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Schönfeld: Verein will Mieter der Villa vor die Tür setzen

Bad Segeberg Schönfeld: Verein will Mieter der Villa vor die Tür setzen

Es bleibt dabei, die Jüdische Gemeinde könnte ihre Kita erweitern, eine Nutzung der Villa Flath dazu ist aber völlig ungewiss. Für Aufsehen sorgte Bürgermeister Dieter Schönfeld, der mitteilte, dass der Flath-Förderverein versuche, die jetzigen Mieter der Villa Flath „vor die Tür zu setzen“.

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Bad Segeberg. Schönfeld berichtete am Mittwoch in der Stadtvertretung, dass zwei Mitglieder des Flath-Fördervereins einen Anwalt „in Stellung gebracht haben“. Ihre Stoßrichtung sei, dass der neue Mietvertrag mit dem Verein für Jugend- und Kulturarbeit (VJKA), der auf dem Flath-Gelände Räume nutzt, unterbleiben solle. Beschwert habe sich der Förderverein bei der Stiftungsaufsicht. „Deshalb haben wir jetzt einen Schwebezustand.“

LN-Bild

Es bleibt dabei, die Jüdische Gemeinde könnte ihre Kita erweitern, eine Nutzung der Villa Flath dazu ist aber völlig ungewiss. Für Aufsehen sorgte Bürgermeister Dieter Schönfeld, der mitteilte, dass der Flath-Förderverein versuche, die jetzigen Mieter der Villa Flath „vor die Tür zu setzen“.

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Schönfeld versteht nun nicht, dass man der Stiftung seitens des Fördervereins den Geldhahn zudrehe, denn die Mieterlöse kämen doch der Stiftung zugute. Auch habe der Kunstverein für das kommende Jahr 2018 Künstler angeworben, die dort ausstellen können. Der Vorstoß des Fördervereins solle jetzt bewirken, „dass wir diese Leute vor die Tür setzen sollen“. Und das alles passiere nur, damit der Förderverein selber in die Villa Flath hineinkomme.

Die LN konfrontierten den Vorsitzenden des Fördervereins, Torsten Simonsen, mit den Vorwürfen. Simonsen widersprach dem Bürgermeister. „Der Verein für Jugend- und Kulturarbeit ist eine tolle Einrichtung“, die solle dort auch weiter auf dem Grundstück bleiben. Nur, dass der Verein zwar Nebenkosten trage, aber keine Miete zahle, sei nicht hinzunehmen. So werde bei der Stiftung aus dem Mietverhältnis nichts ankommen. Ihr drohe die Insolvenz, weil früher zu viel aus dem Vermögen entnommen worden sei. „Deshalb haben wir mit anwaltlicher Hilfe einen Brief geschrieben. Das hat nichts mit einer juristischen Auseinandersetzung zu tun.“ Simonsen: „Wir haben auch nicht die Absicht, den Verein dort hinauszudrängen, um selber Mieter zu werden.“ Wichtig sei nur, dass der VJKA mit Unterstützung von Stadt und Kreis normale Miete zahlen könne. Gleichzeitig möchte der Förderverein dort die Freiheit bekommen, Veranstaltungen anzubieten und so die Stiftung finanziell zu unterstützen. Wenn in der Villa Flath eine Kita eingerichtet werde, sei das Anwesen nicht mehr als kulturelles Zentrum nutzbar.

Einstimmig wurde in der Stadtvertretung festgelegt, dass die Verwaltung mit der Stiftung grundsätzlich klären solle, ob die Nutzung als Kita überhaupt mit dem Flath-Testament vereinbar sei. Auch müsse geklärt werden, ob bauliche Veränderungen am denkmalgeschützten Haus möglich seien und ob dadurch finanzielle Belastungen auf die Stadt zukämen. Genauso sei offen, ob neben dem Verein für Jugend- und Kulturarbeit noch andere Interesse hätten, die Villa zu mieten. Eine weitere Diskussion, ob der Kindergarten dort einziehe, werde es erst geben, wenn diese Fragen geklärt seien, stellte Kulturausschussvorsitzender Jens Lichte (SPD) klar. Torsten Bohlmann, Chef der BBS-Fraktion, schlug vor, auf dem Flath-Grundstück die besondere jüdische Historie zu würdigen. So könnten hier Werke von Otto Flath neben denen jüdischer Künstler stehen.

Tatsächlich soll jetzt auf allen Ebenen rechtliche Klarheit geschaffen werden. Schon vor 30 Jahren sei klar geregelt worden, dass die Stiftung und nicht die Stadt das Grundstück besitzt. Das muss jetzt noch nachträglich per Vertrag bekräftigt werden – so die Aufforderung der Stiftungsaufsicht. Rechtsverstöße habe es einige gegeben, ist Bürgermeister Schönfeld überzeugt. Die Villa sollte nach dem Testament des 1987 gestorbenen Otto Flaths für die Nachwelt genauso bleiben. Diese Vorgabe sei aber schon vom ersten Testamentsvollstrecker Hans-Christian Schumacher mit seinem damaligen Architekten Torsten Simonsen missachtet worden. Die Möbel seien eingelagert, die Wohnung umgebaut worden und werde nun für Kunstausstellungen genutzt. – In Flaths Sinne sei das nicht gewesen.

 Von Wolfgang Glombik

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