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Schwarzkittelpirsch am Maisfeldrand

Rickling Schwarzkittelpirsch am Maisfeldrand

Überall in Segeberg wird die Ernte der Kolbenpflanze eingefahren. Mit dabei sind die Jäger. Ihr Ziel: Wildschweine. „Diese Bejagung ist wichtig, um den Bestand des Schwarzwildes konstant zu halten“, sagt Wolfgang Heins, Präsident des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein.

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Überall im Kreis sind derzeit die Maishäcksler auf den großen Äckern im Dauereinsatz, so wie hier zwischen Wahlstedt und Fehrenbötel.

Rickling/Wahlstedt. Bis spät in die Nacht und dann am nächsten Morgen noch vor dem Sonnenaufgang schon wieder sind sie derzeit unterwegs, um die Mieten an den Biogasanlagen zu füllen: Die Traktoren mit ihren gigantischen Anhängern, die das einfahren, was ihnen Acker und Maishäcksler eintrichtern. Die Maisernte hat begonnen. Auch im Segebergischen herrscht seit fast zwei Wochen geschäftiges Treiben auf den Äckern. Und das heißt nicht nur volles Programm für die landwirtschaftlichen Betriebe, sondern auch für die Jägerschaft.

Denn in den vergangenen Wochen waren die Maisbestände Nahrungsquelle und Schutz für das Wild. Nicht nur Wildschweine fühlen sich in den mit mannshohen Maispflanzen bewachsenen Feldern wohl. „Ach, da tummelt sich allerhand: Rot- und Rehwild, Füchse, auch mal ein Dachs“, sagt Erhard Götzke und schaut zu, wie die Erntemaschine auf einer großen Fläche zwischen Wahlstedt und Fehrenbötel Reihe um Reihe der Pflanzen absäbelt, häckselt und die Silage über ein Rohr in die Anhänger der Traktoren bläst.

„Wir haben Sonnabend bei Daldorf unsere Hunde durchs Maisfeld gedrückt, da kam lediglich ein Wildschwein raus“, sagt Jäger Andre Vaaß. „Erlegt wurde es nicht.“ Wenn Häcksler sich durch die Maisreihen fressen, werden die Schwarzkittel zwar aus der Deckung gescheucht und es ergibt sich für die Jäger eine gute Möglichkeit, sie zu bejagen. Aber nicht immer ist die Ausbeute groß.

„Diese Bejagung ist wichtig, um den Bestand des Schwarzwildes konstant zu halten“, betont Wolfgang Heins, Präsident des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein. „Die Wildschweine haben keine natürlichen Feinde und würden sich in kürzester Zeit so stark vermehren, dass sie zur Plage werden können“, mahnt er. Jagdpächter Manfred Lüthje, der gemeinsam mit Gritt und Andre Saggau zwischen zwei Äckern mit einem mobilen Hochsitz Stellung bezogen hat, stimmt ihm zu. „Wir haben hier eine Ecke von etwa 240 Hektar“, beschreibt er die Fläche, die er bei der Maisernte im Blick hat.

„Vergangenes Jahr hatten wir hier drei Wildschweine.“ Ich glaube, da hinten an der Au, da sind mehr“, schätzt Lüthje und zeigt über etliche Hektar Mais hinweg in eine bestimmte Himmelsrichtung.

Mit fortschreitender Ernte bieten die Felder nur noch wenig Schutz für die Tiere, und die Jäger sind auf der Pirsch: Für Schwarzwild und Co. beginnt mit der Maisernte Anfang Herbst also eine besonders hektische Zeit. Und so steigt auch die Unfallgefahr im Straßenverkehr. Die früh einsetzende Dunkelheit birgt zusätzliches Gefahrenpotenzial, wenn die Tiere überraschend die Straße queren und erst spät von Autofahrern erkannt werden. Deshalb mahnt der Landesjagdverband Verkehrsteilnehmer, unbedingt die Hinweise auf Ernte und Erntejagden zu beachten – und ernst zu nehmen. Wolfgang Heins appelliert: „Wir empfehlen allen, zu ihrer eigenen Sicherheit: Fuß vom Gas!“

Mehr Wildschweine

16000 Hektar wurden laut Kreisbauernverband 2015 etwa im Segebergischen mit Mais bewirtschaftet. Das ist knapp ein Drittel der Gesamtackerfläche. Die Hälfte dieser Jahresernte wird für Biogasanlagen, die andere für die Viehfütterung verwendet. 11273 Wildschweine wurden im Jagdjahr 2014/2015 im Land erlegt. Das waren 23 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Schwerpunkte lagen dabei auf den Kreisen Segeberg, Ostholstein, Plön und dem Herzogtum Lauenburg.

 Heike Hiltrop

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