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Segeberg Schönfelds Puzzle mit Flath und Kitas
Lokales Segeberg Schönfelds Puzzle mit Flath und Kitas
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20:36 14.12.2017
In die Villa Flath darf keine Kita, dafür aber die Musikschule. Quelle: Foto: Wgl

Es ist wie bei einem Puzzle, vor dem man lange verzweifelt gebrütet, vergeblich hin und her probiert hat. Doch plötzlich fügt sich ein Teil mit dem anderen zusammen. Das Bild wird komplett.

Die Bedenken sind ausgeräumt: Der Verein für Jugend- und Kultur (VJKA) darf sich wieder offiziell in der Villa Flath einmieten. Gleichzeitig gibt es andernorts räumliche Alternativen für die jüdische Gemeinde zur Einrichtung von drei bis vier Kita-Gruppen. Die Stadt will helfen.

Ähnlich verhält es sich mit der Villa Flath und der bis jetzt noch unklaren Kindergartensituation im Westteil der Stadt Bad Segeberg. Alles entspannt sich – so sieht es vor allem Bürger- und „Puzzle“meister Dieter Schönfeld.

Zwar darf die Jüdische Gemeinde in der Villa Flath keinen Kindergarten einrichten, da so ein Vorhaben nicht mit dem Zweck der Flath-Stiftung vereinbar wäre, habe die Stiftungsaufsicht mitgeteilt.

Dafür könnte jetzt, so teilte Schönfeld den LN auf Anfrage mit, wieder ein Mietvertrag mit dem Verein für Jugend und Kultur (VJKA) geschlossen werden. Die Landes-Stiftungsaufsicht hatte, wie berichtet, vor Monaten zur Fortsetzung des Mietverhältnisses für die Musikschule ihr Veto eingelegt. Grund war ein anwaltliches Schreiben des Flath-Fördervereins, der das seit 2010 währende Mietverhältnis mit einer jährlichen Bezuschussung von 25000 Euro als „unzulässig“ bezeichnete. Es verstoße gegen Vermögensinteressen der Stiftung und könnte gar den Tatbestand der Untreue erfüllen. Nach diesem Anwaltsschreiben habe die Stiftungsaufsicht den Abschluss eines erneuten Mietvertrages im Jahr 2016 mit dem VJKA untersagt. Inzwischen habe es eine ganze Reihe von Gesprächen gegeben. Die oberste Stiftungsaufsicht habe nun ihr Okay gegeben. Die Villa kann an den VJKA weiter vertraglich vermietet werden, um Einnahmen zu erzielen. Schönfeld: Wir wären jetzt in der Lage, den Vertrag aufzusetzen. „Wir werden Mitte Januar darüber beraten.“ – Dieses Puzzleteil passt also.

Auch die Jüdische Gemeinde hat ihre Pläne zur Ausdehnung ihres Kindergarten nach der Villa- Flath-Absage noch nicht begraben. Es bleibe bei der Zielsetzung, drei oder vier Gruppen einzurichten, so Schönfeld. Jetzt müsse die Aufnahme in den Kindergartenbedarfsplan erfolgen. Man habe für einen interkulturellen Kindergarten räumliche Möglichkeiten im Blick, die aber erst mit Immobilieneigentümern genauer abgeklärt werden müssen. Schönfeld: „Die Stadt will helfen und mögliche Baukosten finanzierbar machen.“ Es gebe übrigens hier ein großes Eigeninteresse der Stadt, die Kosten niedrig zu halten. Wieder ein Puzzleteil das passen könnte!

Gemeinsam mit dem geplanten Kindergartenprojekt für fünf Gruppen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in der Dorfstraße lägen jetzt zwei konkrete Anträge vor. Die noch vor wenigen Monaten bestehenden Differenzen zwischen Stadt und ASB (die LN berichteten) seien ausgeräumt, teilte der Bürgermeister mit. Mit dem ASB gebe es in Kürze weitere Abstimmungsgespräche. Der ASB haben zumindest jetzt schon ein baureifes Grundstück in der Dorfstraße. Das Kita-Projekt könnte 2019 fertig werden, die jüdische Gemeinde könnte ihr erweitertes Angebot 2020 anbieten. Ein dritter Bewerber – den Namen wollte Schönfeld noch nicht verraten – stehe in den Startlöchern mit einem konkreten Angebot für 2020.

Doch woher sollen die vielen Kindern dafür kommen? Schönfeld hat da keine Sorge: „Wir sind gut in Form, die Geburtenzahl ist steigend.“ Sogar in seiner Verwaltung gebe es viele Mitarbeiterinnen, die „mit Mutterfreuden gesegnet“ seien. Dazu komme, dass die Wünsche nach Krippenplätze größer werden. Es zeichne sich ab, dass die Eltern ihr Kind schon mit einem Jahr in die Krippe geben möchten.

Höherer Bedarf – mehr Krippenplätze: Auch dieses Puzzleteil passt also.

Und es gibt noch ein Teilchen, dass das Bild vollenden könnte: Die Zeiten, als es seitens der Stadt noch den Ehrgeiz gab, möglichst viele eigene städtische Kitagruppen einzurichten, scheinen offenbar vorbei. „Wir müssen 2023 das Ende des Mietvertrages in der ,Mühle’ im Auge haben“, sagt Schönfeld. Hier hat die Stadt derzeit zwei Ganztagsgruppen und eine Naturgruppe untergebracht.Ob es hier in fünf Jahren weitergeht ist unklar. Schönfeld möchte deshalb die „Trägervielfalt“ bei den Kindergartenanbietern in der Stadt eher ausbauen.

Von Wolfgang Glombik

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