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Segeberg Segeberg vom Rande aus: Reporter besuchten Nord, Süd, Ost und West
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21:23 21.10.2017
Segeberg

Der Norden ist herrlich zum Wandern 

Nördlich von Stocksee, im Nehmtener Forst, mitten im Wald. Da ist der nördlichste Punkt des Kreises. Erreichbar ist das mit Wanderweg-Schildern gekennzeichnete Gebiet über die Dorfstraße zwischen Stocksee und Dersau. Ganz in der Nähe an der Straße liegt die Zufahrt zum Sportplatz des ASV Dersau. Schräg gegenüber gibt es einen versteckten Feldweg, der über einen Acker in den Wald führt.

In einem mit malerischen Schluchten durchzogenen Mischwald ist just an einer Wegkreuzung der nördlichste Punkt des Kreises. Hier liegen umgekippte Bäume, ein zerfallener Hochsitz. Einsam ist es. Damwild prescht vorbei. „Das ist ein Geheimtipp, den Zugang kennen nur Einheimische“, berichtet Christiane Ihms aus Dersau. „Ich gehe hier oft anderthalb Stunden spazieren, ohne den Wald verlassen zu müssen.“ Über Wanderwege kann man den Plöner See erreichen. Vier Kilometer geht man gen Gut Nehmten. Nach Dersau sind es nur 2,3 Kilometer. Der nördlichste Punkt ist ein Ausflugstipp für Segeberger, die Naturlandschaft mögen. Gummi- oder Wanderstiefel nicht vergessen! wgl

Kreisdreieck im Westen

Wo die Kreise Segeberg, Pinneberg und Steinburg zusammentreffen, befindet sich der geografisch westlichste Punkt. Dieses „Kreisdreieck“ hat einen gewissen Bekanntheitsgrad bei Spaziergängern, die bis vor Kurzem noch auf einem Wanderweg dorthin schlendern konnten. Jetzt ist der untergepflügt, bedauern Hans-Heinrich und Johanna Korf.

Die Steinburger waren einst Eigentümer von Segebergs äußerstem West- und den anderen Kreiszipfeln. „In Segeberg Wiese, in Pinneberg Weide, Acker in Steinburg.“ Nur das Segeberger Waldstück mit einem Lehrpfad und dem malerisch gelegenen, wohl westlichsten Grillplatz auf Segeberger Boden sei immer staatlich gewesen. Das ist die Umgebung seit zehn Jahren auch. Denn der Bund kaufte den Korfs das Land als Ausgleichsflächen ab. Irgendwann soll hier die Autobahn 20 entlangführen und genau hier eine Wildbrücke entstehen.  hil

Wirtschaften im Ostzipfel

Nach Neuenweide kommt Altenweide – an der Straße wird auf eine Sackgasse hingewiesen. Und ganz am Ende geht es tatsächlich nicht weiter: Hier liegt der Hof von Landwirt Volker Witt. Der zieht momentan im Ostzipfel des Kreises Segeberg mit dem Traktor Furchen durch den matschigen Boden, um ihn umzugraben und so das Trocknen zu fördern.

Denn die Saat für den Weizen sollte längst in der Erde sein, doch es ist noch zu feucht. Insgesamt 90 Hektar Land bewirtschaftet und verpachtet Volker Witt dort. Und dass es sich in dem Bereich um den östlichsten Punkt im Kreis handelt, weiß er natürlich. „Die Grenze wird durch die Knicks markiert“, sagt er, und zeigt in Richtung Norden. Genau hinter seinem Betrieb liegt der Ort Schwienkuhlen, der Teil der Großgemeinde Ahrensbök im Kreis Ostholstein ist. Weiter nördlich würde man auf das Gebiet von Kiekbusch kommen, das zur Gemeinde Bosau, ebenfalls in Ostholstein, gehört.  ibu

Süden: Idylle am Airport

Zwischen dem Zaun des Hamburger Helmut-Schmidt-Airports und der Norderstedter Zeppelinstraße befindet sich der südlichste Punkt des Kreises Segeberg. Hier grenzen Schleswig-Holstein und Hamburg aneinander. Eine Fahrradunterführung verbindet dort die Hamburger Stadtteile Langenhorn und Niendorf mit Norderstedt.

Eine tetraederförmige, mit Graffiti beschmierte Stele auf einem Podest markiert die Landesgrenze. Umgeben ist das Bauwerk von ein wenig Natur, viele Pflanzen wachsen hier. Die Gemeine Nachtkerze leuchtet in Gelb, dazwischen die filigranen Blüten von fast verblühten Kuckucks-Lichtnelken. Ein kleines Stück Naturidylle im Großstadtlärm. Eine Radfahrerin hält an und verweilt. „Ich wollte auf den Markt in Niendorf, doch der war heute nicht“, sagt Gisela Lyska aus Hamburg. Sie macht Fotos von den startenden Flugzeugen und genießt das fahle Licht der Herbstsonne, bevor sie in Richtung Langenhorn davonradelt.  sd

Die goldene Mitte

Der Mittelpunkt des Kreises ist wider erwarten recht leicht zu finden: Von Bad Segeberg kommend auf der B 206 hinter dem Hotel „Zur Buche“ in Bockhorn rechts abbiegen und dem Weg folgen.

Nach einigen Hundert Metern zwischen Feldern und Schafweiden hindurch wird man dort auf ein kleines Schild an einer Eiche treffen, das den „geografischen Mittelpunkt des Kreises Segeberg“ markiert. Zu verdanken ist das Jens-Erich Lange aus Wittenborn, der genau diesen Punkt mit einer anerkannten Methode 2010 ermittelt hat. In Sichtweite des Mittelpunkts beginnt der Segeberger Forst, genauer der Forstgutbezirk Buchholz – neben dem Sachsenwald eines von zwei gemeindefreien Gebieten in Schleswig-Holstein. ov

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