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Segeberg Schützen stehen jetzt unter Schutz
Lokales Segeberg Schützen stehen jetzt unter Schutz
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14:17 18.06.2017
Die Gilde sorgte gestern beim Schützenumzug durch Bad Segebergs Innenstadt für großes Aufsehen. Quelle: Domann
Bad Segeberg

„Wissen. Können. Weitergeben.“ Diese drei Verben stehen auf der Auszeichnung für das Immaterielle Kulturerbe. Sieben Formen des Immateriellen Kulturerbes wurden im März von der Deutschen UNESCO-Kommission, der Kultusministerkonferenz und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien ausgezeichnet. Unter anderem das Schützenwesen. Eine Begründung war, dass das Schützenwesen historisch gewachsen und ein lebendiger Teil der regionalen oder lokalen Identität sei. Es umfasse zahlreiche Bräuche, die in unterschiedlichen Erscheinungsformen gelebt werden (Schützenfest, Umzug, Königsvogelschießen). Gerade in kleineren Orten prägten die unterschiedlichen Aktivitäten des Schützenvereins das Gemeinschaftsleben.

Stadtvogelschützengilde von 1595 wurde beim Vogelschießen als Unesco-Kulturerbe ausgezeichnet.

Während des Großen Vogelschießens am Wochenende erhielt nun auch die Bad Segeberger Stadtvogelschützengilde von 1595 die Auszeichnung; Bürgermeister Dieter Schönfeld überreichte das Plexiglas-Schild.

Die Gilde sei ein wichtiger Beitrag zur Brauchtumspflege und Gemeinschaft. Dass die Bevölkerung hinter der Gilde stehe, habe der Umzug gezeigt, viele Passanten hätten dem Zug zugewunken. Die ängstlichen Äußerungen zweier kleiner Kinder und die Bemerkung einer älteren Dame „Wat soll der Schiet“ hatte der Bürgermeister scheinbar aufgrund der Marschmusik nicht gehört.

Außerdem versprach Schönfeld seinen Gildebrüdern, dass man niemals die Stadtentwicklung so gestalten werde, dass Wohnhäuser zu nahe am Ernst-Wickel-Stand gebaut würden und dadurch das Zuhause der Gilde gefährdet wäre.

Traditionell schießen die Festgäste auf eine Zitrone, die der Holzvogel im Schnabel hält. So auch dieses Mal. Jedoch mit dem Unterschied, dass nach dem zweiten Schuss bereits alles entschieden war. Polizist Michael Dreyer holte die saure Frucht herunter und musste hineinbeißen.

Bereits Freitagabend war das Vogelschießen mit dem Aufbringen des Holzvogels auf dem Schützengelände eröffnet worden. Vogelbauer Matthias Harloff hatte den Vogel in etwa zwölf Meter Höhe hochgezogen.

Für das bunte Gefieder hatte Erich Fritsch gesorgt. Bevor die 66 Gildebrüder und ihre Gäste sich zum Kommers zusammensetzten, wurden einige Schützen befördert (siehe Kasten). Außerdem wurden Oberistennadeln verliehen: Alexander Richter (fünf Jahre), Dieter Kuhn, Walter Lohse, Gerhard Messerig, Thomas Wilken und Peter Zastrow (zehn Jahre), Erich Fritsch, Joachim Meyer, Erwin Reitt, Emil Siebke und Jörg Specht (15 Jahre), Wilhelm Cassing (20 Jahre), Karl-Willi Jansen (25 Jahre) sowie Ernst Reher (30 Jahre). Eine besondere Ehrung wartete auf Detlef Kuhnke, der die vergangen Jahre als 1. Ältermann für reibungslose Abläufe gesorgt hatte. Aufgrund seines besonderen Engagements bekam er von Peter Kröhnert, Präsidenten des Norddeutschen Sportbundes, eine goldene Ehrennadel.

 Silvie Domann

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