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Segeberg S-Bahn-21-Projekt nach Kaltenkirchen doch viel teurer?
Lokales Segeberg S-Bahn-21-Projekt nach Kaltenkirchen doch viel teurer?
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20:26 05.04.2016

Die Elektrifizierung der AKN-Strecke Kaltenkirchen — Eidelstedt über Henstedt-Ulzburg und Ellerau ist möglicherweise teurer als bisher angegeben.

Das teilte die Bürgerinitiative Bahnstraße mit, die das sogenannte S-Bahn-21-Projekt ohnehin als unwirtschaftlich ablehnt. Für etwa 100 Anwohner in Ellerau könnte der zweigleisige Ausbau des letzten Streckenabschnitts der Linie A1 bedeuten, dass die S-Bahn dann ab 2019 direkt an ihren Häusern vorbeifährt. Der BI liege jetzt die Antwort auf eine Anfrage beim Bundesverkehrsministerium vor, das die Gesamtkosten für dieses Projekt mit 182,9 Millionen Euro beziffert und von bereits bewilligten Fördergeldern in Höhe von 76,3 Millionen Euro spricht, erklärt IB- Sprecher Markus Spiering. „Das ist etwa doppelt so viel wie bisher von den Projektverantwortlichen kommuniziert wurde.“

Diese Zahlen vermag Bernd Kollberg von der Firma Intraplan nicht nachvollziehen, die im Auftrag der beiden Länder und AKN-Eigentümer Hamburg und Schleswig-Holstein das S21-Projekt gutachterlich für volkswirtschaftlich sinnvoll erklärt hat. In dem Gutachten sind Baukosten von knapp 80 Millionen Euro angegeben. Für die neuen S-Bahn-Fahrzeuge, die auf dieser Strecke ab 2019 verkehren sollen, müssten weitere 100 Millionen Euro veranschlagt werden, heißt es in dem Gutachten. Aber die Anschaffung der Züge werde nicht finanziell gefördert, sagt Kollberg. Möglicherweise seien die Schätzwerte aus dem Gutachten, die auf den Preisen von 2006 beruhten, jetzt durch Ausschreibungen konkretisiert worden, sagt Kollberg.

Aber sie könnten nicht so weit abweichen wie es die BI darstelle. Das Bundesverkehrsministerium und die im Auftrag des Kieler Verkehrsministeriums handelnde Nah.SH waren für Stellungnahmen nicht zu erreichen.

Die BI habe jedenfalls „die zuständigen Rechnungshöfe hierüber informiert“, teilt Spiering mit. Denn Steuergelder dürften für dieses Verkehrsprojekt nur ausgegeben werden, wenn es volkswirtschaftlich sinnvoll sei , also der Nutzen die Kosten übersteige. Die BI sieht sich durch ein eigenes Gegengutachten bestärkt, das zu dem Schluss kam, dass der Bau der S21 keinen positiven Nutz-Kosten-Faktor habe. Statt einer S-Bahn zwischen Eidelstedt und Kaltenkirchen sollte die AKN auf dieser Strecke mit moderner Akku-Hybrid- Technik verkehren, mit denen die Züge bis Eidelstedt per Akku und weiter auf der Stromschiene zum Hauptbahnhof fahren könnten.

Intraplan-Gutachter Kollberg sagt: „Wir bleiben auch nach Überprüfung bei unserer Darstellung, dass der Nutzen einer S21 die Kosten übersteigt.“

Von bf

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