Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Schlaflos in Segeberg
Lokales Segeberg Schlaflos in Segeberg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:09 30.09.2017
Jeder zwölfte Schleswig-Holsteiner hat schwere Schlafprobleme, teilt die DAK in ihrem Report mit. *FOTO: FOTOLIA
Bad Segeberg

Was diese Probleme, ein- und durchzuschlafen, angeht, gibt es leider keine Aufteilung nach Kreisen – aber man darf davon ausgehen, dass es im Kreis Segeberg ebenso aussieht wie im Landesdurchschnitt, wo 78 Prozent der Erwerbstätigen von Schlafproblemen berichten – 31 Prozent mehr als noch vor sieben Jahren. Unter der besonders schweren Schlafstörung „Insomnie“ leidet bundesweit jeder zehnte Arbeitnehmer – in Schleswig-Holstein immerhin noch 8,3 Prozent.

Insgesamt, so die Krankenkasse in ihrem Gesundheitsreport, lassen sich aber nur wenige Betroffene ärztlich behandeln. Und nur eine Minderheit meldet sich beim Arbeitgeber krank. Für Unternehmen bedeutet das: Fast die Hälfte der Erwerbstätigen ist bei der Arbeit müde (43 Prozent). Etwa ein Drittel (31 Prozent) ist regelmäßig erschöpft. Im Vergleich zu 2010 schlucken heute fast doppelt so viele Erwerbstätige Schlafmittel.

Zu anderen Krankheitsfeldern verzeichnet der DAK-Gesundheitsreport durchaus regionale Vergleichszahlen. So nahm im vergangenen Jahr der Krankenstand im Kreis Segeberg insgesamt um 0,2 Prozentpunkte leicht ab – mit einer Quote von 4,0 Prozent (auf 1000 Arbeitnehmer gerechnet bedeutet das 40 Krankschreibungen jeden Tag) lag der Kreis aber immer noch um einen Punkt über dem Landesschnitt von 3,9 Prozent. Den höchsten Krankenstand hatte mit 4,5 Prozent Neumünster, den geringsten Pinneberg mit 3,6 Prozent.

Im Kreis Segeberg wurde im Jahr 2016 jeder fünfte Ausfalltag von Erkrankungen des Muskel- und Skelettapparats verursacht. Rücken- und verwandte Beschwerden nahmen um vier Prozent zu und waren damit erneut die häufigste Erkrankungsart. Mit einem Anteil von 20,3 Prozent folgten auf Rang zwei psychische Erkrankungen wie Angstzustände oder Depressionen – insgesamt aber gab es auf diesem Feld einen Rückgang von 16 Prozent. Auch gesunken, und zwar um sechs Prozent, sind im Kreis die Fehlzeiten aufgrund von Bronchitis und anderer Atemwegserkrankungen.

Nils Junker, der auch für den Kreis Segeberg zuständige Gesundheitsbetreuer, sagt: „Wir informieren nicht nur regelmäßig über den Krankenstand im Kreis Segeberg, sondern schauen zugleich auf wichtige Einflussfaktoren für Erkrankungen.“ So sei für Arbeitnehmer die Prävention wichtig (Siehe Infokasten zu Schlafproblemen) und von den Unternehmen sei ein betriebliches Gesundheitsmanagement einzufordern, bei dem die DAK gern helfe. Junker: „Ein geringerer Krankenstand kommt dann schließlich auch den Firmen zugute.“

Handy und TV stören

Zu viel Fernsehen und Computer am Abend können Menschen den Schlaf rauben, sagt die DAK: „Viele Arbeitnehmer tragen selbst zu einem schlechten Schlaf bei.“ Nach der Gesundheitstudie schauen in Schleswig-Holstein 84 Prozent der Erwerbstätigen vor dem Einschlafen Filme und Serien, 71 Prozent erledigen abends private Angelegenheiten an Laptop oder Smartphone. Etwa jeder Neunte kümmert sich noch um dienstliche Dinge wie E-Mails oder die Planung des nächsten Arbeitstages. So werde der Schlaf in eine Nebenrolle gedrängt. Als Reaktion auf die aktuelle Studie und die zunehmenden Schlafstörungen bietet die DAK ab sofort eine spezielle Schlaf-Beratung an, die rund um die Uhr erreichbar ist. Unter der Rufnummer 040/ 325 325 805 geben Mediziner individuelle Hinweise und Tipps.

 Lothar Hermann Kullack

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!