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Segeberg SPD-Mann Wagner verpasst Einzug in den Bundestag
Lokales Segeberg SPD-Mann Wagner verpasst Einzug in den Bundestag
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22:08 25.09.2017
Es war nicht die erhoffte fröhliche Gartenparty. Geschockt sehen Alexander Wagner (r., rote Jacke) und seine Unterstützer im Fernsehen zu, wie die SPD die größte Niederlage in ihrer Geschichte erleidet. Quelle: Foto: Vogt
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Bad Segeberg

Noch bis tief in die Nacht hatte für Wagner die berechtigte Hoffnung bestanden, wegen nötiger Überhang- und Ausgleichsmandate doch noch in den 19. Bundestag einzuziehen. Kurz nach sechs Uhr morgens, als der Landeswahlleiter das amtliche Endergebnis für Schleswig-Holstein verkündete, bestand aber traurige Gewissheit: Nur die SPD-Kandidaten bis Listenplatz fünf würden berücksichtigt. Wagner trat auf Platz sieben an. Viel geschlafen hat der Segeberger in der Wahlnacht nicht.

An mangelndem Einsatz hat es sicher nicht gelegen. In den vergangenen Wochen war der 30-Jährige mit seinen Unterstützern täglich von acht Uhr morgens bis 22 Uhr am Abend im Einsatz, um Wähler zu überzeugen. Hausbesuche, Wahlkampfstände, Praktika in verschiedenen Firmen und Organisationen. „Die Stimmung im Team war gut, und ich denke, wir alle haben hervorragende Arbeit geleistet“, sagt Wagner.

Seinem CDU-Konkurrenten Gero Storjohann sprach Wagner zwar seine Glückwunsche für den Direktsieg im Wahlkreis 8 aus, kritisierte aber gleichzeitig, dass sich Storjohann der direkten politischen Auseinandersetzung weitgehend entzogen habe. Zu prüfen, wie die dramatischen Verluste der SPD zustande gekommen sind, werde nun eine der anstehenden Aufgaben sein. Auf die falschen Themen im Wahlkampf gesetzt zu haben, weist Wagner aber von sich. Die soziale Gerechtigkeit sei und bleibe auch in diesen Zeiten, in denen die meisten Menschen in Deutschland mit ihrer wirtschaftlichen Situation zufrieden sind, „ein absolut wichtiges Thema. Denn es gibt trotz der guten Lage viele Menschen, denen es weiterhin nicht gut geht“. Für die müsse die SPD kämpfen. Dass die Sozialdemokraten – folgt man der Parteiführung – das künftig von der Oppositionsbank aus machen werden, hält Wagner angesichts des Wahlergebnisses „für die richtige Konsequenz“.

Ähnlich sieht es Franz Thönnes. Der langjährige SPD-Bundestagsabgeordnete für Segeberg und Stormarn hatte sich erstmals seit 1994 nicht wieder für den Bundestag aufstellen lassen. Das Abschneiden sei gewiss „ein tiefer Schlag für die SPD“. Die Gründe dafür aufzuarbeiten und zu beheben werde eine der wesentlichen Aufgaben der SPD in den kommenden Jahre sein, so Thönnes. Seinem Nachfolger macht der Polit-Rentner aber keinen Vorwurf: „Die SPD und insbesondere Alexander Wagner haben aber einen tollen Wahlkampf geführt.“

Für den jungen Politikwissenschaftler, der bis zu dessen Ausscheiden aus der Landesregierung persönliche Referent des SPD-Wirtschaftsministers Reinhard Meyer war, bedeutet der Nichteinzug in den Bundestag auch einen beruflichen Rückschlag. „Einen Plan B gab es für mich nicht, das habe ich auch immer deutlich gemacht.“ Er werde sich jetzt beruflich neu orientieren. Als Mitglied im SPD-Landesvorstand und stellvertretender Kreisvorsitzender in Segeberg will Wagner aber auch weiter daran mitwirken, die SPD aus der Vertrauenskrise zu führen.  ov

LN

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