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Segeberg „Schwammsein“ hält gesund und glücklich
Lokales Segeberg „Schwammsein“ hält gesund und glücklich
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20:15 06.02.2016
Die Neumünsteraner Band „BeatShock“ — hier Sonja Vollmer (Saxophon) und Jennifer Hans (Gesang) — sorgte für den musikalischen Rahmen des Neujahrempfangs der Kreishandwerkerschaft Mittelholstein. Quelle: Fotos: Silvie Domann

Flüchtlingssituation, Konjunktur, Generationswechsel, doppelter Abiturjahrgang, Bedeutung des Meisterbriefes und der Irrglaube, dass Handwerker weniger verdienen als Hochschulabsolventen waren einige Themen, die in den Grußworten der Redner während des gestrigen Neujahrsempfangs der Kreishandwerkerschaft Mittelholstein im Vitalia Seehotel Beachtung fanden. Die Redner waren Kreishandwerksmeister Michael Kahl, Präsident der Handwerkskammer Lübeck Günther Stapelfeldt und Thorsten Freiberg, Präsident des Vereins Handwerk Schleswig-Holstein.

Außerdem wurde Dachdeckermeister Volker Thullesen aus Langwedel mit dem goldenen Meisterbrief ausgezeichnet, am 25. November 1965 hatte er seine Prüfung abgelegt. Auszeichnungen gab es auch für Pia Kneupper und Marius Korten. Die beiden 19-Jährigen sind Vize-Landesmeister im praktischen Leistungswettbewerb der Handwerksjugend des Landes.

Besonderer Höhepunkt war der Festvortrag von Dr. med. habil. Volker Busch, Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Regensburg. Locker und amüsant referierte er über das Thema Stress und welche Möglichkeiten der Mensch hat, damit umzugehen. Er zog den Vergleich zu Schwämmen und Bleistiftminen. Manche Menschen seien so empfindlich wie eine Bleistiftmine, die bei Belastung bricht; andere seien wie Schwämme, die nach jedem Gebrauch und noch so heftiger Behandlung wieder zurück in den Ausgangszustand springen würden. Und diese Schwammform sei gut, um Stress zu bewältigen. Doch welche psychischen Grundbedürfnisse sind wichtig, um dieses „Schwammsein“ zu erfüllen? „Untersuchungen haben ergeben, dass es fünf Stück und überall auf der Welt in allen Kulturen und Gesellschaftsschichten die gleichen sind“, sagte Busch. Es sind: Lustgewinn, Selbstwertschutz, Bindung, Autonomie und Kontrolle sowie Orientierung und Sinnhaftigkeit. Busch erläuterte die einzelnen Punkte eingehend und gab gleichzeitig ein wenig Fremdwörterkunde. So erfuhren die knapp 140 Zuhörer, dass es sich bei dem lateinischen Begriff „Oskulation“ ums Küssen handelt. Küssen habe nichts mit Sex zu tun, sondern diene der Kontaktaufnahme, der Bindung. „Küssen senkt die Kortisolaktivität, allerdings ist man währenddessen doofer“, so Busch.

Diese fünf „Schwammfaktoren“, wie Busch sie bezeichnete, dienten nun als „Sparbücher des Lebens“. Aus diesen fünf Töpfen werde das „Anforderungskonto“ gefüllt, aus dem berufliche und private Verpflichtungen bezahlt werden müssten. Man könne also versuchen, die Ausgabenseite zu reduzieren oder die Einnahmenseite zu erhöhen, um eine Balance zwischen den Anforderungen des Lebens und seinen eigenen Bedürfnissen zu erreichen. „Doch dafür ist man selbst verantwortlich, es gibt keine biologische Ursache für ein Burn-out, es ist der Lebenswandel.“

Die Besten der Besten

21 Innungen mit etwa 950 Betrieben gehören zur Kreishandwerkerschaft Mittelholstein. Rund 2300 Lehrlinge werden derzeit ausgebildet, 877 davon befinden sich im ersten Lehrjahr. Das sind 28 Auszubildende mehr als im Vorjahr und entspricht einer Steigerung von 3,2 Prozent.

Ihre Ausbildungen abgeschlossen und erfolgreich am Leistungswettbewerb der Handwerksjugend Schleswig-Holstein teilgenommen haben folgende Jugendliche aus dem Bereich Mittelholstein:

Schuhmacherin Liesa Frederike Holzberger (Neumünster), Fliesen-, Platten- und Mosaikleger Aleksej Kern (Neumünster), Dachdecker Marius Korten (Neumünster), Feinwerkmechaniker Kai Hündorf (Henstedt-Ulzburg), Orthopädiemechanikerin und Bandagistin Pia Kneupper (Groß Kummerfeld), Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik Christian Krohn (Norderstedt), Keramikerin Laura Mahnke (Henstedt-Ulzburg) und Straßenbauer Tom Lienau (Nehms). Sie erreichten erste bis dritte Plätze beim Landes- und/oder Bundeswettbewerb. sd

Silvie Domann
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