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Segeberg Seedorfer Herrenhaus kommt unter den Hammer
Lokales Segeberg Seedorfer Herrenhaus kommt unter den Hammer
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15:12 05.02.2016
In so ein schönes Anwesen wie das Herrenhaus kann man sich leicht vergucken. Die Kehrseite der Medaille ist, dass der Unterhalt der Gebäude meist mehr kostet als kalkuliert wird. *Fotos: Roeßler/Dreu

Das Seedorfer Herrenhaus wird zusammen mit den angrenzenden Gebäuden zwangsversteigert. Am Dienstag, 8. März, kommt es um 10 Uhr im Bad Segeberger Amtsgericht in Saal 3 öffentlich unter den Hammer. Der Verkehrswert des gesamte Ensembles beträgt 749096 Euro.

Die derzeitigen Eigentümer wohnen dort schon nicht mehr, ihr Unternehmen — sie haben Altenheime betrieben beziehungsweise verwaltet — existiert dort auch nicht mehr.

Das Zwangsversteigerungsverfahren hat eine lange Vorgeschichte. Grund: Es hatte mehrere Gutachterwechsel gegeben, weil es Uneinigkeit über die Inhalte gegeben hat. Das gültige Gutachten datiert bereits vom November 2014 und hat 194 Seiten. Obwohl immer wieder Geld in das Anwesen, insbesondere in das repräsentative Herrenhaus gesteckt wurde, besteht laut Gutachten „Sanierungsbedarf“, vor allem bei den zahlreichen Nebengebäuden. Insbesondere müsse in die energetische Optimierung Geld investiert werden. Das Herrenhaus steht unter Denkmalschutz. 18557 Quadratmeter Land gehören zu dem Objekt, dazu Pferdeställe, Försterei, Schmiede, Garagen, Stallungen, ein wunderschöner Gewölbekeller.

Ist so ein Objekt gut zu vermarkten? Rechtspfleger Uwe Harm glaubt schon. Es gebe durchaus Makler, die sich auf derartige Gebäude spezialisiert hätten: „Es gibt dafür offenbar einen Markt.“

Zumal die Lage am See einmalig sei und das Herrenhaus — es wurde zwar Ende des 17. Jahrhunderts gebaut, sein heutiges Aussehen hat es aber um 1892 erhalten — sehr schön sei.

Kein Interesse als Käufer hat die Gemeinde Seedorf. Das sagte Bürgermeister Gerd Lentföhr. „Sie kennen ja den Verkehrswert . . . wir haben andere Vorhaben. Aber wir haben natürlich ein Interesse daran, dass das Anwesen in gute Hände kommt.“ Einige Gebäude seien baufällig, etwa die früheren Pferdeställe. Das Herrenhaus sei soweit in Ordnung, zuletzt sei es 1980 grundlegend renoviert worden.

„Am besten wäre es, jemand verliebt sich in diese Immobilie — und hat viel Geld.“

Das Problem der Eigentümer war offensichtlich, dass die Kosten ihres Anwesens die Einnahmen, die damit generiert werden konnten, überstiegen. Die Besitzer waren bemüht, durch Veranstaltungen wie Hochzeitsfeiern und Musikabende in den teils wunderschönen Räumen des insgesamt über 700 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche bietenden Herrenhauses Geld zu verdienen. Häufig haben sich Paare im historischen Torhaus (das der Gemeinde gehört) trauen lassen, um anschließend im Herrenhaus zu feiern. Offensichtlich reichte dies aber nicht, um den laufenden Unterhalt des Anwesens davon zu bestreiten.

Geschichte des Hauses

1697 wurde das Herrenhaus fertiggestellt. Eine Burg gab es seit dem Mittelalter, ab 1462 bewohnt von Familie von Buchwaldt.

1734 Gräfin Hahn, geborene Rantzau, erwirbt Seedorf aus einer Zwangsversteigerung. Nach ihrem Tod werden die Güter Hornsdorf, Hornsmühlen und Seedorf 1754 unter ihren Söhnen aufgeteilt.

1764 Caspar von Buchwaldt kauft das Herrenhaus.

1945 Nachdem das Haus zur Nazizeit „Reicharbeitsdienstschule“ war, werden nun entlassene Zwangsarbeiter, später Flüchtlinge aus Ostpreußen untergebracht.

1995 Ehepaar Jordan-Wittwer kauft das Haus, wo zuvor Prof. Eckhard Maronn als Pächter rund 200 Konzerte veranstaltete.

Christian Spreer
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