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Schilderstreit in Winsen: Die Fronten sind total verhärtet

Winsen/Bad Segeberg Schilderstreit in Winsen: Die Fronten sind total verhärtet

Landrätin bleibt hart, Gemeinde will jetzt klagen und den Petitionsausschuss anrufen. Stellvertretender Landrat Claus Peter Dieck kritisiert Umgang des Kreises mit Kommune.

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Die Winsener wollen weiter um den besten Standort für ihr Ortsschild kämpfen. Sie scharen sich um Bürgermeister Kurt Bonekamp. *Foto: wgl

Winsen. Steht das Schild korrekt? Viele Bürgermeister im Kreis Segeberg schauen jetzt besorgt nach ihren Ortstafeln. Erwartet wird, dass die Kreisverkehrsaufsicht überall nachkontrolliert, ob die Schilder nicht zu weit draußen stehen. Denn Segebergs Landrätin Jutta Hartwieg bleibt hart im landesweit bekannten Schilderstreit von Winsen. Auch nach erneuter Abwägung aller vorgetragener Argumente komme sie zu keinem anderen Ergebnis, teilte sie per Pressemitteilung mit. Eine Einigung mit dem Bürgermeister der Gemeinde Winsen sowie den Vertretern der Bürgerinitiative, die sich für den alten Schilder-Standort einsetzen, konnte, so die Landrätin, „leider nicht erreicht werden“.

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„Als Bürgermeister würde ich eigenhändig das Ortsschild versetzen, wenn die Sicherheit gefährdet ist.“ Claus Peter Dieck (CDU)

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Wie berichtet, wehren sich Dorfbewohner gegen den vom Kreis verfügten neuen Platz der Ortstafel, etwa 150 Meter weiter hin zur Ortsmitte. Unbekannte, wahrscheinlich mehrere Winsener Bürger, hatten das Ortseingangschild an der Kreisstraße 49 in den vergangenen Monaten insgesamt 15 Mal im Schutze der Dunkelheit um 150 Meter an seinen alten Standort zurückgesetzt. Die Kreisbehörden reagierten schnell und machten das Ganze wieder rückgängig, trugen das Schild jedes Mal zurück. Die Polizei observierte mit Kamera. Auch „nach nochmaliger Prüfung der Sach- und Rechtslage“, könne der Kreis nicht anders handeln. Jutta Hartwieg: „Bei allem Verständnis für die Situation in Winsen sehe ich unverändert keine Möglichkeit, bezüglich der Ortstafel in Winsen eine andere rechtmäßige Standortentscheidung zu treffen.“

„Wir wollen nicht klein beigeben“, berichtete Winsens stellvertretende Bürgermeisterin Kirsten Detlef auf LN-Nachfrage. Der Schilderumsetzer sei die letzten Nächte nicht aktiv gewesen. Das Schild stehe noch an seinem vom Kreis gewünschten Platz, wenn auch neuerdings „etwas schief“. Laut Kirsten Detlef müssen die Bürger jetzt beweisen, dass die Autofahrer nach der neuen Beschilderung viel schneller ins Dorf fahren.

Die Winsener wollen sich jetzt auch an den Petitionsausschuss des Landes wenden. Inzwischen ist auch offiziell die Umsetzung des Ortsschildes beim Kreis beantragt worden. Ohne Aussicht auf Erfolg.

Bereits jetzt stehe der Gemeinde der Rechtsweg offen, betonte die Landrätin. Indes hofft Kirsten Detlef auf die Landratswahl im kommenden Jahr durch den Kreistag. „Wenn dann jemand anders am Drücker sitzt, läuft das hier vielleicht besser.“

Der designierte CDU-Kandidat für das Landratsamt, Claus Peter Dieck (CDU), stellt klar, dass es im Fall Winsen für Kreispolitiker keine Einflussmöglichkeit gebe. Er selbst hätte sehr früh das Gespräch mit der Gemeinde gesucht. „Jede Verkehrsentscheidung in diesem Bereich ist eine Einzelfallentscheidung. Ich finde es nicht glücklich, sich jetzt nur auf die gesetzmäßige Handhabung zurückzuziehen.“ Der Kreis müsse das Verkehrsrecht im Auge behalten, aber auch die Wünsche der Gemeinden. „Wir sind doch eine kommunale Familie.“ Jetzt möchten weder Gemeinde noch Landrätin das Gesicht verlieren. Alles sei verhärtet. Die Verkehrsaufsicht sei nach Diecks Auffassung „viel zu rigide“. Von der Sache her stehe er auf Seiten der Winsener, die jetzt damit klarkommen müssen, dass Autofahrer ins Dorf rasen. Als Dorf-Bürgermeister würde Dieck „eigenhändig das Ortsschild versetzen, wenn die Sicherheit der Bürger gefährdet ist.“

Wolfgang Glombik

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