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Lokales Segeberg Segebergs Liberale geben nicht auf
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22:18 23.09.2013
„Zugang zu den Medien hat unsere aktuelle Bundesspitze nie gefunden.“ Wolfgang Schnabel, FDP-Kreistagschef

Die FDP? Wer heute, zwei Tage nach der Wahl, Witze über die gescheiterten Freidemokraten reißt, der ist kein guter Sportler. Der tritt nach. Zur Witznummer war die FDP aber auch vor der Wahl nicht nur in Satiresendungen verkommen, klagt Kreistags-Fraktionschef Wolfgang Schnabel.

Alle möglichen Begriffe seien mit der FDP genannt worden, nur nicht mehr das Wörtchen „liberal“, mit dem die Partei einst untrennbar verbunden war. „Wer, wie die Berliner Parteispitze, Medienschelte betreibt, der verkennt, dass die Bundes-FDP nie Zugang zu den Medien gefunden hat“, sagt Schnabel. „Eine Partei mit zuletzt fast 15 Prozent und mit 96 Abgeordneten im Bundestag — da hätte doch einfach mehr herüberkommen müssen.“

Wofür stehe denn FDP noch, fragt der altgediente Liberale. Das sei bundesweit zuletzt nicht mehr erkennbar gewesen. Seine Partei habe das Vertrauen der Wähler verloren, nicht einmal mehr der Mittelstand oder die Unternehmer — die klassische FDP-Klientel — habe der Partei noch Gutes zugetraut.

Ähnlich hart geht die Kreisvorsitzende Katharina Loedige mit der Führungsspitze um Philipp Rösler ins Gericht. Krach und Gemauschel statt inhaltlicher Akzente, mit denen man sich auch vom Koalitionspartner CDU hätte absetzen können: „Über das Ergebnis bin ich traurig und wütend — überrascht bin ich davon nicht“, sagt die Vorsitzende. Wenn eine Partei sich zuletzt so intensiv für sich selbst interessiere, dürfe man sich nicht wundern, dass sie den Wähler am Ende überhaupt nicht mehr interessiert.

Besonders bitter ist das Aus von Berlin für die Nordlichter unter den Freidemokraten. Denn weder in ganz Schleswig-Holstein (5,6 Prozent) noch im Kreis Segeberg (5,8) wäre man aus dem Parlament geflogen. „Doch was können wir uns dafür kaufen? Nichts“, sagt Loedige.

Der Neuaufbau müsse ab Oktober ohne sie als Kreisvorsitzende vonstatten gehen. „Doch das hat nichts mit dem schlimmen Wahlausgang zu tun. Das hat rein berufliche Gründe, und meinen Rücktritt habe ich bereits im August angekündigt“, beeilt sich Katharina Loedige zu sagen, dass es hier nicht um das Aufgeben gehe. Wer Wolfgang Schnabel ein wenig kennt, weiß, dass das Wörtchen „aufgeben“ im Sprachschatz des wortgewaltigen Altsprachlers nicht vorkommt. „Dazu besteht ja auch kein Anlass. Umfragen sagen, dass die Philosophie des Liberalismus 20 Prozent der Menschen durchaus sympathisch ist.“ Diese Menschen gelte es, für die FDP (zurück) zu gewinnen. Wenn das gelingen solle, müsse aber die Bundespartei an ihrer Führungsspitze erneuert werden.

An Nachwuchs, jedenfalls an einsatzwilligem Nachwuchs, fehlt es den Freidemokraten aber offenbar nicht nur in Berlin. So sah man noch vor kurzer Zeit den 72-jährigen Wolfgang Schnabel bei Nacht und Nebel Wahlplakate kleben. Für die SPD machen das überwiegend die Jusos und bei der CDU ist die Junge Union aktiv . . .

Lothar Hermann Kullack

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