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Segeberg SPD will Kreispräsidentem den Dienstwagen streichen
Lokales Segeberg SPD will Kreispräsidentem den Dienstwagen streichen
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12:15 01.11.2012
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Segeberg

1,5 Millionen Euro Defizit weist der Kreishaushalt auf. „Das ist ein flotter Fehlbetrag“, sagt SPD-Kreisfraktionsvorsitzende Edda Lessing. Ihre Fraktion hat sich am Wochenende in Klausur zu dem Thema begeben. Um zu sparen, will die SPD dem Kreistagspräsidenten den Dienstwagen und vor allem den Chauffeur streichen. „In Zeiten, in denen wir überall sparen müssen, können wir uns so was nicht leisten“, sagte Lessing. Kreispräsident Winfried Zylka (CDU) ist davon nicht begeistert: „Das ist eine Zumutung.“

Der Dienstwagen sei kein Luxus, sondern ein Hilfsmittel für ein aufwendiges Ehrenamt, sagte Zylka auf LN-Anfrage. Er bezeichnet den Wagen als sein „rollendes Büro“. „Wenn ich ins Auto steige, beginne ich mit der Arbeit für den Kreis.“ Sitzungsvorbereitung, Telefonate, Post sortieren. Er verstehe den Vorschlag, der immer mal wieder zur Sprache komme, doch als Zeitersparnis sei der Dienstwagen notwendig. Heute etwa fahre er nach Leck zur Mitgliederversammlung des Landkreistages. Zwei Stunden hin, zwei zurück. „Wenn ich da selbst fahren würde, könnte ich nur Musik hören“, sagt Zylka.

„Wenn der Kreistag meint, ich wäre hinter dem Lenkrad besser aufgehoben, mache ich das“, aber dann würde er nicht mehr so viele Termine schaffen. Das Aufwendige sei die Fahrtvorbereitung, die Parkplatzsuche und dann von dort zum Veranstaltungsort zu kommen, Routinesachen, um die sich derzeit der Fahrer kümmern würde. „Da müsste ich sonst für jeden Termin eine halbe Stunde länger einplanen.“ Mehr Arbeit könne er jedoch nicht in das Ehrenamt stecken. 25 bis 30 Stunden kalkuliere er für die politische Arbeit pro Woche. Sowieso nehme er den Wagen nur auf Strecken in Anspruch, die länger seien als 20 bis 25 Minuten. Außerdem stehe der Wagen als Teil des Fuhrparks des Kreises auch anderen Mitarbeitern zur Verfügung.

Wie hoch die Einsparung ausfallen würde durch die Streichung von Dienstwagen und Fahrer, das konnte die SPD nicht sagen bei der Vorstellung ihrer Klausurergebnisse. Vor allem aber beim Fahrer sehen die Sozialdemokraten einen Kostenfaktor durch Überstunden, Sonntagsarbeit und Übernachtungskosten. Doch auch beim Kreis waren die Aufwendungen für Wagen und Fahrer gestern nicht zu erfahren: Die Leasingkosten seien laut Vertrag geheim, sagte Zylka. Und bei den Personalkosten gäbe es keine Aufstellung darüber, wie viel Arbeitszeit für den Fahrdienst anfallen und für andere Tätigkeiten – der Fahrer ist beim Gebäudemanagement beschäftigt.

Große Sparmöglichkeiten sieht Zylka aber nicht. Führe er mit seinem Privatwagen, müsste der Kreis dafür auch einen Ausgleich zahlen. Zylka: „Die tatsächliche Ersparnis wäre eher symbolisch.“

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