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Segeberg SPD-Idee: Gorch-Fock-Straße soll zur Einbahnstraße werden
Lokales Segeberg SPD-Idee: Gorch-Fock-Straße soll zur Einbahnstraße werden
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10:08 02.03.2016
Halteverbot an der nördlichen Straßenseite der Gorch-Fock-Straße und niemanden scheint es zu stören: Hier wird trotzdem geparkt.

Es ist nicht gerade Bad Segebergs Flaniermeile, es sei denn, der Spaziergänger interessiert sich für Graffiti-„Kunst“ und rostige Garagentore. Das Umfeld der Gorch-Fock-Straße ist in einem schlechten Zustand, wirkt ziemlich ungepflegt. Dazu ist dort wildes Parken an der Tagesordnung. Die Not, für seinen fahrbaren Untersatz eine Stellfläche zu finden, ist hier so groß, dass die Straße ständig zugestellt wird. Dabei gibt es auf anliegenden, teilweise verkommenen Gewerbeflächen reichlich Asphaltplätze — die sind aber im Privatbesitz. Des jahrelangen Parkleidens der Mitbürger überdrüssig, beantragt die Bad Segeberger SPD-Fraktion nun im Bauausschuss, hier eine Einbahnstraßenregelung einzuführen.

Einbahnstraßen haben im Vergleich zu anderen Städten in Bad Segeberg bislang noch Seltenheitswert. Wenn man nur die Fahrtrichtung von der Straße Landratspark Richtung Neuland zuließe, würde die Nordseite der Gorch-Fock-Straße (außer der Zufahrten) als Parkraum zur Verfügung stehen. Denn spät am Tag, nach Feierabend, gibt es dort kaum Parkplätze, berichtet SPD-Fraktionsvorsitzender Joachim Wilken-Kebeck. „Wir sind da schon sehr lange dran.“ Die Lage sei unhaltbar. Die Feuerwehr habe darauf bestanden, dass die Zufahrten zu den Mehrfamilienhäusern und auch zu den gegenüberliegenden Betriebsflächen frei bleiben sollen. Das werde dank der Warnungen vor dem Abschleppen nun auch eingehalten. Der Parkdruck auf die übrigen Flächen sei damit allerdings noch größer geworden.

Wildes Parken werde nicht sanktioniert. Selbst im Halteverbot trauen sich hier viele, ihre Autos abzustellen. Obwohl die Straße komplett neu beschildert worden sei, empfindet Wilken-Kebeck die Situation in den Abendstunden als „katastrophal“. Oftmals blockierten auch Miet-Transporter öffentliche Stellflächen für Anwohner. Die Stadt könnte hier Knöllchen en masse verteilen. Sie müsste dazu aber zusätzliche Verkehrsüberwacher einstellen, die in der GorchFock-Straße regelmäßig Falschparker aufschreiben. Nötig wäre es: „Wenn sich dort abends zwei Autos begegnen, wird es schon schwierig.

Wir sind deshalb auf die Idee gekommen, aus der Gorch-Fock-Straße eine Einbahnstraße zu machen. So könnte eine Fahrspur als Parkraum genutzt werden“, berichtet Wilken-Kebeck. Der Umweg würde niemanden stören. Der entstehenden Mehrverkehr sei aus Sicht der SPD „vernachlässigbar“.

Wilken-Kebeck hofft auf Zustimmung von den anderen Fraktionen im Rathaus. Bislang habe es aber nicht nur positive Resonanz gegeben, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende. Andere Politiker hielten eine Einbahnstraßenregelung für zu einschneidend. „Wir beschäftigen uns schon drei Jahre mit dem Thema, ohne dass hier etwas passiert ist“, drängt Wilken-Kebeck endlich auf eine Entscheidung. Andere Städte hätten gute Erfahrungen mit Einbahnstraßen gemacht.

Ausschuss mit „Kieler Modell“ in der Oldesloer Straße

Die heutige Bauausschusssitzung der Stadt (18.30 Uhr, Bürgersaal) beschäftigt sich nicht nur mit der Gorch-Fockstraße, sondern auch mit der geplanten Waldumwandlung am Waldweg und auch mit dem geplanten Neubau eines Hauses nach dem Kieler Modell, das für über 60 Asylbewerber in der Oldesloer Straße 79a geplant ist. Schon vor der Sitzung ist um 17.30 Uhr ein Ortstermin mit Politikern an der Oldesloer Straße vorgesehen.

Wolfgang Glombik

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