Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Schnelles Internet nun doch nicht für alle
Lokales Segeberg Schnelles Internet nun doch nicht für alle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:35 23.09.2016

Entscheidung über den Anschluss der Außenlagen: Die Siedlungen Hoimkenrade, Schwarzensahl und Waldhof dürfen sich neben den Ortslagen von Bühnsdorf und Bahrenhof über einen Sprint im Internet freuen. Sohren, Mönchteich und Rögen sind allerdings raus, so das Ergebnis einer kurzfristig anberaumten Fraktionssitzung der Kommunalen Wählergemeinschaft am Donnerstagabend.

Zur Galerie
Bühnsdorf und Bahrenhof klammern aus Kostengründen mehrere Außensiedlungen von der Erschließung mit Glasfaserkabel aus.

Seit Jahren bemühen sich beide Gemeinden um eine Anbindung an die schnelle Datenautobahn. Die überraschend kurze Fristsetzung für die Beantragung von Bundesmitteln zur Anbindung der Außenlagen hatte die Gemeinden kalt erwischt (die LN berichteten). Bahrenhofs Kommunale Wählergemeinschaft klopfte am Donnerstag das Meinungsbild in einer öffentlichen Fraktionssitzung ab, an der auch Bühnsdorfs Bürgermeisterin Marlis Pielburg mit weiteren Gemeindevertretern teilnahm.

Glücklich war keiner der anwesenden Kommunalpolitiker, die sich am Montag, nachdem sie vom Wege Zweckverband (WZV) den 28. September als letzten Abgabetermin erfahren hatten, schnellstmöglich in der Wakendorfer Gaststätte „Utspann“ für weitere Beratungen verabredet hatten. Nicht nur die kurze Frist ging ihnen gegen den Strich, sondern vor allem die Vertragsgestaltung mit dem WZV sorgte bei einigen Besuchern und Gemeindevertretern für Bauchschmerzen.

Eine Kostenbürgschaft soll die Gemeinde jetzt für den Anschluss der Ortsteile übernehmen, bei denen der WZV Zweifel an der Wirtschaftlichkeit angemeldet hatte. Ein Kostenvolumen oder ein Höchstbetrag sind vertraglich aber nicht benannt, weil es schlichtweg noch keine Zahlen für die Anbindung der abgelegenen Ortsteile an die Datenautobahn gibt. „Das ist eine Blankovollmacht“, sagte ein Zuhörer.

Gemeindevertreterin Sarah Hamann haderte ebenfalls mit dem Vertrag. „Wir haben überhaupt keine Anhaltspunkte“, gab sie zu bedenken.

Legt man einen Preis von 35 Euro pro laufenden Meter Glasfaserkabel zugrunde, müssten die Gemeinden allein beim Anschluss der kleinen Siedlung Mönchteich, die zur Hälfte zu Bahrenhof, zur anderen Hälfte zu Bühnsdorf gehört, eine Bürgerschaft über immerhin 94000 Euro übernehmen. Andere Gemeindevertreter übten ebenfalls Kritik. Hans-Werner Doll: „Vieles hat mir missfallen. Mir ist immer noch unverständlich, warum man Bahrenhof nicht zusammen mit Neuengörs erschlossen hat.“

Einwände, dass die Bahrenhofer , die bereits über Wakendorf I mit Breitband versorgt sind, ihren Glasfaseranschluss kostenlos bekommen hätten, während die Einwohner in den Außenlagen zur Kasse gebeten werden müssten, ließ Bürgermeister Hans-Peter Ulverich nicht gelten: „Die haben eben einfach Glück gehabt.“

Mit sechs Ja-Stimmen bei einer Enthaltung sprachen sich die Gemeindevertreter schließlich für die Anbindung der Siedlungen mit mehreren Anschlüssen aus. Zu teuer würde dagegen die Anbindung der Ortsteile Rögen und Mönchteich. Der gleichen Meinung waren auch die Bühnsdorfer, die neben der Siedlung Mönchteich auch Sohren aus der Breitband-Erschließung ausgeklammert haben.

 Petra Dreu

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige