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Segeberg Schüsse in Wahlstedt: Polizei stoppt Bewaffneten
Lokales Segeberg Schüsse in Wahlstedt: Polizei stoppt Bewaffneten
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21:32 02.01.2018
Ein Polizist setzte seine Schusswaffe ein, nachdem der Mann gestellt worden war. Quelle: Daniel Friedrichs
Wahlstedt

"Um 11.27 Uhr informierte eine Zeugin die Polizei über eine verdächtige Person, die sich auf einem Grundstück aufhalten sollte", sagte ein Polizeisprecher. "Vor Ort trafen die eingesetzten Beamten auf einen Mann, der bei Erblicken der Polizisten davonlief." Der Mann habe eine Waffe mit sich geführt. Die Einsatzkräfte hätten zu Fuß die Verfolgung aufgenommen und den Mann schließlich gestellt.

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„Die Beamten haben gezielt geschossen, um den Mann kampfunfähig zu machen." Axel Bieler, Oberstaatsanwalt

Und zunächst sah auch alles danach aus: Als die Beamten kurz nach dem Anruf der Zeugin im Heideweg eintrafen und den Mann angesprochen haben, soll dieser sofort auf die Beamten geschossen haben, schildert Oberstaatsanwalt Axel Bieler den Fall gestern. Daraufhin ergriff der Verdächtige mit der Waffe in der Hand die Flucht in ein nahegelegenes Waldstück. Die Beamten nahmen zu Fuß die Verfolgung auf. Mehrfach forderten die sie den Mann auf, die Waffe fallenzulassen. „Es wurden auch Warnschüsse abgegeben“, so Bieler. Aber selbst davon habe sich der Flüchtige nicht stoppen lassen, schildert der Kieler Polizeisprecher Matthias Arends. Die Kripo in Kiel sowie die Staatsanwaltschaft haben die Ermittlungen in dem Fall aufgenommen.

Beim Gildeweg, auf der anderen Seite des Waldstücks, konnte der flüchtige Mann schließlich gestellt werden von den drei Polizeibeamten. Ergeben wollte er sich aber immer noch nicht. Im Gegenteil. „Die Person soll dann nochmal geschossen haben“, sagt Oberstaatsanwalt Bieler. Daraufhin hätten die Polizeibeamten gezielt auf den Bewaffneten geschossen, „um ihn kampfunfähig zu machen“. Der Flüchtige ging zu Boden und konnte schließlich festgenommen und in ein Krankenhaus zur Behandlung gebracht werden.

Der Mann, gegen den die Staatsanwaltschaft nun wegen Bedrohung ermittelt, wurde beim Schusswechsel schwer am Bein verletzt. „Es wurde eine Arterie getroffen“, sagt Bieler. Es habe zunächst Lebensgefahr bestanden. Inzwischen bestehe diese nicht mehr.

Warum der Mann überhaupt die Flucht ergriffen hat, ist unterdessen noch völlig unklar. Nach ersten Ermittlungen der Kripo Kiel und der Staatsanwaltschaft befand sich der 38-Jährige nicht zu Unrecht auf dem Grundstück. Womöglich hat er sogar in der Nachbarschaft gelebt. „Ein Einbrecher war er nicht“, sagt Bieler. Er durfte sich dort aufhalten. Auch ist der Mann bisher nicht polizeilich bekannt gewesen.

Die sichergestellte Waffe ist nach ersten Erkenntnissen der Ermittler eine Schreckschusspistole, die aber täuschend echt ausgesehen haben soll, wie Polizeisprecher Matthias Arends sagt. Ob der Mann berechtigt war, die Gaspistole zu tragen, müsse laut Staatsanwaltschaft jedoch noch geklärt werden. Auch, warum der Mann überhaupt die Waffe bei sich getragen hat und so schnell das Feuer auf die Beamten eröffnete, ist Gegenstand der Ermittlungen. Nach derzeitigen Erkenntnissen gehen die Ermittler davon aus, dass der Mann psychisch krank ist. Ob dies der Grund war oder noch andere Faktoren eine Rolle spielten – etwa Drogeneinfluss – ist ebenfalls noch unklar.

 Nadine Materne

 

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