Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 6 ° Regenschauer

Navigation:
SPD fordert liberale Bestattungsregeln

Wahlstedt SPD fordert liberale Bestattungsregeln

Ist die Bestattungskultur zu strikt und im Bezug auf kremierte Verstorbene veraltet? Die Wahlstedter SPD glaubt ja – und machen sich jetzt für eine Lockerung des Friedhofszwangs stark. Die Piraten-Partei war zu Jahresbeginn im Kieler Landtag damit noch gescheitert.

Bad Segeberg/Wahlstedt. Beim Tod hat die Selbstbestimmung in Schleswig-Holstein ihre Grenzen, denn das Bestattungsgesetz, es ist Ländersache, regelt klar: Asche und Urne gehören auf den Friedhof, den Friedwald oder bei einer Seebestattung ins Meer. Auf auf dem Sideboard im Wohnzimmer darf Opas Urne nicht stehen. Auch das Verstreuen im Garten ist verboten – zu pietätlos finden Gesetzgeber und Kirche. Im Internet finden sich jedoch Foren und Anbieter, die Angehörige dabei unterstützen, die Bestattungsgesetze zu umgehen. Etwa über die Niederlande oder die Schweiz, wo die Friedhofspflicht in Teilen abgeschafft wurde und Angehörige zur Trauerbewältigung die Asche ihrer Verstorbenen mit nach Hause nehmen dürfen. Die Eidgenossen sind es auch, die die Wahlstedter SPD als Vorbild anführen: „Warum sollen wir in Schleswig-Holstein solche Umwege gehen“, fragt man sich hier und hat für den heutigen außerordentlichen Kreisparteitag in Bad Bramstedt einen Antrag formuliert, der die Genossen auffordert, sich dafür einzusetzen, das Bestattungsrecht nach Schweizer Vorbild zu ändern. „Hinterbliebene sollten selbst über die Asche verfügen können“, so ihr Argument.

 

LN-Bild

In Schleswig-Holstein nicht erlaubt: Urne auf dem Sideboard.

Quelle: Foto: Hil

Schon im vergangenen Jahr machten die Kirchen deutlich, dass der bestehende Bestattungsgesetz aus ihrer Sicht für einen würdigen Umgang mit Tod und Trauer stehe. Scharf wurde die Initiative der Piraten-Partei kritisiert, die sich für eine Lockerung des Friedhofszwangs stark gemacht hatte. Im Januar scheiterte ihr Vorschlag mehrheitlich im Landtag, Hinterbliebenen die Möglichkeit zu geben, die Urne mit der Asche ihrer Verstorbenen bis zu zwei Jahre zu Hause aufzubewahren oder sie auch im Garten verstreuen zu können.

Auch Kommunen dürften mit Blick auf ihre Gottesäcker nicht sonderlich begeistert sein. Denn Beerdigungen sind ein lukratives Geschäft: Alleine für das Urnengrab müssen in Wahlstedt bis zu 2450 Euro berappt werden, in Bad Segeberg bis zu 2110 Euro.

hil

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Segeberg
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. Klicken Sie hier, um die Galerie für den November 2017 zu sehen!

Zurück zur Groko - Ist das eine gute Idee?

Wie wollen wir wohnen, wenn wir einmal älter geworden sind? WG, ein Zimmer bei den Kindern, Servicewohnen, Seniorenheim? Die LN haben sich verschiedene Modelle im Kreis Segeberg angesehen. Zum Auftakt haben wir mit Experten gesprochen und Segeberger nach ihren Vorstellungen gefragt.

Wie wollen wir wohnen, wenn wir einmal älter geworden sind? WG, ein Zimmer bei den Kindern, Servicewohnen, Seniorenheim? Die LN haben sich verschiedene Modelle im Kreis Segeberg angesehen. Zum Auftakt haben wir mit Experten gesprochen und Segeberger nach ihren Vorstellungen gefragt. mehr

  • Shopping & Lifestyle
    Unser Lifestyle-Portal

    Unser Lifestyle-Portal mit nützlichen News und Tipps: Informieren Sie sich über Mode, Beauty und aktuelle Trends. Mehr Schwung, mehr Spaß... mehr

  • Hochzeitszauber

    Alles zum Planen Ihrer Hochzeit - Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwoch... mehr

  • Events & Veranstaltungen

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Urlaub & Reisen
    Unser Reiseportal

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Ausstellungen, Theater, Konzerte und mehr in Lübeck und Umgebung.