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SOS-Kinderdorf nimmt Flüchtlinge auf

Norderstedt SOS-Kinderdorf nimmt Flüchtlinge auf

In der Stadt Norderstedt werden jetzt auch minderjährige Flüchtlinge betreut, die ohne Eltern oder andere Verwandte nach Deutschland kommen.

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Das Betreuer-Team für die unbegleiteten, jungen Flüchtlinge vom SOS-Kinderdorf: Husam Al Nawas (v.l.), Massoud Shabanpour, Pune Vahidi, Sabrina Wiebelt, Oliver Hojahn und Christina Pusback.

Quelle: Fuchs

Norderstedt. In der Stadt Norderstedt werden jetzt auch minderjährige Flüchtlinge betreut, die ohne Eltern oder andere Verwandte nach Deutschland kommen. Die Stadt bedient sich dabei der langjährigen Erfahrung des Jugendhilfeträgers SOS-Kinderdorf, der auf seinem Gelände in Harksheide 54 Kinder in sechs Kinderdorf-Familien und zwei Wohngruppen bereut.

LN-Bild

In der Stadt Norderstedt werden jetzt auch minderjährige Flüchtlinge betreut, die ohne Eltern oder andere Verwandte nach Deutschland kommen.

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Ab diesem Monat sollen 15 solcher jungen Flüchtlinge im ehemaligen Frauenhaus an der Alten Landstraße von fünf Erziehern und Migranten betreut werden, die zum Teil auch die Muttersprache der 15 bis 17 Jahren alten Jugendlichen sprechen, die dort einziehen werden, sagt Manfred Thurau vom SOS-Kinderdorf.

Für die Stadt Norderstedt sind junge Flüchtlinge ohne Eltern bislang weitgehend Neuland, sagt Stadtsprecher Bernd-Olaf Struppek. Von den 900 Flüchtlingen, die die größte Stadt des Kreises Segeberg bislang aufgenommen hat, seien gerade mal fünf unter 18 Jahren ohne Verwandte hierher gekommen. In der neuen Unterkunft würden aller Voraussicht nach ausschließlich männliche Jugendliche aus Syrien, Irak, Iran und Afghanistan einziehen.

„Wir haben dafür extra pädagogisches Personal eingestellt“, so Sozialpädagoge Thurau. Und das freue sich bereits riesig auf seine neue Aufgabe, sagt Erzieher Oliver Hojahn, der die Flüchtlingsbetreuung zu seinem Schwerpunktthema während der Erzieherausbildung gemacht hat. „Das sind Jugendliche, die mit ganzem Herzen hier Fuß fassen möchten und bereit sind, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren“, habe er dabei feststellen können. Seine und die Aufgabe seiner Kollegen werde vor allem sein, den Jugendlichen eine Struktur für den Alltag zu geben, ihnen Hilfestellung zu den Sozialhilfeträgern zu geben, Kontakte zu knüpfen, ihnen Möglichkeiten zum Sporttreiben oder Teilhabe in den Vereinen zu vermitteln. „Die größte Überraschung für die meisten jungen Flüchtlinge ist das Ausmaß des Konsums, den es hier in Deutschland gibt“, hat er bei seiner bisherigen Flüchtlingsarbeit erfahren. „Die wollen auch alle Laptops und Play Station haben.“ Erzieherkollegin Christina Pusback sagt: „Ich finde diese Integrationsarbeit mit den jungen Flüchtlingen total spannend. Es gibt mir auch neue Einblicke in fremde Kulturen.“

Die SOS-Kinderdorf-Organisation habe bereits erste Erfahrungen auf diesem Gebiet gemacht, erklärt Thurau. So würden im Kinderdorf zurzeit zwei Syrer betreut. Die Muttergesellschaft betreibe in München eine Einrichtung mit 80 unbegleiteten jugendlichen Flüchtlingen. „Ich glaube, wir können hier sehr stark auf unsere Erfahrungen zurückgreifen.“ Welche Aufgaben konkret auf die Mitarbeiter zukämen, werde die Praxis zeigen, so der pädagogische Leiter. So wisse er aus den Erfahrungen der Münchener Kollegen, dass einige nur begleitende Hilfestellungen bräuchten, um sich hier zurechtzufinden. Andere wiederum seien von den Kriegserlebnissen in ihren Heimatländern hochgradig traumatisiert, sodass sie eine psychologische Betreuung in Anspruch nehmen müssten. „Das ist ein weites Feld“, ahnt Thurau.

Für die Stadt Norderstedt, die die Räume des ehemaligen Frauenhauses auf Stadtkosten renoviert und dem Betreiber kostenlos zur Verfügung stellt, habe dem SOS-Kinderdorf diese Aufgabe übertragen, weil es „ein erfahrener Jugendhilfeträger ist, der in Norderstedt gut vernetzt ist, über das erforderliche qualifizierte Fachpersonal verfügt und mit dem das Jugendamt seit vielen Jahren gut zusammenarbeitet“, so Stadtsprecher Struppek.

Von Burkhard Fuchs

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