstumsdruck auf Henstedt-Ulzburg steigen.“ Mit dem integrierten Gemeindeentwicklungskonzept sei bereits die Grundlage geschaffen, sich dieser Herausforderung der Zukunft zu stellen. Daran würden die Bürger intensiv beteiligt, kündigt der Bürgermeister an.

Spannend verspreche vor allem die Diskussion um eine mögliche Bebauung westlich der AKN-Station Ulzburg-Süd zu werden. Das Gutachten spreche hierzu auch eine klare Empfehlung aus. Dabei ist die Gemeinde ohnehin auf Zuwachs programmiert. „Henstedt-Ulzburg wird aufgrund seiner Attraktivität in der Metropolregion Hamburg auch ohne weitere Anreize auf natürlichem Wege weiter wachsen“, ist sich Stefan Bauer sicher.

Meike Wölfel, die als Büroleiterin im Kaltenkirchener Rathaus zurzeit Bürgermeister Hanno Krause vertritt, sagt: „Die mit der S 21 verbundene Verkürzung der Fahrzeiten ist gut für unsere Bürger und natürlich auch für die vielen Pendler.“ Mit 7107 Einpendlern und 5932 Auspendlern habe Kaltenkirchen sogar ein enormes Plus von 1175 bei den täglichen Hin- und her-Fahrern. „Es wird bestimmt ein weiteres Wachstum geben“, ist sich die Büroleiterin sicher – bei den Wohnungen und beim Gewerbe. Darum habe Kaltenkirchen gerade zwei neue Bebauungspläne (74 und 80) in Kaltenkirchen-Süd für zusätzliche Betriebsansiedlungen in der Stadt auf den Weg gebracht.

Die Strecke zwischen Hamburg-Eidelstedt und Kaltenkirchen ist etwa 30 Kilometer lang. Für die Elektrifizierung sind laut Wirtschaftsministerium in Kiel Baukosten in Höhe von rund 116 Millionen Euro veranschlagt.

So stark wachsen Kaltenkirchen, Henstedt-Ulzburg und Ellerau

Kaltenkirchen: Bevölkerung zurzeit: 21060, Wachstum 2000 bis 2015: plus 14 Prozent, 2015 bis 2030: 12 Prozent. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte: 9293 (plus 30 Prozent seit 2000), Bodenpreise: 170 Euro je Quadratmeter bei Einfamilienhäusern, 220 Euro im Geschosswohnungsbau. Seit 2012 wurden 1200 Wohnungen gebaut. Fahrtzeit zum Hauptbahnhof Hamburg mit der S 21 im Vergleich zur AKN 56 bzw. 54 Minuten (Süd) statt 60 bzw. 58 Minuten mit der AKN, 43 bis 47 Minuten künftig nach Diebsteich.

Henstedt-Ulzburg: Bevölkerung zurzeit: 28500, Wachstum 2000 bis 2015: plus 13 Prozent, 2015 bis 2030: 7 Prozent. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte: 7459 (plus 42 Prozent seit 2000); Bodenpreise: 175 bis 245 Euro je Quadratmeter bei Einfamilien- und Reihenhäusern, bis 290 Euro im Geschosswohnungsbau. Fahrtzeit zum Hauptbahnhof Hamburg mit der S 21 im Vergleich zur AKN 51 bzw. 49 Minuten (Süd) statt 54 bzw. 52 Minuten mit der AKN, 41 Minuten künftig nach Diebsteich.

Ellerau: Bevölkerung zurzeit: 6100. Wachstum 2000 bis 2015: plus 25 Prozent, 2015 bis 2030: 9 Prozent. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte: 1261 (plus 11 Prozent seit 2000), Bodenpreise: 160 bis 190 Euro je Quadratmeter bei Einfamilien- und Reihenhäusern, bis 200 Euro im Geschosswohnungsbau. Fahrtzeit zum Hauptbahnhof Hamburg mit der S 21 im Vergleich zur AKN 48 (Tanneneck) beziehungsweise 46 Minuten (Süd) statt 51 bzw. 48 Minuten mit der AKN, 35 bis 37 Minuten künftig nach Diebsteich.

 Burkhard Fuchs

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