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Segeberg Scheune auf Hof Weide abgebrannt
Lokales Segeberg Scheune auf Hof Weide abgebrannt
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23:24 26.09.2013
Für die Scheune auf dem Hof Weide (Kreis Segeberg) kam jede Hilfe zu spät, sie brannte bis auf die Grundmauern nieder. Von den 32 behinderten und nicht behinderten Bewohnern der sozialpädagogischen Einrichtung wurde zum Glück niemand verletzt. Einige der Tiere konnten allerdings nicht mehr gerettet werden. Quelle: Joachim Krüger

Gegen 22.15 Uhr am Mittwochabend traf der Notruf bei der Leitstelle Holstein ein. Bewohner des Hofes Weide, vier Kilometer vor der Ortschaft Bimöhlen gelegen, hatten das Feuer in der Scheune entdeckt. Sofort wurde ein Großalarm für die umliegenden Wehren ausgelöst, doch das Gebäude war nicht mehr zu retten. Menschen wurden nicht verletzt.

Als die Feuerwehren anrückten, waren die Flammen schon von weitem zu sehen. Die große Scheune, ein altes Fachwerkhaus, brannte in voller Ausdehnung, Funken stoben durch die Luft. 150 Einsatzkräfte mit insgesamt 19 Fahrzeugen, darunter auch eine Drehleiter, aus Bimöhlen, Wiemersdorf, Hitzhusen, Bad Bramstedt und Großenaspe kämpften bis in die Nacht gegen die Flammen an. Umgehend wurden Wasserversorgungen von einem Bohrbrunnen und dem nahegelegenen Fluss Osterau aufgebaut. Trotz des Großaufgebotes an Einsatzkräften konnte nicht verhindert werden, dass das 25 mal15 Meter große Wirtschaftsgebäude bis auf die Grundmauern abbrannte.

Doch es hätte schlimmer kommen können. Der erste Verdacht, viele der im Stall lebenden Tiere seien im Feuer verendet, bestätigte sich nicht. Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehren konnten zwei Rinder, zwei Kälber, drei Jungsauen sowie ein Eber und zwölf Ferkel aus dem brennenden Gebäude gerettet werden oder selbst fliehen. Lediglich für zwei Ferkel und einige Hühner kam die Hilfe zu spät.

Dafür seien Menschen zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen, meldete die Feuerwehr. Trotz des massiven Funkenflugs gelang es der Feuerwehr, das Feuer auf das freistehende Stallgebäude zu beschränken, ein nahe gelegenes Wohnhaus wurde mit Wasser gekühlt, die Bewohner evakuiert. Das Deutsche Rote Kreuz betreute die insgesamt 32 behinderten und nicht behinderten Bewohner der sozialpädagogischen Einrichtung.

Erschwert wurden die Löscharbeiten durch einen mit Heu gefüllten Boden. „Da waren ohne Ende Glutnester drin“, sagte Einsatzleiter und Gemeindewehrführer Dieter Wagner. Schließlich habe er deshalb entschieden, den vorderen Teil des Stallgebäudes mit Hilfe eines Baggers einzureißen. Gegen 3 Uhr morgens konnte schließlich „Feuer aus“ gemeldet werden. Beendet war der Einsatz mit der Brandwache aber erst kurz nach 8 Uhr morgens. Inzwischen konnten auch alle Tiere wieder eingefangen werden.

Dieter Wagner von der Bimöhlener Wehr war mit dem Verlauf des Einsatzes zufrieden: „Das Zusammenspiel der vielen eingesetzten Wehren hat gut geklappt, die Bewohner des Hofes haben gut reagiert und den Anweisungen der Feuerwehr sofort Folge geleistet.“

Über die Ursache des Feuers konnten Feuerwehr und Polizei gestern noch keine Angaben machen. Die Kriminalpolizei hat die Einsatzstelle beschlagnahmt und die Ermittlungen aufgenommen. Es entstand ein Schaden von etwa 150 000 Euro.

Einen Brand dieser Größenordnung hat es in Bimöhlen das letzte Mal vor 25 Jahren gegeben. Damals habe das sogenannte „Storchenhaus“ gebrannt. Glücklicherweise sei das Gebäude damals auch nicht bewohnt gewesen. nam

Behinderte und Nicht-Behinderte unter einem Dach
Auf dem 450 Jahre alten Hof Weide leben Behinderte mit Nichtbehinderten zusammen. Geleitet wird der Hof von Hartwig Ehlers und Ute Andresen. Alle Mitarbeiter haben Fertigkeiten und/oder eine Ausbildung sowohl in der Landwirtschaft als auch in der Sozialpädagogik.

Zum Hof Weide gehören gut 200 Hektar Land, davon werden rund 60 Hektar bewirtschaftet. An Vieh gibt es 60 Dexter- und 40 Hinterwälder-Rinder. Dexter-Rinder sind die kleinste Rinderrasse Europas. Die Tiere leben fast das ganze Jahr über im Freien und liefern wohlschmeckendes Fleisch. Hof Weide verfügt über ein Hofcafé, das an jedem Wochenende öffnet.

Im näheren Umkreis liegen noch vier Höfe, die der Hofgemeinschaft Weide-Hardebek angehören, wozu auch der Hof Weide gehört. In Schleswig-Holstein gibt es noch weitere Höfe, auf denen nach dem selben Prinzip Behinderte und Nichtbehinderte zusammen leben und arbeiten.

LN

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