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Segeberg Segebergs Feuerwehr fordert Entlastung des Ehrenamts
Lokales Segeberg Segebergs Feuerwehr fordert Entlastung des Ehrenamts
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18:12 08.04.2017
Bike als Blickfang: Kreiswehrführer Holger Gebauer will auf’s Gaspedal drücken für mehr Entlastung der ehrenamtlichen Feuerwehrleute. Quelle: Fotos: Petra Dreu

Die Aufgaben werden mehr, die Einsätze ebenfalls. Die Last, die auf den Schultern der 4231 aktiven Feuerwehrleuten im Kreis liegt, wiegt schwer. „An der ein oder anderen Stelle wird man sich über zusätzliche hauptamtliche Kräfte unterhalten müssen – gerade in den Mittelstädten mit deutlich mehr als 200 Einsätzen“, sagte Kreiswehrführer Holger Gebauer am Freitag auf der Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes in Bad Bramstedt.

3538 Einsätze im vergangenen Jahr – Bürger wählen schneller die 112.

„Aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung und der Tendenz, schneller zum Telefon zu greifen und die 112 zu wählen, werden wir uns in Zukunft anders aufstellen müssen“, so Gebauer, für den die schlechte Tagesverfügbarkeit zu der Misere beiträgt. Seine Forderung: „Die Verwaltungsaufgaben dürfen nicht immer weiter ansteigen. Im Gegenteil, das Ehrenamt muss weiter entlastet werden.“ Positiv sei, dass noch in diesem Jahr ein Feuerwehrdienstausweis in Scheckkartenform eingeführt werde. „Wenn der Feuerwehrausweis auch als Ehrenamtskarte des Landes genutzt werden darf, könnte das Land den ehrenamtlich Tätigen zeigen, dass es auch Vorteile geben kann, sich ehrenamtlich zu engagieren“, so Gebauer. In einigen Städten ist es bereits Usus, den dortigen Ehrenamtlern zum Beispiel freien Eintritt ins Hallenbad zu gewähren.

Mit 3538 Einsätzen mussten die 115 Feuerwehren zwar 139 Mal weniger ausrücken als noch im Jahr zuvor, dennoch lagen sie immer noch deutlich über dem langjährigen Schnitt von 2700 Alarmierungen.

Besondere Großfeuer habe es im vergangenen Jahr keine gegeben, dafür aber werde den Feuerwehrleuten noch lange der Absturz eines Hubschraubers mit zwei Toten und einem Schwerverletzten in Bimöhlen in Erinnerung bleiben. „1402 Alarmierungen waren technische Hilfeleistungen“, sagte Gebauer. Darunter seien wieder schwere Motorrad-, Pkw- und Lkw-Unfälle mit Toten und Verletzeten gewesen. Insgesamt konnten bei den Einsätzen 391 Personen gerettet, 59 Personen nur noch tot geborgen werden.

Andreas Görs, Leiter der Polizeidirektion Bad Segeberg, ging auf die aktuellen Einsatzszenarien ein: Nizza, Berlin, London, Stockholm. „Das sind lebensbedrohliche Einsatzszenarien. Wir bereiten uns auf all das vor, was niemand in seinem Bereich haben will.“ Er dankte den Feuerwehren für die gute Zusammenarbeit. „Feuerwehr und Polizei – das ging schon immer Hand in Hand“, sagte er. Vorgehen wolle die Polizei gegen die Verbreitung sogenannter „Fake News“. Als Beispiel nannte Görs das Familiendrama in Reinsbek, bei dem ein 19-Jähriger seine Eltern schwer und seinen Bruder leicht verletzt hatte (die LN berichteten). „Über einen Twitteraccount wurden Meldungen wie SEK-Großeinsatz und Amoklauf verbreitet. Das hat für große Unruhe gesorgt. Es muss Ziel sein, den Verfasser zur Rechenschaft zu ziehen“, betonte Görs.

Am Freitag gab es zwei besondere Auszeichnungen: Wolfgang Krause, Brandmeister bei der Feuerwehr Bad Segeberg, wurde mit dem Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold ausgezeichnet. Rosemarie Jahn, Vorsitzende des Kreisausschusses für Ordnung, Verkehr und Gesundheit, erhielt als Zivilistin die Feuerwehr Medaille.

Petra Dreu

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