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Segeberg Segeberger im Knallkörper-Kaufrausch
Lokales Segeberg Segeberger im Knallkörper-Kaufrausch
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21:20 28.12.2017
Henrik Stoltenberg (19) aus Garbek sucht am Feuerwerks-Tisch im Bad Segeberger Baumarkt nach einem Verbund-Feuerwerk für einen angemessenen Preis. „Mehr als 40 oder 50 Euro wollte ich eigentlich nicht ausgeben.“ Quelle: Fotos: Vogt
Bad Segeberg

Vor gut 300 Menschen auf dem Baumarkt-Parkplatz fackelt Phillip Schröder, Feuerwerker bei Nico, einmal das ganze Silvester-Sortiment seiner Firma ab. Von der bescheidenen Fontänen-Batterie „Funkenflug“ für 3,99 Euro bis zum Premium-Mega-Verbund-Feuerwerk „Night Attack“ mit zwei Kilo Explosivmasse für den dicken Geldbeutel – und alles dazwischen. Marktleiter Steffen Schreiner steht ob des guten Andrangs zufrieden daneben. Damit sich seine Kunden wohlfühlen, hat er noch einen Stand mit Glühwein und Bratwurst organisiert. „Erst können sich die Leute in aller Ruhe die einzelnen Produkte anschauen und anschließend das kaufen, was ihnen gefallen hat“, erklärt der 36-Jährige die Idee dahinter.

Gar nicht so leicht, sich in den immer unüberschaubarer werdenden Knallkörper-Sortimenten zurechtzufinden und das passende Feuerwerk auszusuchen. Der Hagebaumarkt in Bad Segeberg bot seinen Kunden am Donnerstagabend deshalb eine kleine Probe-Knallerei an.

137 Millionen Euro gaben die Deutschen nach Angaben der Feuerwerksbranche 2016 für Silvesterfeuerwerk aus. Für dieses Jahr rechnen sie mit einem ähnlich hohen Umsatz.

Der Trend zum sogenannten Verbund-Feuerwerk setze sich auch in diesem Jahr weiter fort. Die guten, alten Raketen-Sortimente mit allerlei Kleinkram dabei finden zwar auch noch ihre Abnehmer.

Wesentlich beliebter seien aber inzwischen Komplett-Feuerwerke, die, einmal gezündet, ihre ganze Ladung in festgelegter Choreografie verschießen.

Ein solches will sich auch Henrik Stoltenberg aus Garbek für die bevorstehende Silvesterfeier mit seinen Freunden zulegen. „Wenn man etwas getrunken hat, ist das am einfachsten“, sagt er lachend und nimmt prüfend eine Knaller-Batterie Marke „Grandmaster-Flash“ in die Hand. Mehr als 40, 50 Euro will der 19-Jährige nicht für Feuerwerk ausgeben. „Das reicht. Essen und Getränke braucht man ja schließlich auch noch.“

Wie viel Geld seine Kunden in die Knallerei investierten, sei ganz unterschiedlich, sagt Marktleiter Schreiner. „Einige geben 20 oder 30 Euro aus und haben genug, andere decken sich auch für 400 Euro mit Feuerwerk ein.“ Insgesamt nehme die Nachfrage aber zu.

Aber Achtung, wo das schöne, teure Feuerwerk zum Jahreswechsel gezündet wird: Zu Krankenhäusern, Kirchen, Kinder- und Altenheimen muss ein Abstand von mindestens 200 Metern gehalten werden. In Bad Segeberg gilt diese Regelung außerdem für reetgedeckte Häuser und „brandempfindliche Betriebe“, mahnt Hartmut Gieske vom Ordnungsamt der Stadt. Damit darf zum Beispiel rund um die Firma Primagas in der Rosenstraße nicht gefeuerwerkt werden. Bei Verstößen drohen Anzeigen und saftige Bußgelder.

Nico Möller, Sprecher der Polizeidirektion Bad Segeberg, warnt außerdem vor der gefährlichen Kombination aus „Alkohol und Böllern“. Ab einer gewissen Promillezahl sollte das Hantieren mit Feuer und pyrotechnischen Gegenständen der Klasse II demnach besser anderen überlassen werden.

Wer sich ohnehin nicht selbst die Finger verbrennen und lieber in Ruhe dabei zusehen möchte, wie anderer Leute ihr Sauerverdientes in Rauch und Licht aufgehen lassen, kann das in Bad Segeberg auch tun: Als Aussichtspunkte bieten sich zum Beispiel der Kalkberg oder der Moosberg in Stipsdorf an.

 Oliver Vogt

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