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Segeberg Segeberger Kliniken setzen 1000. Herzklappe ein
Lokales Segeberg Segeberger Kliniken setzen 1000. Herzklappe ein
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21:02 12.10.2017
Prof. Gert Richardt, Schwester Julia, Patientin Louisa Faust und Dr. Mohamed Abdel-Wahab (v.l.). Quelle: Foto: Hfr
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Bad Segeberg

„Mein Großvater hat immer gesagt: Kinder, lacht viel. Das ist das beste Vitamin. Mit der neuen Herzklappe kann ich das jetzt wieder ohne Einschränkungen tun“, erzählt die gebürtige Belgierin putzmunter nach dem Eingriff. Hinter ihr liegt eine Zeit starker Atemnot mit Anfällen von Bewusstlosigkeit. Einziger Ausweg – der Ersatz der Aortenklappe.

Die Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI) begann im Herzzentrum vor zehn Jahren und setzt sich heute immer mehr durch. „Der Eingriff ist medizinisch ein riesiger Fortschritt, insbesondere für ältere und geschwächte Patienten, aber zunehmend auch für Jüngere“, erklärt Prof. Dr. Gert Richardt, Chefarzt der Klinik. Louisa Faust, die vom Leitenden Oberarzt Dr. Mohamed Abdel-Wahab mit einer biologischen Klappe versorgt wurde, ist nur wenige Stunden nach dem Eingriff wieder ansprechbar. TAVI-Eingriffe sind inzwischen das Standardverfahren für Risikopatienten, deren Aortenklappe nicht mehr richtig arbeitet. Noch vor wenigen Jahren wurde auch Patienten wie Faust nach Angaben der Segeberger Klinik der Brustkorb aufgeschnitten, wenn sie eine neue Herzklappe brauchten. Die Klappe wurde ins offene Herz gesetzt, der Brustkorb wieder zugenäht. Die Operation dauerte mehrere Stunden und war für hochbetagte Patienten lebensgefährlich. Mehr als 90 Prozent der TAVI-Patienten sind heute älter als 70 Jahre, mehr als fünf Prozent älter als 90.

Und so funktioniert der Eingriff: Die Ärzte heute arbeiten sich mit einem Spezialschlauch zum Herzen vor. Der Katheter ist nur wenige Millimeter dick und wird durch die Gefäße in der Leiste in die Blutbahn geschoben. Eine millimeterkleine Kunstklappe liegt bereit, bestehend aus einem Metalgitter mit einer eingenähten biologischen Herzklappe und sieht aus wie ein zusammengefalteter Regenschirm.

Wie durch einen Tunnel wird die Kunstklappe durch den Herzkatheter zum Herzen vorgeschoben. Vor dem Herzen spannen die Ärzte den Schirm auf. Die Kunstklappe ersetzt die kranke Herzklappe des Patienten, die zur Seite gedrückt wird. Die Prozedur dauert nicht länger als 30 Minuten.

Jährlich werden im Herzzentrum rund 200 Herzklappen auf diese Weise eingesetzt. „Anfangs war es ein finanzielles Wagnis, weil wir medizinisches Neuland betreten haben und weil die Krankenkassen für dieses neue Verfahren nur sehr zögerlich die Kosten übernahmen. Doch der unternehmerische Mut von Geschäftsführerin Marlies Borchert zahlte sich aus“, erläutert Richardt. Heute zählt das Herzzentrum zu einer von nur 80 Kliniken in Deutschland, in denen die TAVI-Prozedur durchgeführt wird.

Richardt geht fest davon aus, dass das TAVI-Verfahren in Zukunft noch sicherer und effektiver wird. Die Positionierung der Klappe werde einfacher, die Materialien werden sich weiter verbessern, ist er überzeugt.

LN

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