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Schlafmittel im Kaffee: Verfahren gegen 61-Jährige eingestellt

Kiel/Kaltenkirchen Schlafmittel im Kaffee: Verfahren gegen 61-Jährige eingestellt

„Da war Medizin in der Cappuccinodose — aber es gibt drei bis vier andere Personen, die es hineingetan haben könnten.“ Das sagte Rechtsanwalt Dr.

Kiel. „Da war Medizin in der Cappuccinodose — aber es gibt drei bis vier andere Personen, die es hineingetan haben könnten.“ Das sagte Rechtsanwalt Dr. Dirk Bachmann gestern im Landgericht Kiel gegenüber den LN. Um diese drei oder vier Verdächtigen musste gar nicht spekuliert werden: Das Verfahren gegen die vermeintliche „Giftmischerin“ Monika B.

(abgekürzte Namen von der Redaktion geändert) wurde gegen eine Zahlung von 1200 Euro an den Kinderschutzbund eingestellt.

Ihr war vorgeworfen worden, ihrem Ex-Ehemann in zwei Fällen Schlafmittel ins Kaffeepulver gemischt zu haben. Die 61-Jährige erlebte gestern in Kiel eine erfolgreiche Berufungsverhandlung: Das Norderstedter Amtsgericht hatte sie im August 2014 noch zu zwölf Monaten Haft und zu einer Geldstrafe von 3000 Euro verurteilt.

Nicht zuletzt die lange Dauer des Verfahrens — die unfreiwilligen „Medikamentengaben“ liegen dreieinhalb Jahre zurück — war es, was die 12. Strafkammer des Landgerichts nach kurzer Beratung auf den Antrag von Verteidiger Bachmann eingehen ließ. Laut Paragraph 153 a der Strafprozessordnung kann die Staatsanwaltschaft bei einem Vergehen gegen Auflagen von der Klageerhebung absehen, wenn weder öffentliches Interesse noch die Schwere der Schuld entgegenstehen. Eine Tötungsabsicht hatte schon das Norderstedter Amtsgericht Monika B. seinerzeit nicht unterstellt — sie habe ihrem damals 64-jährigen, geschiedenen Mann nur einen „Denkzettel“ verpassen wollen.

Ex-Ehemann B. hatte seinerzeit über unerklärliche Gedächtnislücken, Schwindelanfälle und Gleichgewichtsstörungen geklagt — immer wenn er zu Hause Cappuccino getrunken hatte. Von seiner medizinisch vorgebildeten Tochter gewarnt, hatte B. die Polizei eingeschaltet, die dann tatsächlich Barbiturate in der Cappuccinodose sowie in den Haaren des Mannes nachgewiesen hatte.

Das alles musste nun gestern nicht mehr nachvollzogen werden — auch ein eigens aus München als Sachverständiger angereister Professor fuhr unverrichteter Dinge wieder nach Hause.

Lothar Hermann Kullack

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