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Segeberger gestaltet für die Nordkirche das Gesangbuch 2.0

Bad Segeberg Segeberger gestaltet für die Nordkirche das Gesangbuch 2.0

Angestaubte Kirchenlieder, die junge Leute nicht vom Hocker reißen, gibt es viele. Das soll sich ändern. Mit ansprechenden Popsongs und dem Projekt „Monatslied“ krempelt der Segeberger Jan Simowitsch den Liederbestand der Nordkirche um, und sorgt für Begeisterung.

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Quelle: Fotos: Petra Dreu; Fotolia

Bad Segeberg. „Es gibt schöne Kirchenlieder. Aber leider sind die meisten Texte nicht gut verständlich. Junge Leute sprechen sie nicht an“, sagt der Kirchenmusiker Jan Simowitsch (37), der vor über einem Jahr als Leiter des Fachbereichs Popularmusik zur Nordkirche wechselte. Dort packt der Bad Segeberger Dinge an, die viele andere als „das geht nicht“ abgetan hatten und schafft den Spagat zwischen einprägsamen, verständlichen, gut singbaren und radiotauglichen Popsongs und Botschaften des christlichen Glaubens.

LN-Bild

Angestaubte Kirchenlieder, die junge Leute nicht vom Hocker reißen, gibt es viele. Das soll sich ändern. Mit ansprechenden Popsongs und dem Projekt „Monatslied“ krempelt der Segeberger Jan Simowitsch den Liederbestand der Nordkirche um, und sorgt für Begeisterung.

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„Monatslied“ heißt das Projekt, das mit einem Rundum-Paket verbunden ist. Jeden Monat wird es auf der Internetseite www.monatslied.de ein neues Lied geben. Zu sehen und zu hören ist es dann in einem Musikvideo. Das aber ist noch nicht alles: „Zu jedem Monatslied gehört Begleitmaterial. Das sind Notensätze für Kinder-, Jugend- und Kirchenchöre, für die Kirchenorgel, den Posaunenchor, Bands, und selbst simple Gitarrengriffe gehören dazu. Außerdem gibt es zu jedem Lied ein Zusatzheft mit Anregungen für die Kirchengemeinden“, erzählt Jan Simowitsch.

Viele verschiedene Komponisten von Hamburg bis Mecklenburg-Vorpommern haben die Monatslieder geschrieben. Aufgenommen wurden sie in einem Tonstudio mit professionellen Studiomusikern. Unter ihnen sind viele Segeberger, die Jan Simowitsch bereits aus seiner Zeit hier als Kirchenmusiker kennt und ihre Qualitäten schätzen gelernt hat.

Unter anderem ist Katharina Schwerk dabei, die auch das Afghanistan-Lied gesungen hat, mit dem der Verein „Alleineinboot“ auf die Situation in dem Land und die Ungewissheit für alle hier lebenden Afghanen aufmerksam gemacht hat, die jeden Tag damit rechnen müssen, abgeschoben zu werden. Miriam Buthmann, Frontfrau der „Tüdelband“, hat wie auch der Segeberger Johannes Hoffmann Texte geschrieben und komponiert. Ebenfalls dabei ist Joy Bogart, die sich mitten im Musikstudium befindet. „Die bisherigen Aufnahmen haben total viel Spaß gemacht. Zudem ist eines klar: Die Segeberger Musiker brauchen sich hinter den Profis nicht zu verstecken“, sagt Jan Simowitsch überzeugt.

Ein solches Projekt habe es bislang weder in der Nordkirche noch in anderen kirchlichen Vereinigungen gegeben. Mit dem neuen Liederangebot könne die Kirche gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Durch das Online-Angebot erreiche sie Leute, die nicht unbedingt zu den treuesten Kirchgängern zählen, und sie vermittele kirchlichen Glauben in einem völlig anderen Gewand.

Dass der Bedarf an guten und vor allem singbaren Liedern für die Kirche groß ist, war allgemein bekannt. Dass die Kirchengemeinden geradezu darauf gewartet zu haben scheinen, überraschte dann doch selbst Jan Simowitsch. Allein in den ersten zwei Wochen hatten die Monatslieder im Internet 3000 Klicks, 2000 Notensätze wurden bestellt. „Das ist gut, zumal wir die Monatslieder noch gar nicht beworben hatten. Der Kirchenmusiker der Kirchengemeinde Harburg hat zwei Lieder gehört. Danach folgte die Entscheidung, Notensätze und Begleitmaterial für alle Kirchen in Harburg anzuschaffen“, erzählt Jan Simowitsch stolz, der dem Nordcolleg Rendsburg für seine Unterstützung als Kooperationspartner dankbar ist. Mächtig stolz auf das Projekt scheint auch die Nordkirche zu sein. Sie ließ

die Monatslieder von einem Projekt des Fachbereichs Popularmusik zu einem Projekt der Nordkirche aufsteigen. Die Schirmherrschaft hat Landesbischof Gerhard Ulrich übernommen.

Von Petra Dreu

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