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Segeberg Segeberger sind öfter und länger krank als andere Nordlichter
Lokales Segeberg Segeberger sind öfter und länger krank als andere Nordlichter
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22:17 02.09.2013

Verblüffende Erkenntnis bei der Auswertung des DAK-Gesundheitsreports 2013: Der Kreis Segeberg hat die meisten Kranken in Schleswig-Holstein, und die Zahl der Ausfalltage hier liegt über dem Landesniveau. Warum? Das weiß niemand.

Wie die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) mitteilt, ist 2012 der Krankenstand im Kreis Segeberg leicht gestiegen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen haben um 0,1 Prozentpunkte zugenommen, während sie im gesamten Bundesland um 0,1 Prozent gesunken sind. Mit 4,1 Prozent hatte Segeberg den höchsten Krankenstand im Land. Zum Vergleich: Der Landesdurchschnitt lag bei 3,8 Prozent. Damit waren an jedem Tag des Jahres von 1000 DAK-versicherten Segeberger Arbeitnehmern 41 krankgeschrieben. Der niedrigste Wert in Schleswig-Holstein wurde mit 3,5 Prozent in Stormarn verzeichnet.

In Segeberg haben vor allem bei einigen Diagnosen die Ausfalltage zugenommen. Insbesondere die Zahl der Verletzungen und Vergiftungen ist gestiegen. Die Krankschreibungen lagen um fast 19 Prozent über dem Vorjahreswert, weil die Krankheitsdauer je Einzelfall auf rund 21 Tage stieg. Mehr Fehltage gab es auch aufgrund von Muskel-Skelett-Beschwerden wie Rückenschmerzen. Diese Diagnose blieb Hauptursache für Arbeitsausfall im Kreis Segeberg und lag über dem Landesschnitt. Auf Platz zwei folgten psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände. Die Krankschreibungen gingen hingegen um sechs Prozent zurück. Ebenfalls gesunken sind Atemsystem-Erkrankungen wie Erkältungen und Bronchitis.

Folgende Krankheitsarten treten im Kreis Segeberg mengenmäßig teils deutlich über dem Landesdurchschnitt auf: Muskel-Skelett-System, psychische Erkrankungen, Verletzungen, Atmungssystem, Infektionen.

Diese Reihenfolge ist im übrigen mit der der AOK-Versicherten identisch, wie deren Pressesprecher Jens Kuschel den LN auf Anfrage sagte. Auch bei der AOK seien die Segeberger Versicherten seit Jahren in puncto Krankenstand „im oberen Drittel“ angesiedelt.

Für Nils Junker von der DAK Lübeck ist die Entwicklung in der Region „ein negatives Signal“. „Damit sich die Entwicklung positiv fortsetzt, sind Arbeitnehmer und Betriebe gefragt. Zu einem gesunden Leben gehört auch der wichtige Bereich der Arbeit. Durch ein gezieltes Gesundheitsmanagement können Unternehmen dazu beitragen, dass der Krankenstand bei ihren Beschäftigten sinkt. Ansätze bieten die Themen Ernährung, Entspannung und Bewegung.“

Einen Schwerpunkt setzt die DAK, die im Land 270 000 Versicherte hat, davon 28 000 im Kreis Segeberg, mit einer neuen Aufklärungskampagne über die Auswirkungen von Stress im Job: Eine aktuelle Langzeitanalyse für Schleswig-Holstein zeige, dass in den vergangenen zwölf Jahren die Fehltage bei psychischen Erkrankungen um 84 Prozent gestiegen seien. Aber: Sind heute wirklich immer mehr Menschen psychisch krank? Oder haben sich nur die öffentliche Wahrnehmung und der Umgang mit Belastungen geändert? Die DAK meint: Nach Einschätzung von Experten nehmen die Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen vor allem zu, weil Betroffene und Ärzte inzwischen anders mit seelischen Leiden umgehen. „Viele Arbeitnehmer werden heute mit einem psychischen Problem krankgeschrieben, während sie früher zum Beispiel mit der Diagnose chronische Rückenschmerzen arbeitsunfähig gewesen wären“, erklärt Junker.

Christian Spreer

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