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Segeberg Schönfeld: Auch Politik muss helfen
Lokales Segeberg Schönfeld: Auch Politik muss helfen
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23:18 01.02.2016
Dieter Schönfeld, Bürgermeister.

„Wir sind im Termindruck und müssen so schnell wie möglich Wohnungen für Flüchtlinge schaffen“, betonte Bürgermeister Dieter Schönfeld gegenüber den LN. „Rein vorsorglich“ hatte die Stadt mit den Vorarbeiten zur Bauleitplanung für die geplante Unterkunft an der Oldesloer Straße 79 angefangen. Da man diese Bauleitplanung aus rechtlichen Gründen (die LN berichteten) aber gar nicht benötige, wäre es Geldverschwendung, den Bebauungsplan trotzdem auf den Weg zu bringen. Ein Bauantrag reiche. 268 Flüchtlinge — so ist es angekündigt — müsse die Kreisstadt in diesem Jahr aufnehmen. 30 mehr habe die Stadt schon 2015 zur Entlastung des Umlandes untergebracht. „Das wird uns jetzt gutgeschrieben, aber es bleiben über 230 Menschen.“ 58 passen in den Neubau der Wankendorfer Baugenossenschaft an der Theodor-Storm-Straße. In der Oldesloer Straße — dort ist ein „Vielzweckbau“-Gebäude nach dem Kieler Modell geplant — werden 60 Plätze geschaffen.

Es blieben noch 110 Flüchtlinge, für die die Stadt Unterkünfte in diesem Jahr schaffen müsse, so Schönfeld. Er hoffe auf Vorschläge aus den Reihen der Politik. Er möchte aber nicht, dass sich Asylbewerberheime in der Südstadt konzentrierten.

Nun tut sich noch ein weiteres Problem auf: Bad Segeberg habe keinen einzigen freien Pflegeplatz in Bad Segeberger Heimen mehr. Auch der Eichenhof sei ausgebucht. Hier gebe es die Option für den Inhaber des Pflegeheims, seine Anlage auf dem Grundstück noch zu erweitern. Denkbar sei es auch, eine Erweiterung auf dem städtischen Gelände nahe der Geschwister-Scholl-Straße vorzunehmen. Das müsse aber noch beraten werden, ob die Stadt diese Fläche nicht doch selber bebauen möchte.

Schönfeld: „Wir sind in der Pflicht, bei der Unterbringung von Flüchtlingen konkrete Ergebnisse zu liefern. Freundliche Reden reichen nicht, das unterscheidet uns von Bundespolitikern.“ Lösungen seien gefragt, da würden auch keine Einwände der Politik helfen, warum dies und das nicht gehe. Schönfeld spielt damit auf die Kritik von Stadtvertreter Wolfgang Tödt (BBS) an, der in den LN kritisiert hatte, dass die Stadt für die geplante Asylbewerberunterkunft in der Oldesloer Straße keinen B-Plan aufstellt. Das helfe nicht weiter, „wenn im Sommer die Asylbewerber vor dem Rathaus stehen, die Wohnungen aber erst zwei Jahre später fertig sind“. Ein Jahr werde es ohnehin dauern, bis die Oldesloer Straße bezugsfertig werde. Leerstehende Häuser gebe es hier nur wenige.

Am heutigen Dienstag, 2. Februar, (18.30 Uhr, Bürgersaal) gebe es in der Stadtvertretersitzung hierzu Vorentscheidungen.

wgl

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