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Segeberg Schlaglochpiste zur Trave-Schule soll endlich saniert werden
Lokales Segeberg Schlaglochpiste zur Trave-Schule soll endlich saniert werden
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12:37 08.07.2016
Wenn sich auf dem offiziellen Schulweg zur Trave-Schule zwei Busse begegnen, ist kein Platz mehr für Fußgänger. Sarah Hossain (v. r.) , Saskia Peeck Martin Sloma und David Salzmann müssen seit Jahren mit dieser gefährlichen Verkehrssituation klarkommen. Quelle: Glombik

Es dürfte Deutschlands einzige öffentliche Schule mit über 100 Schülern sein, die seit Jahrzehnten nur über einen schlecht asphaltierten Feldweg, besser Knüppeldamm, erreichbar ist. Jetzt soll es endlich eine Erneuerung der „Erschließungsstraße“ zur Trave-Schule Bad Segeberg geben. Selbst bei älteren Schülern des Förderzentrums mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung wird oft darauf verzichtet, sie zu Fuß oder mit dem Rad selbstständig zur Schule fahren zu lassen. Zu gefährlich ist die kurvenreiche, enge, zugewachsene Straße mit dem extrem schlechten Asphalt.

Seit über 20 Jahren wird über die schlechte, sehr schmale Straße zur abgelegenen Schule diskutiert – 2017 soll wenigsten der extrem schlechte Asphalt saniert werden.

Jetzt soll es endlich losgehen mit der Erneuerung der Erschließungsstraße, empfahl am Mittwoch einstimmig der städtische Bauausschuss. Vorsitzender Wolfgang Tödt urteilte: „Das ist keine Straße, das ist eine Schlagloch-Ansammlung.“ Seit vielen Jahren wird von der Schulleitung, aber auch den Eltern der kreiseigenen Einrichtung gefordert, die Schule endlich mit einer vernünftigen Straße anzubinden. Seit zehn Jahren habe sich die Situation hier nicht verbessert, trotz früherer zahlreicher Beschwerden, berichtet Elternsprecherin Silke Mette. Kinder, die durch Spasmen oder muskuläre Probleme erheblich gehandicapt seien, würden in den Kleinbussen auf der Schlaglochpiste gehörig durchgeschüttelt und belastet. In der Schule gebe es Kinder mit Epilepsie, wenn der Notarzt hier zum Einsatz gerufen werde, sei die Verkehrsanbindung für den Einsatzwagen eine Katastrophe. Dazu komme die Gefahr der Enge der von Knicks gesäumten Straße. Über zehn Jahre sei die Fahrbahndecke immer nur geflickt worden. „Es ist nur ein Glück, dass nichts passiert ist, das ist lebensgefährlich“, sagt die Elternvertreterin.

Die Betroffenen könnten nichts dafür, dass die Schule vor über 30 Jahren am Ende von Bad Segeberg auf einem Acker gebaut werden durfte. Es sei „ein vergessener Flecken“, hört man von allen Seiten.

Dem will sich die Stadt jetzt nach zahlreichen Ortsterminen annehmen: Auf der kurvenreichen Strecke ist mehr als Tempo 30 lebensgefährlich, aber die Kreisverkehrsaufsicht verweigere eine entsprechende Geschwindigkeitsbegrenzung, wurde im Ausschuss deutlich. Ein Fußweg ist auf der durch Knicks begrenzten, schmalen Straße nicht möglich. So begrüßen Schule und Eltern, dass jetzt wenigstens die Asphaltdecke saniert werde. Zumindest optisch soll mit einem „Tiefbord“ ein Fußgängerbereich abgetrennt werden. „Ich hoffe, dass wenigstens das jetzt schnell umgesetzt wird“, sagt Elternvertreterin Silke Mette.

Jeder Gast, der zur Schule möchte, sei auf dem Knickweg irgendwann der Meinung, es komme nichts mehr, er habe sich verfahren, berichtet Konrektor Markus Freßmann. Einem Gymnasium hätte man über 25 Jahre einen derartigen Schulweg nie zugemutet, hört man überall. Wenigstens werde jetzt der Asphalt saniert. Auf lange Sicht, so Markus Freßmann, könne man aber mit dieser engen Straße nicht leben.

Kinder sollen zu Verkehrsteilnehmern erzogen werden. Wenn die Straße zur Schule für Fußgänger überhaupt nicht sicher sei, könne das doch kein Zustand sein. Freßmann: „Wir sind jetzt froh, dass wenigstens die Schlaglochpiste verschwinden soll.“

 Wolfgang Glombik

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