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Segeberg SPD fordert liberale Bestattungsregeln
Lokales Segeberg SPD fordert liberale Bestattungsregeln
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21:13 26.10.2017
Bad Segeberg/Wahlstedt

Beim Tod hat die Selbstbestimmung in Schleswig-Holstein ihre Grenzen, denn das Bestattungsgesetz, es ist Ländersache, regelt klar: Asche und Urne gehören auf den Friedhof, den Friedwald oder bei einer Seebestattung ins Meer. Auf auf dem Sideboard im Wohnzimmer darf Opas Urne nicht stehen. Auch das Verstreuen im Garten ist verboten – zu pietätlos finden Gesetzgeber und Kirche. Im Internet finden sich jedoch Foren und Anbieter, die Angehörige dabei unterstützen, die Bestattungsgesetze zu umgehen. Etwa über die Niederlande oder die Schweiz, wo die Friedhofspflicht in Teilen abgeschafft wurde und Angehörige zur Trauerbewältigung die Asche ihrer Verstorbenen mit nach Hause nehmen dürfen. Die Eidgenossen sind es auch, die die Wahlstedter SPD als Vorbild anführen: „Warum sollen wir in Schleswig-Holstein solche Umwege gehen“, fragt man sich hier und hat für den heutigen außerordentlichen Kreisparteitag in Bad Bramstedt einen Antrag formuliert, der die Genossen auffordert, sich dafür einzusetzen, das Bestattungsrecht nach Schweizer Vorbild zu ändern. „Hinterbliebene sollten selbst über die Asche verfügen können“, so ihr Argument.

In Schleswig-Holstein nicht erlaubt: Urne auf dem Sideboard. Quelle: Foto: Hil

Schon im vergangenen Jahr machten die Kirchen deutlich, dass der bestehende Bestattungsgesetz aus ihrer Sicht für einen würdigen Umgang mit Tod und Trauer stehe. Scharf wurde die Initiative der Piraten-Partei kritisiert, die sich für eine Lockerung des Friedhofszwangs stark gemacht hatte. Im Januar scheiterte ihr Vorschlag mehrheitlich im Landtag, Hinterbliebenen die Möglichkeit zu geben, die Urne mit der Asche ihrer Verstorbenen bis zu zwei Jahre zu Hause aufzubewahren oder sie auch im Garten verstreuen zu können.

Auch Kommunen dürften mit Blick auf ihre Gottesäcker nicht sonderlich begeistert sein. Denn Beerdigungen sind ein lukratives Geschäft: Alleine für das Urnengrab müssen in Wahlstedt bis zu 2450 Euro berappt werden, in Bad Segeberg bis zu 2110 Euro.

hil

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