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Schnelle Not-Reparaturen im Hallenbad kosten 300 000 Euro

Bad Segeberg Schnelle Not-Reparaturen im Hallenbad kosten 300 000 Euro

Außen sieht sie noch ganz passabel aus, doch in ihren "Eingeweiden", tief unten wo Rohre rosten und feuchte Wände gammeln, besteht Handlungsbedarf. Das sagen alle, die sich im Keller von Bad Segebergs Hallenbad umgesehen haben. Eine studentische Expertin soll nun ausrechnen, ob sich ein Neubau eher lohnt als die Sanierung.

Bad Segeberg. Die städtischen Ausschüsse empfahlen trotz einer anstehenden Untersuchung, ob ein Schwimmhallen-Neubau die Stadt langfristig günstiger kommt, eine Not-Geldspritze von 300 000 Euro. Nur so könne der Schwimmbetrieb in diesem Jahr überhaupt noch aufrechterhalten bleiben. „170 000 Euro für die Wand sind zum Beispiel zwingend erforderlich, sonst müssen wir über eine Schließung der Halle nachdenken“, teilte Bauamtsleiterin Antje Langethal mit.

Bad Segebergs „Badewanne“ scheint nicht mehr ganz standsicher zu sein. Experten schätzen den Sanierungsaufwand für die über 50 Jahre alte Schwimmhalle auf über drei Millionen Euro. Wie berichtet hatte der BBS angesichts der extrem hohen Unterhaltungskosten vorgeschlagen, eine Vergleichsberechnung erstellen zu lassen: Sanierung gegen Neubau. Preisfrage: Kommt ein Schwimmhallen-Neubau für die Stadt auf Jahrzehnte gerechnet nicht günstiger? Deshalb soll eine „Lebenszyklusberechnung“ vorgenommen werden – mit den Kosten, die für das alte Bad in den nächsten 30 Jahren anfallen.

Doch vorher muss als Notwehrmaßnahme der Altbau erhalten werden. Kürzlich stimmte dem auch der Hauptausschuss zu: Der Stadtverwaltung werden 300 000 Euro für die allerwichtigsten Maßnahmen bewilligt. Hauptausschussvorsitzende Ursula Michalak berichtete von einer einmütigen Entscheidung. Im Bauausschuss ging es nicht ganz so glatt. Wolfgang Juhls (Unabhängige) warnte davor, viel Geld in ein Haus zu stecken „bei dem wir uns fragen, ob wir es überhaupt erhalten wollen“. Wolfgang Tödt (BBS) plädierte dafür, nur die tragenden nassen Wände (170 000 Euro) für die Statik zu sanieren und die Filter (20 000 Euro) zu erneuern, damit das Gesundheitsamt das Bad nicht schließt. Über neue Rohre im Bereich des Schwimmerbeckens (110 000 Euro) könne man Mitte des Jahres entscheiden, wenn die Stadt wisse, ob sie das alte Hallenbad erhalten möchte oder nicht. „Wir wollen die notwendigen Sanierungsmaßnahmen nicht aufhalten.“ Doch Jörg Röhling (SPD) malte das schlimmste Szenario an die Wand: „Wir können nicht 170 000 Euro in die Statik stecken und das Risiko eingehen, dass danach die Rohre platzen und der Keller voll Wasser läuft.

Auch Annelie Eick, Grüne, sprach sich für die einmalige Finanzspritze von 300 000 Euro aus, pochte aber darauf, dass ein Kostenvergleich erstellt werde. Den soll jetzt eine fähige, fachkundige Studentin mit Bachelor erarbeiten. Langethal: „Ein Glücksfall für uns, sie kann sich intensiv mit dem Thema beschäftigen.“

Die LN fragten bei der Investitionsbank vor. Für ein derartiges Bauprojekt wären zinsgünstige Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) möglich. Auch Landesmittel aus dem Kommunalen Investitionsfonds wären denkbar. Und wenn man die Halle in der „Sozialen Stadt“ der Südstadt bauen würde, dann könnte man mit dem Kieler Innenministerium auch über Städtebaufördermittel reden, zeigte sich Investitionsbank-Sprecher Matthias Günther optimistisch.

Die Hallenbad-Bombe platzt erst jetzt

Schon vor zehn Jahren hätte man sich in Bad Segeberg die Frage stellen müssen, ob eine Sanierung der Schwimmhalle mit dem Sechziger-Jahre-Charme überhaupt noch Sinn ergibt. Die damalige Betreiberin der Halle, die Mittelzentrumsholding Bad Segeberg-Wahlstedt (MZH), die schon mit dem „Fehmare Spaßbad“ die Stadt ins finanzielle Chaos hineingerissen hatte, steckte fast zwei Millionen Euro in den neuen Schick der Kreisstadt-Halle. Lichtdurchflutete Glasfassaden, neue Umkleideräume, Sanitärtrakt und nicht zuletzt einen Wienerwald-Imbiss, der schnell wieder verschwand. Außen hui – nur in den Keller hatte man damals offenbar nicht geschaut oder den drohenden Sanierungsstau einfach nicht bemerkt.

Mit einer „Bombe“ verglich damals der Architekt bei der Eröffnung den Umbau. Wie wahr – die Lunte zündet jetzt, nur wenige Jahre, nachdem die Stadt das sanierungsbedürftige Gemäuer in eigener Regie übernommen hat. Wieder soll der Steuerzahler blechen, diesmal wird mit über drei Millionen Euro Kosten für die Grundsanierung gerechnet. Zudem zeigt sich, dass die Halle auch vom Unterhalt her extrem teuer ist. Über 800 000 Euro muss die Stadt jährlich zuschießen. Jetzt sollte man wirklich alle Varianten auch für ein neues Schwimmbad prüfen. In dieses „Fass ohne Boden“ wurde schon reichlich und genug Geld geschmissen.

Kommentar von Wolfgang Glombik

Wolfgang Glombik

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