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„Schock empfohlen“ — vier Defis für Trappenkamps Sportstätten

Trappenkamp „Schock empfohlen“ — vier Defis für Trappenkamps Sportstätten

Nach einem Herzinfarkt eines Tennisspielers im Mai fiel die Entscheidung, die automatischen Lebensretter anzuschaffen — Die Bedienung ist „idiotensicher“.

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Bilder auf den Pads zeigen, wie sie aufgeklebt werden müssen.

Trappenkamp. Den 6. Mai 2015 werden die Tennisspieler in Trappenkamp nicht so schnell vergessen. Auf der Anlage am Sportlerheim lief ein Turnier. „Mitten im Spiel brach ein Mann einer Gastmannschaft zusammen“, berichtet Friedhelm Hammes vom TVT. Herzversagen. „Der lief sofort blau an.“ Glücklicherweise war einer der Spieler auf dem Nebenplatz Rettungssanitäter, der sofort Erste Hilfe leistete. Auch der Trappenkamper Wehrchef wurde sofort erreicht — denn im Gerätehaus gibt es einen Defibrillator, der sofort zur Anlage gebracht wurde. Damit konnte der Mann gerettet werden, bis 20 Minuten später endlich der Rettungswagen aus Neumünster vor Ort war, berichtet Hammes. „Dieses Erlebnis war der letzte Beweis dafür, dass wir hier einen Defi brauchen.“ Seit dieser Woche sind die drei Sportstätten und das Bürgerhaus in Trappenkamp nun mit einem Defi ausgestattet, den jeder im Notfall bedienen kann.

„Ob das Leben nach einem Kreislaufstillstand lebenswert ist oder nicht, darüber entscheiden Sie, die Ersthelfer“, schärfte Carsten Jonas den Spartenleitern und Vorstandsmitgliedern bei der Geräte-Einweisung ein. „Kein Rettungsdienst der Welt ist schnell genug.“ Jonas ist seit 31 Jahren Rettungssanitäter. Und in einem Fall sei er nach siebeneinhalb Minuten beim Patienten angekommen.

„Wir parkten gerade den Wagen an der Wache, als der Notruf reinkam. Der Motor lief.“ Schneller geht es also kaum. Der Unfallort war nur 1,5 Kilometer entfernt. Doch weil sich die Ersthelfer nicht getraut hatten, einzugreifen und den gerade 42 Jahre alten Mann nur in die stabile Seitenlage gebracht hatten, konnte er zwar wiederbelebt werden, doch eigenständig leben könne er heute nicht.

„Manchmal erkennt er noch seine Familie“, bedauert er.

Doch es gibt auch die Geschichte eines Mannes, der auf einer Feier des THW beim Tanzen umkippte. Sofort hatten zwei anwesende Ärzte reagiert, ein Defi war im Einsatz. „Als der Rettungsdienst eintraf, war der Mann bereits wieder in der Lage, darüber zu diskutieren, in welches Krankenhaus er wollte.“

Eigentlich ist keine Einweisung für den AED nötig — den automatischen externen Defibrillator. „Der ist idiotensicher“, betont Jonas bei der Demonstration des Defis. „Und er gibt Kommandos.“ Nach dem Einschalten meldet sich eine männliche Stimme: „Ruhe bewahren. Notruf veranlassen.“ Atmung überprüfen, Atemwege frei machen. Die Anweisungen stehen gleichzeitig auf einem Display in der Mitte des handlichen Gerätes. Zusätzlich werden die Kommandos mit Piktogrammen dargestellt. Dann heißt es: „Pads auf die entblößte Brust des Patienten kleben.“ Diese Anweisung wird so lange wiederholt, bis das Gerät registriert, dass die Pads in Position sind. Auch dies ist mit Bildern auf der sichtbaren Seite der Pads dargestellt. Behaarte Stellen müssen enthaart werden, damit die Pads richtig kleben, das Gerät arbeiten kann, betont Jonas. Ein Einwegrasierer liegt dem Gerät bei, um Schönheit oder eine hautschonende Rasur gehe es im Ernstfall nicht. „Analyse läuft“, meldet der Defi. „Er vergleicht seine Messung mit 7000 EKG-Bildern“, erklärt der Experte. Und nur bei Kammerflimmern und Herzrasen kommt der Defi zum Schluss: „Schock empfohlen, den Patient nicht berühren.“ Erst dann lädt das Gerät und sagt Bescheid, wann die Schocktaste gedrückt werden soll. „Es kann auch sein, dass er sagt: Schock nicht empfohlen.“ Man könne also keinen „Blödsinn“ mit so einem Defibrillator anstellen.

Nach dem Schock weist der Defi an, die Wiederbelebung zu beginnen. Für die Druckmassage gibt es wieder eine Markierung, ein Piepen gibt den Takt vor. Das Gerät sagt sogar an, ob fester gedrückt werden muss.

An den Übungs- und Spartenleitern liegt es nun, den Mitgliedern im Verein die Angst vor der Benutzung der vier Geräte zu nehmen, die ab sofort im Eingang zum Sportlerheim, zur kleinen Turnhalle der Dr.-Gerlich-Schule, zur großen Franz-Bruche-Halle und im Flur zum Bürgersaal hängen. 7378 Euro haben die Geräte gekostet, die vom Kreis- und Landessportverband, der Gemeinde und aus Eigenmitteln des TVT finanziert wurden.

Defibrillator finden
100 000 bis 150 000 Menschen sterben jedes Jahr an plötzlichem Herzversagen in Deutschland. Der schnelle Einsatz eines automatischen externen Defibrillators kann Leben retten. Dazu aber muss man jedoch ein Gerät in der Nähe finden. Unter anderem die Seite www.defikataster.de sammelt Defi-Standorte. In Bad Segeberg sind fünf gelistet: bei Eintracht Segeberg, im Hallenbad, in der Kreisverwaltung, bei der Sparkasse Südholstein (Oldesloer Straße) und in der Praxis Holthaus/Gerth. Weitere Standorte können über „Impressum“ und „Defi-Standort melden“ eingetragen werden.

Nadine Materne

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