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Segebergs Denkmale werden flächendeckend erfasst

Bad Segeberg/Kiel Segebergs Denkmale werden flächendeckend erfasst

Im Kreis prüft das Landesamt seit Kurzem alle einfachen Kulturdenkmale.

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Steht schon lange unter Denkmalschutz, ist aber in einem erbärmlichen Zustand: der „Höhlenkrug“.

Bad Segeberg/Kiel. Seit Kurzem ist auch der Kreis Segeberg im Fokus der Denkmalschützer aus Kiel. Experten sind dabei – wie schon in Nachbarkreisen passiert – alle sogenannten „einfachen Kulturdenkmale“ zu überprüfen, ob sie zu geschützten Denkmalen aufgewertet werden oder ob sie unter den Tisch fallen. Denn nach der Novellierung des schleswig-holsteinischen Denkmalschutzgesetzes soll es keinen Unterschied mehr geben zwischen einfachen und besonderen Kulturdenkmalen. Keine Denkmale zweiter Klasse mehr – also Top oder Flop.

 

LN-Bild

Steht unter Denkmalschutz, wurde vorbildlich restauriert: Bad Segebergs Germania Brauerei.

Quelle: Fotos: Glombik
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„Die Segeberger zeigen Aufgeschlossenheit gegenüber dem Denkmalschutz.“Steffen Klein, Kreis-Denkmalschützer

Quelle:
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Steht unter Denkmalschutz, wurde vorbildlich restauriert: Bad Segebergs Germania Brauerei.

Quelle: Fotos: Glombik
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„Die Segeberger zeigen Aufgeschlossenheit gegenüber dem Denkmalschutz.“Steffen Klein, Kreis-Denkmalschützer

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„Wir haben in Segeberg erst vor wenigen Tagen mit der Revision der einfachen Kulturdenkmale begonnen“, erklärt Landeskonservator Michael Paarmann. Es sind Kontrollgänge, Bestandsaufnahmen alter, wertvoller Bausubstanz. Wie viele Karteileichen schlummern in den Stahlschränken der Denkmalschutzamtes? Landesweit sollte es zu Beginn der Aktion 16 000 einfache Kulturdenkmale geben. Die sind nun alle auf dem Prüfstand.

Die Kreise Ostholstein, Herzogtum Lauenburg, Plön, Pinneberg und Nordfriesland sind schon nach wertvollen Denkmalen durchforstet worden. „Wir haben jetzt noch bis Mitte 2017 Zeit, um das Projekt abzuschließen“, berichtet Paarmann. „Etwa 50 Prozent der vormals einfachen Kulturdenkmale sind durch Abbruch zerstört.“ Oder seien seien nach Umbauten nicht mehr als Kulturdenkmale zu bezeichnen.

„Das wird sich im Kreis Segeberg sicher ähnlich darstellen wie in Ostholstein“, befürchtet Paarmann. Oder gar noch schlimmer. Denn nach den bisherigen Erfahrungen blieben besonders in stark ländlich strukturierten Regionen einfache Kulturdenkmale seltener erhalten.

Die Erhebung der historisch wertvollen Substanz für den Kreis Segeberg fand vor allem in den 80er Jahren statt. Seitdem kann durch Dachausbauten und Wärmedämmung vieles verändert worden sein. Zumal die Eigentümer von einfachen Kulturdenkmalen nie systematisch darüber informiert worden seien, dass über ihr Haus in Kiel eine entsprechende Karteikarte existiere. „Da ist den Menschen auch kein Vorwurf zu machen, wenn sie nichtsahnend ihr Haus umgebaut haben“, so Paarmann. Einfache Kulturdenkmale waren schlichtweg ungeschützt.

Paarmann schätzt ihre Zahl im Kreis Segeberg auf einige Hundert. Die Objekte werden jetzt von Experten fotografiert und begutachtet. Nicht selten war der Abrissbagger vor zehn, 20 Jahren schon da.

Doch wenn das Haus erhalten ist, werde überprüft, ob es in die Denkmalliste aufgenommen wird. Das hänge dann auch „von meiner abschließenden Meinung ab“, so Paarmann. Bei schwer zugänglichen Objekten verabrede man sich mit dem Eigentümer. In der Regel sei es wegen knapper Zeit nur möglich, von der Straße aus das betreffende Haus anzusehen. Paarmann: „Wenn wir uns bei allen Eigentümern anmelden würden, wären wir in zehn Jahren noch nicht durch.“

Mit Post müssen Eigentümer des Anwesens rechnen, wenn ihr Haus den Aufstieg vom vormals einfachen Kulturdenkmal in den Adelstand des Denkmalschutzes schafft. „Alle Eigentümer von Bauten, die jetzt neu in die Denkmalliste aufgenommen werden, werden von uns benachrichtigt“, stellt Paarmann klar. Segeberg Begutachtung soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Zusätzlich werde es dazu eine Einwohnerversammlung geben, kündigte Paarmann an.

Neuer Denkmalschützer will sich einmischen

Die Untere Denkmalschutzbehörde des Kreises ist seit wenigen Monaten mit einem richtigen Denkmal-Experten, keinem Verwaltungsmitarbeiter, besetzt. Steffen Klein kommt aus dem Harz. Im Harz-Kreis war er zwei Jahre lang tätig. Den 36-Jährigen zog es aus privaten Gründen in den Norden – zur Kreisverwaltung. Der Bauingenieur hat seinen Master in Denkmalpflege abgelegt.

„Ich empfinde es hier als Herausforderung und interessante Aufgabe“, sagte der zurückhaltend wirkende Denkmalschützer den LN. Sein Ziel sei immer, im Umgang mit dem Eigentümer eines denkmalgeschützten Hauses einen Konsens zu finden. Ihm sei das „lösungsorientierte Gespräch“ sehr wichtig. Er versuche, sich mit jedem neuen Vorgang einzuarbeiten.

Der Kreis-Einzelkämpfer für das Historische möchte Ängste und Vorurteile gegenüber dem Denkmalschutz beheben. Wichtig sei ihm, die finanziellen Vorteile bei der Sanierung denkmalgeschützter Bauten hervorzuheben. Es seien hohe steuerliche Abschreibungen möglich, wenn man Fenster oder Dacheindeckungen denkmalgerecht erneuert. „Das ist sicher für viele Eigentümer interessant.“

Noch kenne er nach wenigen Monaten nicht sämtliche Kulturschätze des Kreises. „Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit, mir hier einen Überblick zu verschaffen.“ Doch er müsse sich jetzt erst mit den aktuellen Vorgängen auf seinem Schreibtisch befassen. Man merkt, es ist Sommer, die Leute wollen bauen . . .

Die Bewertung, ob ein Haus ein Kulturdenkmal sei, ist übrigens allein Sache des Landesdenkmalamtes, betont er. Bei den Kontakten, die er noch in der vergangenen Woche mit Bürgern hatte, habe er „ein sehr positives Bild gewonnen und eine grundsätzliche Aufgeschlossenheit gegenüber dem Denkmalschutz“ festgestellt. Ein denkmalgeschütztes Haus zu sanieren, müsse nicht unbedingt besonders teuer sein, betont Steffen Klein. Und die Vorschriften? Der Teufel stecke im Detail: Ob nun ein Schuppen, den ein Eigentümer an das denkmalgeschützte Gebäude anbauen möchte, in grüner oder grauer Farbe gestrichen werden soll. „Wichtig ist, dass es sich harmonisch einfügt.“ Denkmalschutz sei „kein Weg, der immer geradeaus führt“. Grundsätzlich müsse aber auch zu erkennen sein, was denkmalgeschützt ist. Klein: „Das Neue soll ablesbar sein.“ Gültige Regeln seien schwierig, Denkmalpflege hänge immer vom konkreten Fall ab. Wichtig könne es zum Beispiel sein, neue und alte Bausubstanz durch eine „Bau-Naht“ optisch zu trennen.

In Bad Segeberg wurden in den vergangenen Jahren reihenweise Bausünden begangen. Könne er als Denkmalschützer darauf achten, dass zum Beispiel das einmalige Bad Segeberger Ensemble der Lübecker Straße mit seinen giebelständigen Häusern erhalten bleibt? Für die dort geltende Gestaltungssatzung sei die Stadt selbst verantwortlich, erklärt dazu Steffen Klein. „Ich greife dann ein, wenn es sich um ein Kulturdenkmal handelt oder achte auf den Umgebungsschutz eines eingetragenen Denkmals“. Er werde sich einmischen, verspricht er.

Wgl Wolfgang Glombik

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