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Segeberg Segeberger Biologe forscht mit Grünkohl gegen Hautalterung
Lokales Segeberg Segeberger Biologe forscht mit Grünkohl gegen Hautalterung
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20:20 21.05.2016

Seit über 2000 Jahren beschäftigt sich die Menschheit mit der Suche nach dem Jungbrunnen. Da sich das Auffinden schwieriger gestaltet als erhofft, wirbt die Kosmetikindustrie mit klangvollen Anti-Aging-Formeln für ihre zahlreichen Creme-Formulierungen. „Anti-Aging-Cremes dringen nur in die äußeren Hautschichten vor, sie balsamieren die oberen Zellen, doch Falten entstehen in der Tiefe“, sagt Biologe Dr. Henning Vollert und Firmeninhaber der BioActive Food GmbH in Bad Segeberg. Er setzt auf Grünkohl gegen Hautalterung.

Falten entstehen durch Radikale. Dr. Henning Vollert konnte zeigen, dass Grünkohlextrakt den Wert des Radikalfängers Carotinoid in der Haut erhöhen kann – Neue Studie geplant.

Probanden gesucht

Für seine neue Studie sucht Dr. Henning Vollert etwa 20 Probanden. Die Studie läuft wieder über drei Monate, alle zwei Wochen wird mit dem Hautscanner gemessen. Die Messungen dauern fünf Minuten und erfolgen im Firmengebäude An der Trave 156.

Weitere Informationen unter ☎ 04551/8562979 oder E-Mail an dr.vollert@bioactive-food.com. sd

Hautalterung geschieht durch freie Radikale, erklärt Vollert. Diese hoch reaktiven Teilchen greifen die Collagenschicht im Bindegewebe an, machen sie porös und bröselig. Antioxidantien, sogenannte Radikalfänger, können diesen Angriff verhindern, sie machen die Radikale unschädlich. Eine Gruppe von Antioxidantien sind Carotinoide, fettlösliche Farbpigmente, die überwiegend von Pflanzen produziert werden. Aufgrund ihrer chemischen Struktur reagieren sie mit freien Radikalen. „Ernähren wir uns gesund und essen viel Gemüse haben wir eine höhere Konzentration von Carotinoiden in der Haut“, so Vollert. Da die fünf Portionen Gemüse am Tag aber mühsam zu essen sind, forscht er seit einigen Jahren auf dem Gebiet der Nahrungsergänzungsmittel. Unter anderem untersucht er Grünkohl und seine positiven Eigenschaften auf die menschliche Gesundheit.

Nun konnte der 52-Jährige in einer gemeinsamen Studie mit einer Klinik für Dermatologie in Berlin zeigen, dass Carotinoide aus dem Grünkohl in der Haut ankommen. Insgesamt 45 Probanden schluckten über drei Monate Kapseln mit Grünkohlextrakt. Alle zwei Wochen wurde bei den Testpersonen der Gehalt an Carotinoiden mit einem Hautscanner gemessen. In Segeberg waren es 14 Probanden im Alter zwischen 30 und Ende 60. Bei einem Großteil der Testpersonen stieg der Wert um 0,5 bis drei Einheiten. Auffallend war dabei ein Absinken des Wertes bei allen Personen nach einer fiebrigen Erkältung. „Der Carotinoidgehalt ist auch ein Maß für den allgemeinen Gesundheitszustand. Stress, Schlafmangel, Fieber und Erkältungen reduzieren den Gehalt von Carotinoiden“, so Vollert. Weiterhin sei bei einer Person zu beobachten gewesen, dass das allabendliche Gläschen Rotwein den Wert verringert habe.

Zusätzlich wurde das gleiche Grünkohlpräparat in einer Jenaer Augenklinik in einer Vorstudie genutzt. „Sie hat gezeigt, dass sich die Sehkraft der Probanden in vier Wochen signifikant verbessern konnte“, so Vollert. Das habe ihm auch einer seiner Probanden als Begleiteffekt geschildert.

Zehn Prozent aller Probanden zeigten keinen Anstieg der Carotinoidwerte. „Woran das liegt, wissen wir nicht genau, doch fast alle Menschen haben eine chronische Erkrankung wie zum Beispiel eine Arthrose. Eine Art Stress für den Körper, das könnte den Nicht-Anstieg erklären.“ Deshalb kam dem Biologen die Idee, Grünkohl mit Curcuma zu kombinieren. Denn die Gelbwurz wirkt nicht nur als Radikalfänger, sondern auch entzündungshemmend. „Können sich Grünkohl und Curcuma ergänzen? Additiv oder vielleicht sogar synergistisch, sich gegenseitig vervielfachend?“ Das möchte Vollert nun anhand einer Studie erforschen, für die er wieder Probanden sucht.

Silvie Domann

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