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Segeberg Segebergs Alt-Winnetou Thomas Schüler gestorben
Lokales Segeberg Segebergs Alt-Winnetou Thomas Schüler gestorben
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09:48 12.08.2015
So kannten die Segeberger „Winnetou“ Thomas Schüler. Quelle: Archiv
Bad Segeberg

Schüler starb in der Nacht zu Sonntag nach schwerer Krankheit. Schüler, der 67 Jahre alt geworden ist, hatte von 1976 bis 1980 am Bad Segeberger Kalkberg den Winnetou gespielt.

Schüler hatte zwar nie die Popularität seiner Nachfolger Klaus-Hagen Latwesen, Pierre Brice und Gojko Mitic erlangt. Und dennoch hatte er denen etwas Besonderes voraus: Schüler hat nämlich seine Rolle in allen Vorstellungen durchgängig mit freiem Oberkörper gespielt. Kein Wunder, dass Ernst Reher, dem früheren Geschäftsführer der Kalkberg GmbH, zur Nachricht vom Tod des Schauspielers als Erstes einfiel: „Das war doch der mit dem freien Oberkörper.“ Er erinnere sich noch gut an den athletischen Schauspieler: „Das war ein toller Winnetou-Darsteller.“

Schüler verkörperte in den Spielzeiten 1976 („Winnetou I“) mit Raimund Harmstorf als Santer, 1977 („Der schwarze Mustang“), 1979 („Old Firehand“) und 1980 („Im Tal des Todes“) den Indianer-Häuptling.

1979 („Durchs wilde Kurdistan“) spielte er den Kiamil. Prominente Mitstreiter von ihm waren seinerzeit neben Harmstorf Claus Wilke, Chris Howland und Gerhard Lippert.

Schülers Markenzeichen war tatsächlich der freie Oberkörper. Wie Klaus-Hagen Latwesen, der vor und nach ihm den Winnetou spielte, hatte Schüler die Rolle sehr sportlich angelegt und viel Action gezeigt, insbesondere bei Ritten und Zweikämpfen mit dem Schauspielerkollegen Manfred Reddemann, der in den Stücken von Harry Walther meist sein kriegerischer Gegenpart war.

Mitte der 1990er Jahre hatte Thomas Schüler sein Interesse bekundet, in Bad Segeberg die Intendanz zu übernehmen oder Regie zu führen. Doch daraus wurde nichts. Stattdessen erhielt er ein Angebot der Landesbühnen Sachsen, auf der Felsenbühne Rathen in einer Karl-May-Inszenierung einen Bösewicht zu spielen.

2010 hatte Schüler schließlich ein Karl-May-Bühnen-Comeback als Bösewicht Dr. Jonathan Hartley in „Der Schatz im Silbersee“, und zwar im niederösterreichischen Gföhl. Dort finden seit 1988 auf der Freilichtbühne Gföhlerwald jährlich ebenfalls Karl- May-Spiele statt.

spr

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