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Segeberg „Schatz im Silbersee“ bricht alle Rekorde
Lokales Segeberg „Schatz im Silbersee“ bricht alle Rekorde
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20:06 06.09.2016
 Genau 366 369 Zuschauer hätten das Abenteuer „Der Schatz im Silbersee“ gesehen, teilten die Veranstalter am Sonntag in Schleswig-Holstein mit.  Quelle: HRF
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Bad Segeberg

 „In der 65-jährigen Geschichte der Spiele wird zum vierten Mal hintereinander ein Rekordergebnis erreicht – das ist einfach überwältigend“, sagte Ute Thienel, Geschäftsführerin der Kalkberg GmbH, unter dem Jubel der 7300 Zuschauer bei der letzten Vorstellung am Sonntag. Die Begeisterung der Fans habe dieses Ergebnis möglich gemacht. Sie bedankte sich bei „dem großartigen Team“, das auch bei schlechtem Wetter immer seine Spielfreude bewahrt habe.

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Auch die Bad Segeberger Stadtkasse profitiert von hohen Erlösen – Winnetou-Darsteller Jan Sosniok reitet weiter.

„Das Wetter spielt bei der Buchung immer mehr nur noch eine nachgeordnete Rolle.“Ute Thienel, Geschäftsführerin

Tosenden Applaus gab es im Stadion, als die Schauspieler unter Konfettiregen und dem Tote-Hosen-Hit „Tage wie diese“ die Rekordzahl auf Schildern präsentierten. Dabei hatte die Saison alles andere als verheißungsvoll angefangen. Die Premiere im Juni musste wegen heftiger Regenfälle abgebrochen werden. Die Bühne stand unter Wasser, die Schauspieler konnten nicht mehr auftreten.

Zur letzten Vorstellung am Sonntag hingegen lachte meist die Sonne, die Schauspieler überboten sich mit Gags. Nicolas König als der kriegerische Häuptling „Großer Wolf“ mischte sich mitten in einer Actionszene unters Publikum und sah sich das Spektakel unter dem Gelächter der Zuschauer aus der ersten Reihe an. Verkehrte Welt: Oliver Stritzel als skrupelloser Brinkley trank im Saloon statt Brandy Öko-Milch und Old Shatterhand begrüßte die Indianer mit „Moin Moin“, als ginge er gerade im Großstadtrevier auf Streife.

Überhaupt Till Demtrøder. Der fiel als Old Shatterhand etwas aus seiner Rolle, flirtete mit Susan Sideropoulos, die die junge Ingenieurin Ellen spielte. „Habe ich Ihnen eigentlich schon mal gesagt, wie gut Sie im Sattel aussehen?“ Lord Castlepool, gespielt von Peter Nottmeier, wollte mit seiner Riesen-Donnerbüchse den Saloon zerlegen („Ab Morgen wird der ja nicht mehr gebraucht“) und der plötzlich geläuterte „Große Wolf“ hauchte, bevor er starb: „Winnetou, ich werde dich vermissen, jetzt geht es für mich in die Hölle, Hölle, Hölle.“ Für Lord Castlepool war der „Drops gelutscht“ als es auch den bösen Cornel Brinkley erwischte.

Der Spaß geht weiter. 2017 bieten die Spiele mit „Old Surehand“ ein selten gespielte Stück. Jan Sosniok bleibt den Fans als Winnetou erhalten. Das Phänomen, dass die Massen auch bei unwirtlichen Bedingungen zu ihm an den Kalkberg strömen, liegt auch am neuen Online-Buchungssystem. Thienel analysiert: „Die Besucher legen sich mittlerweile gern frühzeitig fest und sichern sich genau die Plätze in der Vorstellung, die sie sich wünschen. Das Wetter spielt bei der Buchung immer mehr nur noch eine nachgeordnete Rolle.“

Auch Dieter Schönfeld, Bad Segebergs Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der Kalkberg GmbH , stellte gegenüber den LN fest, dass gerade die letzten Vorstellungsabende immer ausgebucht waren und mancher Kartenwunsch gar nicht erfüllt werden konnte. „Das ging so weit, dass in den letzten Tagen auch die sichtbehinderten Plätze am Rand alle komplett besetzt waren, wir wollten die von weit her angereisten Menschen nicht nach Hause schicken, weil sie an der Abendkasse nichts bekommen hatten. Das ist schon gigantisch.“

Trotz der großen Nachfrage werde sich am Grundkonzept der Spiele nichts ändern. 72 Vorstellungen pro Saison – das habe sich bewährt. Schönfeld: „Es sei denn, wir erreichen die Zuschauerzahl von 400000, dann muss das neu bewertet werden.“ Man werde die Nachbarn am Stadion aber nicht mit Überraschungen überfallen und die Spielzeit ausdehnen, versprach er.

Die Stadt profitiert weiterhin immens von Winnetou und Co: Im vergangenen Jahr kassierte sie 800000 Euro aus den Erlösen, jetzt erhofft sich Schönfeld ein ähnliches Ergebnis. „Sonst könnten wir uns den defizitären Stadtbus und die Bäder auch nicht mehr leisten.“

 Wolfgang Glombik

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