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Schwarz-Rot-Gelb wirbt für den Kauf von „Juhls Gasthof“

Itzstedt Schwarz-Rot-Gelb wirbt für den Kauf von „Juhls Gasthof“

1,1 Millionen Euro für etwa 2,2 Hektar Land inklusive Gebäude, das will die Gemeinde Itzstedt für „Juhls Gasthof“ und die dazugehörigen Ländereien berappen, wenn es nach der Mehrheit der Gemeindevertreter geht.

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Volles Haus: Etwa 150 Itzstedter informierten sich bei der Bürgerversammlung in „Juhls Gasthof“.

Itzstedt. Kurz vor Vertragsabschluss legten Vertreter der Wählergemeinschaft UBI (Unabhängige Bürger für Itzstedt) eine Beschwerde gegen Beschlüsse ein, die die Kommunalaufsicht abwies. Daraufhin streben sie ein Bürgerbegehren und sammelten bereits Unterschriften dafür.

LN-Bild

Zur Bürgerversammlung der drei Itzstedter Fraktionen kamen 150 Menschen.

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„Wir wollen nicht noch einmal den Fehler wie bei der Alten Schule machen, etwas verkaufen, das dann abgerissen und zugebaut wird.“ Reinhard Schümann (FDP)

Nun hatten die Fraktionen von CDU, FDP und SPD zu einer Bürgerinformationsveranstaltung in den traditionsreichen „Juhls Gasthof“ eingeladen. Die Fraktionsvorsitzenden Hans-Jürgen Juhls (CDU), Reinhard Schümann (FDP) und Helmut Thran (SPD) informierten und beantworteten Fragen aus den Reihen der etwa 150 Besucher. Während die drei Gemeindevertreter ihre Beweggründe für den Kauf darlegten, lief eine Bilderschau im Hintergrund. Alte und aktuelle Fotos zeigten die Veranstaltungen in Juhls Gasthof:

Karussells, rauschende Feste, Theaterspiel oder Dudelsackspieler.

Die drei Gemeindevertreter betonten, dass sie den alten Ortskern Itzstedt erhalten wollten, sei er doch sozialer und kultureller Treffpunkt seit Generationen. Außerdem befürchten sie bei einem Verkauf an einen Investor, dass die Grünfläche an der Doppeleiche zugebaut werde. „Wir wollen nicht noch einmal den Fehler wie bei der Alten Schule machen, etwas verkaufen, das dann abgerissen und zugebaut wird“, betonte Schümann. Er erklärte, welche Liegenschaften zum Kaufangebot gehören: die Gaststätte mit Wohnung, eine Scheune, der Bolz- und Spielplatz, das Gelände des Schützenvereins mit Hauskoppel, der als Wurfscheibenplatz genutzt wird, und ein privater Weg. Die Fläche, die der Schützenverein nutzt, würde dieser der Gemeinde für etwa 70 000 Euro abkaufen. Mehrere Gutachten hatte die Gemeindevertretung eingeholt: Unter anderem sei ermittelt worden, dass die Gemeinde mit Mieteinnahmen von 47500 Euro (für Gaststätte, Scheune und Wohnung) pro Jahr rechnen könne. Dem gegenüber stünden jährliche Verpflichtungen von 33500 Euro für einen neuen Kredit. Für den Großteil der Gemeindevertreter ein sicheres Finanzierungskonzept.

Nicht ganz unwichtig ist dabei die Tatsache, dass die Pumpstation der Gemeinde ein paar Meter vom Bolzplatz entfernt liegt. Diese Pumpstation sei marode und müsse saniert werden, hieß es an dem Abend. Das könne nur über einen Neubau geschehen. „Gehört uns das Land, kann die Pumpstation dort errichtet werden, gehört es einem Investor, wird das schwieriger und wesentlich teurer“, so Schümann.

Eine mögliche Nutzung des Gesamtgeländes erörterten die drei Kommunalpolitiker nicht. Man wolle einen Schritt nach dem anderen gehen; auf jeden Fall würden die Bürger beteiligt werden. Auch betonten sie, dass keiner von ihnen gegen einen Bürgerentscheid sei. Das hätte man aber vor einem halben Jahr machen können. Das Verfahren jetzt koste viel unnötige Zeit. Es könne bis zu einem Dreivierteljahr dauern. Zum einen würden die Kreditbedingungen nur jetzt gelten, zum anderen dürfe die Gemeinde, so lange das Verfahren laufe, nicht Gebrauch vom Vorkaufsrecht machen.

Verhalten beteiligten sich die Bürger an der Diskussion. Unter anderem gab es Fragen zu Sanierungskosten und Pro-Kopf-Schulden. Außerdem wurde die Wichtigkeit eines zentralen Dorfmittelpunktes gerade für die ältere Generation hervorgehoben. Die ehemalige Bürgermeisterin Uta Mette betonte, dass für sie das Problem mit der Pumpstation das wichtigste sei und nicht der Gasthof im Vordergrund stehe.

Wie es nun weitergehe, müsse sich zeigen. So gebe es zum Beispiel die Möglichkeit, das Verfahren zu verkürzen, indem die Gemeindevertreter sich mehrheitlich für einen Bürgerentscheid aussprächen, so Thran.

 Silvie Domann

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